6 Punkte von GN⁺ 2025-08-15 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Nvidia hat ein Allzeithoch erreicht, wurde mit einer Marktkapitalisierung von 4,4 Billionen US-Dollar zum wertvollsten Unternehmen der Welt und der AI-Boom wird mit der früheren Dotcom-Blase verglichen
  • Goldman Sachs analysiert, dass der aktuelle Anstieg der Tech-Aktien auf starken Geschäftszahlen basiert und daher keine Blase sei, doch einige Titel zeigen zuletzt Überhitzungssignale ähnlich denen der späten 1990er Jahre
  • Die hohe Bewertung von Palantir und der Kurssprung beim Figma-IPO erinnern an die Dotcom-Ära, während zahlreiche AI-Unicorns auf ihren Börsengang warten
  • Anleger-Euphorie, ein belebter IPO-Markt und lockere Politik schaffen die vier Bedingungen einer Blase, doch der heutige AI-Markt ist von einer monopolartigen Struktur weniger Big-Tech-Konzerne geprägt
  • Langfristig erinnert der Vergleich Nvidia-Cisco daran, dass selbst Hochwachstumsunternehmen stark einbrechen können und der Markt am Ende die Cashflows von Unternehmen bewertet

Nvidia und der aktuelle AI-Markt

  • Im August 2025 traf sich Nvidia-CEO Jensen Huang im Weißen Haus mit Donald Trump; danach wurden Pläne zur Ausweitung der Produktion in den USA und Nachrichten über eine Ausnahme von Halbleiterzöllen bekannt
    • Unmittelbar nach dieser Ankündigung erreichte die Nvidia-Aktie ein neues Allzeithoch
    • Mit einer Marktkapitalisierung von 4,4 Billionen US-Dollar überholte Nvidia Microsoft und wurde zum wertvollsten Unternehmen der Welt
  • Dies gilt als symbolträchtiges Ereignis des AI-Booms, da es mit der stark steigenden Nachfrage nach GPUs zusammenfällt, die für das Training generativer AI-Modelle benötigt werden
  • An der Wall Street weitet sich die Debatte aus, ob der AI-Boom einen ähnlichen Weg wie die Dotcom-Blase nimmt

Analyse von Goldman Sachs

  • Bericht: “25 Years On; Lessons from the Bursting of the Technology Bubble”
  • Von 2020 bis 2025 hat sich der Nasdaq-Index verdoppelt, und das KGV ist gestiegen, liegt aber noch unter dem Niveau von 150 im Jahr 2000
  • Die „Magnificent 7“ (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla) werden aufgrund ihrer starken Ergebnisse als weniger anfällig für eine Blase eingeschätzt
  • Beispiel: Von 2022 bis 2025 verfünffachte Nvidia den Umsatz und steigerte den Nettogewinn um das Zehnfache
  • Allerdings haben FOMO und Nachahmerkäufe unter Investoren zuletzt auf ein Niveau zugenommen, das an die Dotcom-Zeit erinnert

Überhitzungssignale

  • Palantir: Nach den jüngsten Geschäftszahlen entsprach die Marktkapitalisierung dem 600-Fachen des Gewinns der vergangenen 12 Monate und dem 130-Fachen des Umsatzes
  • Figma-IPO: Ausgabepreis 33 US-Dollar → Schlusskurs am ersten Handelstag 115,50 US-Dollar (plus 250 %), danach auf unter 80 US-Dollar gefallen, aber weiterhin mehr als doppelt so hoch
  • Solche Erfolgsgeschichten verstärken die Anreize für AI-Unicorns, an die Börse zu gehen
    • AI-Unternehmen in der IPO-Warteschlange: OpenAI, Anthropic, Cohere, Databricks, SymphonyAI, Waymo, Scale AI, Perplexity usw.

Entstehung von Blasenbedingungen und politisches Umfeld

  • Die vier Bedingungen für die Entstehung einer Blase:
    1. Erwartungen der Anleger an innovative Technologien
    2. Investmentbanken, die auf IPO-Gebühren aus sind
    3. Einfache Kapitalaufnahme in frühen Phasen
    4. Lockernde staatliche und geldpolitische Maßnahmen
  • Der AI Action Plan der Trump-Regierung zielt auf Deregulierung und die Eindämmung von Regulierung auf Ebene der Bundesstaaten ab
  • Die Möglichkeit von Zinssenkungen durch die Fed könnte dem Markt zusätzlichen Aufwärtsdruck verleihen

Struktur des AI-Markts und langfristiger Ausblick

  • Die heutige AI-Ökonomie ist von einer monopolartigen Struktur rund um Big Tech geprägt; große Konzerne, die große Modelle aufbauen und betreiben können, geben den Ton an
  • Für Startups sind die Markteintrittsbarrieren hoch, sodass sich Gewinne eher bei wenigen Großunternehmen konzentrieren könnten, statt wie in der Dotcom-Zeit breiteres Unternehmenswachstum zu ermöglichen
  • Kartellrechtliche Maßnahmen könnten dies abmildern, doch politisches Lobbying birgt das Risiko, dass entsprechende Vorstöße abgeschwächt werden

Vergleich Nvidia-Cisco und Anlagerisiken

  • 1998–99 stieg Cisco Systems als Anbieter unverzichtbarer Ausrüstung für die Internet-Infrastruktur rasant im Kurs, fiel dann im Jahr 2000 um 40 % und stürzte innerhalb eines Jahres um 80 % ab
  • Darin wird eine Parallele zu Nvidia gesehen, dessen GPUs heute der Kern der AI-Infrastruktur sind
  • Wie in Benjamin Grahams Bonmot ist der Aktienmarkt kurzfristig eine „Abstimmungsmaschine“, langfristig aber eine „Waage“: „Cashflows bestimmen den Unternehmenswert“
  • Seit diesem Vergleich ist die Nvidia-Aktie dennoch um weitere 150 % gestiegen; kurzfristige Überhitzung und langfristige Risiken bestehen nebeneinander

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