2 Punkte von GN⁺ 2025-08-27 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die Größe der Installationsdatei des PDF-Viewers Adobe Reader ist über viele Jahre stark gewachsen; die aktuelle Version 25.x für Windows 11 kommt auf etwa 687 MB
  • Diese Version enthält KI-Funktionen, automatische Updates, Werbung für Online-Dienste sowie zwei GUIs (neue/alte Version)
  • SumatraPDF 3.5.2 ist nur etwa 8 MB groß und bleibt ohne Werbung, KI und automatische Updates leichtgewichtig und schlicht
  • Laut der Grafik begann Adobe Reader 1993 bei etwa 1 MB und stieg bis 2025 auf 687 MB – ein explosives Wachstum
  • Die Entwicklung vom einfachen PDF-Reader zu einem riesigen Service-Hub ist ein typisches Beispiel für das Phänomen der Software-Aufblähung

Entwicklung der Größe der Adobe-Reader-Installationsdatei

  • 1993: Start bei etwa 1 MB
  • Anfang der 2000er: allmählicher Anstieg auf 5–10 MB
  • 2010er: zunächst bei 15–20 MB, dann allmählich beschleunigt
  • Seit 2020: über 200 MB, mit einem sprunghaften Anstieg auf 687 MB im Jahr 2025

Vergleich mit SumatraPDF

  • Die Installationsdatei der neuesten Version von SumatraPDF (3.5.2) ist 8 MB groß
  • Merkmale:
    • Keine KI-Funktionen und keine Werbung
    • Keine automatischen Updates (bei Bedarf manuelle Prüfung)
    • Keine Integration von Cloud-Diensten
  • Der Kontrast zwischen Dateigröße und Funktionsumfang ist sehr deutlich

Update

  • Der bestbewertete Kommentar auf Hacker News: "Looks like a chart crime scene." (ein Scherz darüber, dass das Diagramm wie ein Tatort aussieht)
  • Daraufhin wurden zusätzlich ein lineares Diagramm sowie die Quelldatei zur Erstellung der Grafik bereitgestellt

Kontext und Implikationen

  • Adobe Reader hat sich über einen einfachen PDF-Viewer hinaus zu einer integrierten Plattform für Cloud-, Werbe- und KI-Dienste entwickelt
  • Das Ergebnis ist jedoch ineffiziente und schwergewichtige Software, was aus Sicht der Nutzererfahrung zu Unzufriedenheit führen kann
  • SumatraPDF hingegen bleibt seiner Philosophie von Leichtgewichtigkeit, Einfachheit und Open Source treu und ist bei Power-Usern weiterhin beliebt

