- GPT-5 von OpenAI erhielt nach seiner Veröffentlichung entgegen den Erwartungen vernichtende Kritik, weil Nutzbarkeit und Leistung sogar schlechter als beim Vorgänger seien, und bremste damit den Mythos vom endlosen Fortschritt der AI aus
- Trotz gewaltiger Investitionen erzielen die meisten AI-Unternehmen noch immer keinen Gewinn, und die Überhitzung am Aktienmarkt erinnert an die Dotcom-Blase der 1990er Jahre
- Der Fall GPT-5 erschüttert die zentrale Annahme der AI-Branche, dass „Skalierung = AGI-Evolution“ bedeute, und offenbart das Risiko, dass künftige Investitionen in Rechenzentren und Chips im Umfang von Billionen Dollar verschwendet werden könnten
- Experten kritisieren Marketing-Übertreibungen, die AI mit Intelligenz verwechseln lassen, den missbräuchlichen Gebrauch des Begriffs „Halluzination“ und den tatsächlichen Rückgang der Produktivität
- Letztlich wird gewarnt, dass AI kein wissenschaftlicher, sondern ein Marketingbegriff sei, bei dem nur wenige Unternehmen die Gewinne monopolisieren, während die Mehrheit die Kosten trägt
Einleitung: Die abrupte Abkühlung der AI-Erwartungen
- Bei der Mehrheit der Menschen kühlte die Erwartung, dass künstliche Intelligenz den Menschen übertreffen werde, ab dem 7. August 2025 abrupt ab
- Genau an diesem Tag veröffentlichte OpenAI GPT-5, das statt Innovation vor allem Enttäuschung bei Nutzererlebnis und Funktionen hinterließ
- GPT-5 wurde schlechter bewertet als bestehende Produkte, unter anderem wegen schwächerer Mathematikfähigkeiten, häufiger Fehler und einer unfreundlichen Benutzeroberfläche
Die Blase und die Investitionen der AI-Industrie
- Experte Alex Hanna weist darauf hin: „AI-Unternehmen sind derzeit eine tragende Säule der US-Wirtschaft, wirken aber zugleich stark wie eine aufgeblähte Blase“
- Große Unternehmen wie Google, Amazon und Microsoft haben Hunderte Milliarden Dollar in OpenAI und AI-Labs investiert, doch es gibt bislang keine realen Gewinne
- Auffällig ist, dass Unternehmen AI-Investitionen oder den AI-Bezug ihrer Produkte besonders hervorheben, um ihre Aktienkurse zu stützen
- Nvidia übernimmt derzeit ähnlich wie einst Intel die Rolle eines Marktführers an der Börse
Der Start von GPT-5 und der Vertrauensverlust
- Nach der Veröffentlichung von GPT-5 erlebten Nutzer zahlreiche Fehler, etwa dass das Modell eine Karte der USA falsch zeichnete
- Beispiele: „Tonnessee“, „Mississipo“, „West Wigina“ – also erfundene Namen von Bundesstaaten
- Auf die Aufforderung, zwölf US-Präsidenten zu nennen, listete es nur neun auf und machte dabei zusätzlich Fehler
- Die Reaktionen der Community waren äußerst negativ: „schlechter als das bisherige Modell“, „kurze und unfreundliche Antworten“, „Entzug der Wahlfreiheit beim bevorzugten Modell“
- In den Medien nannte Futurism es „ein wenig lahm“, Ars Technica sprach von einem „großen Fehlschlag“
- Auch OpenAI erkannte die negative Stimmung schnell und stellte den Zugang zu früheren Versionen wieder her
Der Zusammenbruch des Mythos von der AI-Skalierung
- Mit der Ankündigung von GPT-5 zerbrach der Mythos des „Scale-up (Skalierung)“ in der AI-Branche
- Der Glaube, dass mehr Rechenleistung und Daten zu einer grundlegenden Evolution künstlicher Intelligenz führen würden, wird infrage gestellt
- Im Glauben an diesen Skalierungsmythos wurde massiv in Rechenzentren und Hochleistungschips investiert (bis 2028 werden schätzungsweise rund 3 Billionen Dollar benötigt)
- Wenn sich der technologische Fortschritt verlangsamt, droht ein Großteil dieser Investitionen verschwendet zu werden
Was ist künstliche Intelligenz: Verwirrung um die Bedeutung
- AI und die Fähigkeit zur konsistenten Sprachgenerierung sind nicht dasselbe wie „Intelligenz“
- Dass AI-Chatbots „intelligent“ wirken, verleitet dazu, zu glauben, sie hätten menschliche Absichten und Gedanken
- Schon am Beispiel von ELIZA aus den 1960er Jahren zeigte Joseph Weizenbaum, dass selbst einfache Chatbots Menschen dazu bringen können, Maschinen Gefühle oder Willen zuzuschreiben
- Diese Tendenz zur „Vermenschlichung“ wird heute aktiv im AI-Marketing genutzt
AI-Halluzinationen, Erwartungen und Realität
- Das Phänomen der „Halluzination“ bei AI führt in Wirklichkeit dazu, dass Maschinen missverstanden werden, als hätten sie Wahrnehmungsfähigkeiten
- Tatsächlich besitzt künstliche Intelligenz weder Wahrnehmung noch Erkenntnisfähigkeit
- Auch die Prognosen, AI werde massenhaft Jobs vernichten und die Produktivität stark erhöhen, haben sich bislang nicht erfüllt
- Stattdessen zeigen sich eher sinkende Produktivität und geringere Arbeitseffizienz, weil AI-Ergebnisse überprüft werden müssen
Wirtschaftliche Auswirkungen und Ausblick
- Der MIT-Professor Daron Acemoglu prognostiziert für AI einen Produktivitätszuwachs von rund 0,5 %, also deutlich weniger als vielfach erwartet
- Die erwarteten wirtschaftlichen Effekte von AI seien übertrieben, und die Gewinne aus der Innovation würden sich voraussichtlich auf wenige Akteure konzentrieren
Fazit: Die Wahrheit hinter dem AI-Diskurs
- Das Scheitern von GPT-5 zeigt, dass AI eine Blase sein könnte, die nicht auf wissenschaftlichem Fortschritt, sondern auf Marketingillusionen beruht
- Die Behauptung, „AI habe Bewusstsein und Intelligenz“, sei lediglich Verkaufsrhetorik; die Gewinne könnten nur wenigen Unternehmen zufallen, während die Mehrheit die Kosten tragen müsse
- Deshalb ist ein Perspektivwechsel nötig: Die tatsächlichen Grenzen von AI müssen nüchtern betrachtet werden – ebenso wie das, was sie kann und was nicht
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