5 Punkte von GN⁺ 2025-08-24 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Nach langjähriger Gmail-Nutzung fiel die Entscheidung zum Wechsel zu Mailbox.org aus Gründen des Datenschutzes
  • Aufgrund der Gmail-Architektur werden sämtliche E-Mail-Daten im Klartext gespeichert, und auch US-Behörden und -Institutionen können darauf zugreifen
  • Proton Mail und Tutanota bieten starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, haben aber den Nachteil, dass die Nutzung der eigenen Apps erzwungen wird
  • Mailbox.org unterstützt PGP integriert und punktet mit der Kompatibilität zu beliebten E-Mail-Clients sowie mit einem günstigen Tarifmodell
  • Die Migration der Gmail-Daten wurde mit imapsync erfolgreich durchgeführt; der schrittweise Servicewechsel und die Einführung von Verschlüsselung sind abgeschlossen

Warum und mit welchem Hintergrund ich von Gmail zu Mailbox.org gewechselt bin

  • Seit 2007/2008 wurde Gmail durchgehend genutzt, aber ich wollte Google meine personenbezogenen Daten nicht länger kostenlos überlassen
  • E-Mail hat grundsätzlich die Einschränkung, dass sie im Klartext übertragen wird; Google kann daher sämtliche Mails speichern und bei Bedarf von US-Regierung oder Behörden zur Herausgabe von Informationen verpflichtet werden
  • Das gilt auch unter den EU-U.S. und Swiss-U.S. Data Privacy Frameworks; auch EU-Bürger sind davon nicht ausgenommen
  • Als jemand, der einen eigenen Server betreibt und beim Schutz der Privatsphäre sensibel ist, stieß ich bei diesem Umfeld an Grenzen

Auswahl des Dienstes

  • E-Mail wird hauptsächlich nur für grundlegendes Senden und Empfangen genutzt; Anhänge, Zusatzfunktionen, Kalender und Adressbuch sind für dieses Nutzungsprofil nicht nötig
  • Nach Abwägung blieben drei Alternativen übrig: Mailbox.org, Proton Mail, Tutanota
    • Proton Mail, Tutanota: bieten faktische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, preislich bei 3–4 Euro pro Monat
    • Nachteil: Um Ende-zu-Ende-Verschlüsselung richtig zu nutzen, muss die jeweilige App des Dienstes (oder eine Bridge für macOS) verwendet werden
  • Da die Apple Mail-App bevorzugt wird und die bestehende Arbeitsumgebung unverändert bleiben sollte, fiel die Wahl auf Mailbox.org
    • Mailbox.org: unterstützt PGP-Verschlüsselung standardmäßig, bei Bedarf kann auch externes PGP genutzt werden
    • Enthält 10 GB E-Mail + 5 GB Cloud und ist mit 2,5 Euro pro Monat (bei Jahreszahlung) preislich sehr konkurrenzfähig
    • Der Speicher lässt sich je nach Bedarf in Schritten von 0,20 Euro/GB erweitern
    • Gemessen an der Gmail-Nutzung (2,5 GB) ist die Preisbelastung gering, auch zusätzlicher Speicher ist angemessen bepreist
    • Ein kostenloser Testmonat ist möglich, das Versenden von E-Mails nach außen ist dabei jedoch eingeschränkt
  • Nach Registrierung der neuen Adresse wurde der Dienst zwei Monate lang für 3 Euro pro Monat getestet; danach erfolgte der Hinweis auf das Aufladen im Jahresrhythmus (ohne automatische Verlängerung)

Weboberfläche und Funktionen von Mailbox.org

  • Die Weboberfläche ist einfach, aber effizient und hat im Vergleich zu Gmail weniger unnötige Funktionen
  • Auch mobil bietet sie eine hohe Benutzerfreundlichkeit
  • Statt Gmail-Labels wird eine Ordnerstruktur unterstützt, die durch die Ordnersynchronisierung mit Apple Mail besonders praktisch ist
  • Verschiedene Zusatzfunktionen (Speicher, Video-/Messenger-/XMPP-Unterstützung, Kalender, Kontakte, Etherpad usw.) sind enthalten, müssen aber nicht genutzt werden, wenn nur E-Mail benötigt wird

Migration der Mail-Daten: Einsatz von imapsync

  • Die gesamten Gmail-Mails wurden zu mailbox.org migriert, mit dem Ziel, das Gmail-Konto später vollständig zu löschen
  • Als Migrationstool wurde imapsync verwendet und per Docker auf einem Archive-Server betrieben
    • In Gmail wurde zunächst ein App-Passwort erzeugt, danach wurde das zugehörige Skript ausgeführt (mit gesetzten Variablen wie dem Passwort)
    • Der All Mail-Ordner von Gmail wurde ausgeschlossen, um Duplikate zu vermeiden; der Archive-Ordner von Apple Mail wurde ebenfalls in ein normales Archive zusammengeführt
  • Die vollständige Kopie dauerte etwa drei Stunden (26.407 Mails, 2,14 GB); die Migration verlief stabil, inklusive Echtzeit-Logüberwachung
  • Ergebnis: 0 Fehler, keine Duplikate, stabile Mail-Synchronisierung

Vereinfachung des Wechsels und Verwaltung von Adressänderungen

  • Die E-Mail-Adressen der meisten Hauptdienste wurden auf die neue mailbox.org-Adresse umgestellt
  • Das verbleibende Gmail-Konto wurde aus Apple Mail entfernt und eine automatische Weiterleitung an die neue Adresse eingerichtet
  • In Mailbox.org wurde ein Filter eingerichtet, der aus Gmail kommende Mails automatisch markiert (in Apple Mail als „echte rote Flagge“)
  • So lassen sich auch bei Abodiensten und ähnlichen Angeboten die Adressen nach und nach weiter aktualisieren

Verschlüsselungsunterstützung und reale Nutzungsszenarien

  • Mailbox.org erleichtert im Web das direkte Importieren und Verwalten von PGP-Schlüsseln, sodass auf iOS verschlüsselte E-Mails browserbasiert gesendet und empfangen werden können
  • Unter macOS können Mail-Clients wie Thunderbird genutzt werden
  • Beim Verfassen neuer Mails lässt sich einfach die Funktion „PGP-Verschlüsselung“ auswählen, um verschlüsselte E-Mails zu senden und zu empfangen
  • Die Weboberfläche bietet zusätzlichen Komfort, etwa das schnelle Sammeln und Anwenden öffentlicher Schlüssel von Absendern

Abschließender Eindruck

  • Der vollständige Abschied von Gmail war lange ein Thema, über das ich viel nachgedacht hatte, doch nach dem tatsächlichen Wechsel zeigten sich unerwartet positive Veränderungen
  • Die Zufriedenheit ist dank besserem Datenschutz und reibungsloser Migration hoch
  • Falls es Fragen zum Test von Mailbox.org gibt, ist Kontakt per E-Mail möglich (im Text ist ein öffentlicher PGP-Schlüssel veröffentlicht)

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