- Zahnpasta mit dem Protein Keratin ist wirksam bei der Reparatur von geschädigtem Zahnschmelz
- Keratin bildet auf der Zahnoberfläche eine Schutzschicht, die wie natürlicher Zahnschmelz wirkt
- Keratin blockiert Zahnerosion, die herkömmliche Fluorid-Zahnpasta nicht vollständig verhindern kann
- Die Technologie könnte als Zahnpasta für den Alltag oder als Gel für professionelle Behandlungen angeboten werden
- Besonders hervorgehoben werden die Vorteile gegenüber traditionellen Materialien in Bezug auf Nachhaltigkeit und Biokompatibilität
Forschungshintergrund und wichtigste Erkenntnisse
- Ein Forschungsteam des King's College London hat bekannt gegeben, dass aus Haaren, Haut, Wolle und ähnlichen Quellen gewonnenes Keratin den Zahnschmelz reparieren und beginnende Erosion verhindern kann
- Wenn Keratin mit Mineralien im Speichel in Kontakt kommt, bildet es eine Schutzbeschichtung, die Struktur und Funktion natürlichen Zahnschmelzes nachahmt
- Im Gegensatz zu Knochen oder Haaren kann Zahnschmelz nach einem Verlust nicht auf natürliche Weise regeneriert werden
Ursachen von Zahnerosion und die Rolle von Keratin
- Durch saure Lebensmittel, Getränke, schlechte Mundhygiene, Alterung und andere Faktoren wird der Zahnschmelz angegriffen und geschädigt
- Das führt zu empfindlichen Zähnen, Schmerzen und schließlich sogar zu Zahnverlust
- Bisher wurde das Fortschreiten vor allem mit Fluorid-Zahnpasta verlangsamt, doch Keratin könnte die Zähne schützen und Empfindlichkeit lindern, indem es eine dichte Mineralschicht bildet, die die Erosion selbst vollständig blockiert
Klinische Anwendung und erwartete Wirkung
- Die Technologie könnte als Zahnpasta für die tägliche Anwendung oder für intensivere Pflege als von Fachleuten aufgetragenes Gel (ähnlich einem Nagellack) angeboten werden
- Konkrete Wege zur klinischen Umsetzung werden bereits geprüft, mit dem Ziel einer Kommerzialisierung in 2 bis 3 Jahren
Technisches Prinzip und wissenschaftliche Grundlage
- In dieser Studie verwendete das Forschungsteam Keratin, das aus Wolle gewonnen wurde
- Wird Keratin auf die Zahnoberfläche aufgetragen und trifft dort auf Mineralien aus dem Speichel, entsteht ein zahnschmelzähnliches Scaffold mit hochgradig organisierter Kristallstruktur
- Mit der Zeit trägt dieses Scaffold zur Bildung einer Schutzbeschichtung bei, die kontinuierlich Kalzium- und Phosphationen anzieht und den Zahn umhüllt
- Das stellt einen bedeutenden Fortschritt für die regenerative Zahnmedizin dar
Nachhaltigkeit und Ausblick
- Keratin kann aus biologischen Abfällen wie Haaren und Haut gewonnen werden, was auch den Anforderungen an die Nachhaltigkeit medizinischer Materialien entspricht
- Gegenüber Kunststoffharzen, die in herkömmlichen restaurativen Behandlungen verwendet werden, bietet es Vorteile bei Haltbarkeit, Ungiftigkeit und natürlicher Farbgebung
- Die Forschung steht zudem im Zusammenhang mit zirkulären Innovationen an der Schnittstelle von Abfallverwertung und Gesundheitswesen
Einschätzung des Forschungsteams und Erwartungen
- Die Wissenschaftlerin Dr. Sara Gamea sagte, diese Technologie biete eine biokompatible Alternative, die die Grenzen zwischen Biologie und Zahnmedizin überschreitet
- Dr. Elsharkawy erklärte, er erwarte mit dem Einsatz von Biomaterialien den Beginn einer Ära, in der über bestehende Behandlungen hinaus auch die Wiederherstellung biologischer Funktionen möglich wird
- Mit Industriepartnerschaften und weiterer Entwicklung könnte eine Zeit beginnen, in der mit einfachen Ressourcen wie Haaren stärkere und gesündere Zähne möglich werden
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