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-08-27
Hacker-News-Kommentare
  • Adobe Reader ist die erste App, die ich auf einem neuen Gerät auf keinen Fall installiere. Langsam und ruckelig, voller Dark Patterns und Pop-ups, grundlegende Bearbeitungsfunktionen werden ohne Abo versteckt. Da kommt alles zusammen, was Nutzer nicht respektiert. Wirklich furchtbare Software. Bei MS Word habe ich auf dem Mac ein ähnliches Gefühl, weil es auch immer schwergewichtiger wird
    • Pop-ups sind ehrlich gesagt immer nervig. Ich habe in letzter Zeit oft darüber nachgedacht, aber aus Nutzersicht fällt mir kein Fall ein, in dem ein Pop-up wirklich die richtige gute Wahl ist. Für Entwickler mag es ein einfacher Weg sein, Aufmerksamkeit zu bekommen, aber am Ende bleiben Nutzer nicht lange
    • Dass man Adobe Reader nicht installiert, kann ich total nachvollziehen. Dabei muss ich an den Song denken: „If the phone doesn't ring, it's me“
    • Adobe Reader (oder Acrobat Reader) ist immer noch der Branchenstandard für PDFs. Ich hatte einmal ein mit OnlyOffice erzeugtes PDF, das in Chrome korrekt angezeigt wurde, in Acrobat aber die Schriftarten nicht richtig darstellte und deshalb Probleme machte. Deshalb habe ich Acrobat zur Kompatibilitätsprüfung von erzeugten PDF-Dateien installiert
    • Ich stimme auch zu, aber am Ende muss man es doch installieren, weil man immer wieder PDFs bekommt, die nur Acrobat richtig verarbeitet. Vor allem im Business-Umfeld nutzen viele Leute PDF-Funktionen auf kreative Weise, und alternative Programme haben dann immer irgendwo Schwächen
    • Ich nutze Adobe Reader/Acrobat nur zu einem einzigen Zweck: PDFs in Text umzuwandeln. Bei manchen PDFs funktioniert das deutlich besser als mit pdftotext, deshalb verwende ich es dafür
  • Vor der Installation von Adobe Reader kann man mit dem Adobe Reader Customization Wizard for Windows Funktionen vorab entfernen, etwa Werbung, Online-Funktionen oder die Option „Upsell“. Möglicherweise gibt es auch eine macOS-Version, und denselben Effekt kann man erzielen, indem man die Option „FeatureLockDown“ direkt in der Registry oder in den Einstellungen setzt. Relevante Dokumente finden sich hier, hier und hier
    • Es ist bequemer, einfach ein Ersatzprogramm zu installieren, statt sich diese Mühe überhaupt zu machen
  • Ich traue großen Programmen inzwischen nicht mehr. Jemand hat mir Lens zur Verwaltung eines Kubernetes-Clusters empfohlen, aber allein der Installer ist 600 MB groß und nach der Installation verdoppelt sich das noch. Wir leben in einer Zeit, in der Desktop-Software völlig überzogen geworden ist. Verglichen damit, dass Blender 300 MB groß ist, ist das schon paradox. Ich verlange nicht einmal extrem optimierte Software, aber bei einer 2-GB-K8s-Konsole entsteht einfach kein Vertrauen in die Entwickler
    • Auf Mobilgeräten ist es nicht anders. Ich habe auf meinem iPhone nachgesehen: Instagram, TikTok und Duolingo liegen jeweils bei ungefähr 500 MB. Sobald man Apps ein bisschen benutzt, belegen sie durch den Cache schnell mehrere GB. Selbst Snapchat, das ich fast nie nutze, hat allein fünf Gigabyte Cache
    • Ich würde empfehlen, sich einmal die Alternative k9s anzusehen: k9scli.io
    • Ich vermisse Octant sehr. Das war wirklich eine großartige App im Sinne des 80/20-Prinzips. Heutzutage nutze ich meist weiter kubectl, zumindest im übertragenen Sinn. k9s habe ich auch ausprobiert, aber das ist überhaupt nicht mein Stil
  • Man sollte beachten, dass die y-Achse logarithmisch skaliert ist. Die aktuelle Größe von Adobe Reader erscheint dadurch im Vergleich zu Sumatra als 83-mal größer
    • Eine logarithmische Skala scheint mir die Absicht zu untergraben, den relativen Größenunterschied zu verdeutlichen
    • Beim ersten Blick auf die Grafik habe ich die Versionsnummern für Dateigrößen in MB gehalten. Ich dachte zum Beispiel: „25,1 MB?“ Eigentlich hätte ich erwartet, dass es viel größer ist, und fragte mich kurz, ob es vielleicht extrem komprimiert wurde. Dass Sumatra bei etwas über 3 MB liegt, halte ich bei guter Komprimierung auch für möglich. Trotzdem sind viele Programme heute absurd groß geworden. Ich erinnere mich auch daran, wie Zoom mit einem Update auf einen Schlag doppelt so groß wurde — weil praktisch ein kompletter Webbrowser zusätzlich mit ins Paket gepackt wurde
