1 Punkte von GN⁺ 2025-08-20 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Google hat eingeräumt, in Australien den Wettbewerb durch Vereinbarungen mit Telstra und Optus eingeschränkt zu haben
  • Google hat in Zusammenarbeit mit der ACCC einem vorgeschlagenen Bußgeld von 55 Millionen australischen Dollar zugestimmt
  • Von Dezember 2019 bis März 2021 waren auf Geräten von Telstra und Optus ausschließlich Google Search vorinstalliert
  • Google räumte ein, dass die Exklusivvereinbarungen wahrscheinlich zu einer erheblichen Verringerung des Wettbewerbs auf dem Markt geführt haben
  • Durch die Maßnahmen der ACCC dürfte sich die Auswahl zwischen mehreren Suchdiensten künftig erweitern

Überblick

  • Die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) hat vor dem Bundesgericht Klage gegen Google Asia Pacific eingereicht wegen wettbewerbswidriger Vereinbarungen aus der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Vorinstallation von Google Search mit Telstra und Optus
  • Google hat mit der ACCC kooperiert, die Verantwortung anerkannt und zugestimmt, gemeinsam beim Gericht die Zahlung eines Bußgelds von 55 Millionen australischen Dollar zu beantragen
  • Über die endgültige Höhe des Bußgelds und die Angemessenheit weiterer Anordnungen entscheidet das Gericht

Inhalt des wettbewerbswidrigen Verhaltens

  • Von Dezember 2019 bis März 2021 akzeptierten Telstra und Optus die Bedingung, auf Android-Smartphones, die an Verbraucher verkauft wurden, ausschließlich Google Search vorzuinstallieren und keine anderen Suchmaschinen zu installieren
  • Im Gegenzug erhielten Telstra und Optus einen bestimmten Anteil an den Werbeerlösen aus Google Search
  • Google erkannte an, dass diese Vereinbarung den Wettbewerb auf dem Markt wahrscheinlich erheblich beeinträchtigt hat

Konkrete Abhilfemaßnahmen und weitere Zusagen

  • Google und die US-Muttergesellschaft Google LLC haben außerdem gerichtlich durchsetzbare Zusagen eingereicht, die Bedenken hinsichtlich wettbewerbsbeschränkender Vertragsklauseln in Vereinbarungen zwischen Google und australischen Telekommunikationsunternehmen sowie Herstellern seit 2017 abmildern sollen
  • Google stimmte zu, Vertragsklauseln zur Vorinstallation auf Android-Geräten und zu Beschränkungen bei der Standardsuchmaschine zu streichen
  • Bereits im vergangenen Jahr haben Telstra, Optus und TPG ebenfalls gerichtlich durchsetzbare Abhilfemaßnahmen eingereicht und zugesagt, exklusive Vorinstallations- oder Einstellungsvereinbarungen nur mit Google künftig nicht zu verlängern
  • Die Telekommunikationsanbieter können Suchdienste künftig je nach Gerät frei konfigurieren und auch Vorinstallationsvereinbarungen mit anderen Suchmaschinen abschließen

Auswirkungen auf den Markt und Förderung des Wettbewerbs

  • Nach Angaben des Vorsitzenden der ACCC sind solche wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen in Australien rechtswidrig und können die Auswahl für Verbraucher verringern, Kosten erhöhen und die Servicequalität verschlechtern
  • Durch diese Einigung und die Abhilfemaßnahmen erhalten Millionen Australier mehr Auswahl bei Suchdiensten, und konkurrierende Suchmaschinen können auf mehr Sichtbarkeit im Markt hoffen
  • Mit der Weiterentwicklung KI-basierter Suchtools kommt es zu Innovationen bei der Informationssuche, was voraussichtlich neuen Wettbewerb fördern wird

Untersuchung der ACCC und Hintergrund

  • Die Klage ist das Ergebnis einer langfristigen Untersuchung der ACCC. Insbesondere in ihrem Bericht zum Wettbewerbsumfeld im Markt für digitale Plattformdienste wurden Bedenken über exklusive Verträge von Google Search hervorgehoben
  • Die ACCC hat der Regierung empfohlen, einen neuen Regulierungsrahmen einzuführen, um Wettbewerbsbehinderungen durch exklusive Vorinstallationen und Standardeinstellungen zu beheben; über dessen Einführung wird derzeit beraten

Hintergrund der Anerkennung des Verstoßes durch Google Asia Pacific

  • Das Verfahren vor dem Bundesgericht basiert auf Vereinbarungen zur Aufteilung mobiler Werbeerlöse, die zwischen Dezember 2019 und März 2021 mit Telstra und Optus geschlossen wurden
  • Diese Verträge enthielten Klauseln, wonach die beiden Unternehmen während der Vertragslaufzeit ausschließlich Google Search prominent platzieren und ähnliche konkurrierende Suchmaschinen weder vorinstallieren noch empfehlen durften
  • Google Asia Pacific erkannte im Verfahren an, dass diese Klauseln den Wettbewerb zwischen Suchmaschinen auf dem Markt tatsächlich behinderten

Politikempfehlungen zu digitalen Plattformdiensten

  • Im Rahmen der fünfjährigen Untersuchung zu digitalen Plattformdiensten der ACCC wurden politische Leitlinien vorgeschlagen, um den Wettbewerb in Australiens digitaler Wirtschaft zu stärken und den Verbraucherschutz auszubauen
  • Enthalten sind verschiedene Empfehlungen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen großen Tech-Unternehmen und australischen Firmen zu schaffen und Verbraucherpreise zu senken
  • Vorgeschlagen wird die Einführung dienstspezifischer Regulierungscodes, um Verträge mit hohem Risiko für Wettbewerbsbehinderungen zu verhindern, etwa exklusive Vorinstallationen und Standardeinstellungen

Rechtliches Verfahren und Unterlagen

  • Das Verfahren wurde aufgrund einer vorgerichtlichen Einigung der Parteien durch Einreichung von Unterlagen durch die ACCC zügig beim Bundesgericht eingeleitet
  • Einzelheiten zu den Zusagen sind im öffentlichen Register der ACCC einsehbar

Anhang: Vorstellung von Google LLC und Google Asia Pacific

  • Google LLC ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Alphabet Inc.
  • Seit 2017 haben Google LLC und verbundene Unternehmen weltweit verschiedene Vertragsformen mit Herstellern und Telekommunikationsunternehmen geschlossen, darunter zur Distribution von Google Apps und zur Aufteilung von Werbeerlösen
  • Google Asia Pacific ist die zentrale Vertragspartei für Vereinbarungen zur Aufteilung mobiler Werbeerlöse im asiatisch-pazifischen Raum

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