- Nach langjähriger Gmail-Nutzung fiel die Entscheidung zum Wechsel zu Mailbox.org aus Gründen des Datenschutzes
- Aufgrund der Gmail-Architektur werden sämtliche E-Mail-Daten im Klartext gespeichert, und auch US-Behörden und -Institutionen können darauf zugreifen
- Proton Mail und Tutanota bieten starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, haben aber den Nachteil, dass die Nutzung der eigenen Apps erzwungen wird
- Mailbox.org unterstützt PGP integriert und punktet mit der Kompatibilität zu beliebten E-Mail-Clients sowie mit einem günstigen Tarifmodell
- Die Migration der Gmail-Daten wurde mit imapsync erfolgreich durchgeführt; der schrittweise Servicewechsel und die Einführung von Verschlüsselung sind abgeschlossen
Warum und mit welchem Hintergrund ich von Gmail zu Mailbox.org gewechselt bin
- Seit 2007/2008 wurde Gmail durchgehend genutzt, aber ich wollte Google meine personenbezogenen Daten nicht länger kostenlos überlassen
- E-Mail hat grundsätzlich die Einschränkung, dass sie im Klartext übertragen wird; Google kann daher sämtliche Mails speichern und bei Bedarf von US-Regierung oder Behörden zur Herausgabe von Informationen verpflichtet werden
- Das gilt auch unter den EU-U.S. und Swiss-U.S. Data Privacy Frameworks; auch EU-Bürger sind davon nicht ausgenommen
- Als jemand, der einen eigenen Server betreibt und beim Schutz der Privatsphäre sensibel ist, stieß ich bei diesem Umfeld an Grenzen
Auswahl des Dienstes
- E-Mail wird hauptsächlich nur für grundlegendes Senden und Empfangen genutzt; Anhänge, Zusatzfunktionen, Kalender und Adressbuch sind für dieses Nutzungsprofil nicht nötig
- Nach Abwägung blieben drei Alternativen übrig: Mailbox.org, Proton Mail, Tutanota
- Proton Mail, Tutanota: bieten faktische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, preislich bei 3–4 Euro pro Monat
- Nachteil: Um Ende-zu-Ende-Verschlüsselung richtig zu nutzen, muss die jeweilige App des Dienstes (oder eine Bridge für macOS) verwendet werden
- Da die Apple Mail-App bevorzugt wird und die bestehende Arbeitsumgebung unverändert bleiben sollte, fiel die Wahl auf Mailbox.org
- Mailbox.org: unterstützt PGP-Verschlüsselung standardmäßig, bei Bedarf kann auch externes PGP genutzt werden
- Enthält 10 GB E-Mail + 5 GB Cloud und ist mit 2,5 Euro pro Monat (bei Jahreszahlung) preislich sehr konkurrenzfähig
- Der Speicher lässt sich je nach Bedarf in Schritten von 0,20 Euro/GB erweitern
- Gemessen an der Gmail-Nutzung (2,5 GB) ist die Preisbelastung gering, auch zusätzlicher Speicher ist angemessen bepreist
- Ein kostenloser Testmonat ist möglich, das Versenden von E-Mails nach außen ist dabei jedoch eingeschränkt
- Nach Registrierung der neuen Adresse wurde der Dienst zwei Monate lang für 3 Euro pro Monat getestet; danach erfolgte der Hinweis auf das Aufladen im Jahresrhythmus (ohne automatische Verlängerung)
Weboberfläche und Funktionen von Mailbox.org
- Die Weboberfläche ist einfach, aber effizient und hat im Vergleich zu Gmail weniger unnötige Funktionen
- Auch mobil bietet sie eine hohe Benutzerfreundlichkeit
- Statt Gmail-Labels wird eine Ordnerstruktur unterstützt, die durch die Ordnersynchronisierung mit Apple Mail besonders praktisch ist
- Verschiedene Zusatzfunktionen (Speicher, Video-/Messenger-/XMPP-Unterstützung, Kalender, Kontakte, Etherpad usw.) sind enthalten, müssen aber nicht genutzt werden, wenn nur E-Mail benötigt wird
Migration der Mail-Daten: Einsatz von imapsync
- Die gesamten Gmail-Mails wurden zu mailbox.org migriert, mit dem Ziel, das Gmail-Konto später vollständig zu löschen
- Als Migrationstool wurde imapsync verwendet und per Docker auf einem Archive-Server betrieben
- In Gmail wurde zunächst ein App-Passwort erzeugt, danach wurde das zugehörige Skript ausgeführt (mit gesetzten Variablen wie dem Passwort)
- Der All Mail-Ordner von Gmail wurde ausgeschlossen, um Duplikate zu vermeiden; der Archive-Ordner von Apple Mail wurde ebenfalls in ein normales Archive zusammengeführt
- Die vollständige Kopie dauerte etwa drei Stunden (26.407 Mails, 2,14 GB); die Migration verlief stabil, inklusive Echtzeit-Logüberwachung
- Ergebnis: 0 Fehler, keine Duplikate, stabile Mail-Synchronisierung
Vereinfachung des Wechsels und Verwaltung von Adressänderungen
- Die E-Mail-Adressen der meisten Hauptdienste wurden auf die neue mailbox.org-Adresse umgestellt
- Das verbleibende Gmail-Konto wurde aus Apple Mail entfernt und eine automatische Weiterleitung an die neue Adresse eingerichtet
- In Mailbox.org wurde ein Filter eingerichtet, der aus Gmail kommende Mails automatisch markiert (in Apple Mail als „echte rote Flagge“)
- So lassen sich auch bei Abodiensten und ähnlichen Angeboten die Adressen nach und nach weiter aktualisieren
Verschlüsselungsunterstützung und reale Nutzungsszenarien
- Mailbox.org erleichtert im Web das direkte Importieren und Verwalten von PGP-Schlüsseln, sodass auf iOS verschlüsselte E-Mails browserbasiert gesendet und empfangen werden können
- Unter macOS können Mail-Clients wie Thunderbird genutzt werden
- Beim Verfassen neuer Mails lässt sich einfach die Funktion „PGP-Verschlüsselung“ auswählen, um verschlüsselte E-Mails zu senden und zu empfangen
- Die Weboberfläche bietet zusätzlichen Komfort, etwa das schnelle Sammeln und Anwenden öffentlicher Schlüssel von Absendern
Abschließender Eindruck
- Der vollständige Abschied von Gmail war lange ein Thema, über das ich viel nachgedacht hatte, doch nach dem tatsächlichen Wechsel zeigten sich unerwartet positive Veränderungen
- Die Zufriedenheit ist dank besserem Datenschutz und reibungsloser Migration hoch
- Falls es Fragen zum Test von Mailbox.org gibt, ist Kontakt per E-Mail möglich (im Text ist ein öffentlicher PGP-Schlüssel veröffentlicht)
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