  • Nachdem Adobe 2005 Macromedia übernommen hatte, integrierte das Unternehmen Flash in mehrere Produkte wie Acrobat und Acrobat Reader. Dadurch konnte SWF-(Flash-)Inhalt in PDFs eingebettet werden, was die Größe und Komplexität des Installers stark erhöhte. Nach dem offiziellen Ende des Flash-Player-Supports Anfang der 2020er verschwand die Flash-Unterstützung schließlich wieder. Gleichzeitig enthält Acrobat auch eine JavaScript-Engine zur Unterstützung interaktiver PDFs, etwa für Formularvalidierung und Automatisierung. Flash und JavaScript haben lange Zeit erhebliche Sicherheitsrisiken verursacht. Flash ist verschwunden, aber JavaScript ist weiterhin vorhanden, sodass das Sicherheitsrisiko bestehen bleibt. Dagegen unterstützen leichte PDF-Reader wie Sumatra weder JavaScript noch Flash und sind daher deutlich schlanker und sicherer
    • Ich fand es immer irgendwie ironisch, dass PDFs JavaScript eingebettet haben. Ursprünglich gab es die Sprache PostScript, und deren Rendering-Engine ist extrem mächtig. Das Problem war, dass PostScript eine Turing-vollständige Sprache ist und dadurch zu flexibel war, um sie gut als Dokumentformat zu verwenden. Deshalb hat Adobe wohl die Engine beibehalten, die Turing-Elemente entfernt und mehr Struktur hinzugefügt, um PDF zu schaffen. Am Ende hat man die Turing-Fähigkeit dann mit JavaScript doch wieder hineingebracht. Wenn man schon unbedingt eine Skriptsprache brauchte, wäre es vielleicht sogar besser gewesen, einfach wieder PostScript zu verwenden
  • Etwas off-topic, aber kennt jemand einen PDF-Viewer für Windows mit anpassbarer Ansicht (zweiseitige Ansicht, Dark Mode, Toolbar automatisch ausblenden usw.) und flüssigem Scrollen? Früher war Adobe Viewer der einzige, der das konnte, und ich finde es schade, dass er eingestellt wurde. Xodo PDF kommt dem noch am nächsten, hat aber viel zu viele Pop-ups
    • Ich würde empfehlen, auch einmal Sumatra PDF auszuprobieren
    • Vielleicht lässt sich Okular ebenfalls in dieser Art anpassen
    • Wenn du einen Mac benutzt, würde ich Preview empfehlen
  • Die Haltung „Jeder vernünftige Mensch würde es mit scoop installieren“ ist für mich wirklich schwer nachzuvollziehen. Trotzdem sind der Beitrag und die Grafik gut gemacht
    • Ich kenne mich im Windows-Ökosystem nicht gut aus, aber ist scoop so etwas wie ein Paketmanager ähnlich wie choco oder nuget? Und gibt es vielleicht auch die Einschätzung, dass scoop unangemessen schwergewichtig ist?
    • Diese Haltung finde ich schade. Sie wirkt wie ein eingeschränkter Blick, der nicht versteht, dass Menschen unterschiedliche Anforderungen haben. Nicht einmal Alternativen für denselben Zweck wie winget oder chocolatey vorzuschlagen und das Herunterladen über eine Website als „unvernünftig“ zu sehen, erscheint mir überzogen
  • Browser bieten heutzutage bei PDF-Formularen, Unterschriften und Ähnlichem teilweise sogar bessere Funktionen als Adobe-Software. Adobe versucht stattdessen nur noch, selbst für solche Grundfunktionen Upselling zu betreiben
    • Ich weiß nicht, seit wann genau das so ist, aber Chrome erledigt das wirklich sehr gut. Vor ein oder zwei Jahren wirkte es noch unausgereift, inzwischen ist es perfekt
  • Ich bin 2004 oder 2005 auf den Mac umgestiegen. Was mich damals am meisten beeindruckt hat, war Preview. Es war für die PDF-Verarbeitung so nützlich, dass ich Adobe Reader nicht mehr brauchte. Deshalb überrascht es mich bis heute nicht, dass Adobe Reader immer noch schwerfällig und nicht besonders gut ist. Dass die Größe aber bis auf das Format einer ganzen CD anwachsen würde, hätte ich nicht erwartet. Das ist wirklich absurd
  • Der einzige Unterschied, den ich gespürt habe, ist etwa die Geschwindigkeit beim Darstellen von PDFs. Beim Lesen komplexer technischer Dokumente ist das nicht so wichtig, aber wenn man viele Seiten schnell durchblättern muss, ist Adobe Reader schneller
    • Wobei genau ist es denn vor allem schneller?