- Nvidia hat ein Allzeithoch erreicht, wurde mit einer Marktkapitalisierung von 4,4 Billionen US-Dollar zum wertvollsten Unternehmen der Welt und der AI-Boom wird mit der früheren Dotcom-Blase verglichen
- Goldman Sachs analysiert, dass der aktuelle Anstieg der Tech-Aktien auf starken Geschäftszahlen basiert und daher keine Blase sei, doch einige Titel zeigen zuletzt Überhitzungssignale ähnlich denen der späten 1990er Jahre
- Die hohe Bewertung von Palantir und der Kurssprung beim Figma-IPO erinnern an die Dotcom-Ära, während zahlreiche AI-Unicorns auf ihren Börsengang warten
- Anleger-Euphorie, ein belebter IPO-Markt und lockere Politik schaffen die vier Bedingungen einer Blase, doch der heutige AI-Markt ist von einer monopolartigen Struktur weniger Big-Tech-Konzerne geprägt
- Langfristig erinnert der Vergleich Nvidia-Cisco daran, dass selbst Hochwachstumsunternehmen stark einbrechen können und der Markt am Ende die Cashflows von Unternehmen bewertet
Nvidia und der aktuelle AI-Markt
- Im August 2025 traf sich Nvidia-CEO Jensen Huang im Weißen Haus mit Donald Trump; danach wurden Pläne zur Ausweitung der Produktion in den USA und Nachrichten über eine Ausnahme von Halbleiterzöllen bekannt
- Unmittelbar nach dieser Ankündigung erreichte die Nvidia-Aktie ein neues Allzeithoch
- Mit einer Marktkapitalisierung von 4,4 Billionen US-Dollar überholte Nvidia Microsoft und wurde zum wertvollsten Unternehmen der Welt
- Dies gilt als symbolträchtiges Ereignis des AI-Booms, da es mit der stark steigenden Nachfrage nach GPUs zusammenfällt, die für das Training generativer AI-Modelle benötigt werden
- An der Wall Street weitet sich die Debatte aus, ob der AI-Boom einen ähnlichen Weg wie die Dotcom-Blase nimmt
Analyse von Goldman Sachs
- Bericht: “25 Years On; Lessons from the Bursting of the Technology Bubble”
- Von 2020 bis 2025 hat sich der Nasdaq-Index verdoppelt, und das KGV ist gestiegen, liegt aber noch unter dem Niveau von 150 im Jahr 2000
- Die „Magnificent 7“ (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla) werden aufgrund ihrer starken Ergebnisse als weniger anfällig für eine Blase eingeschätzt
- Beispiel: Von 2022 bis 2025 verfünffachte Nvidia den Umsatz und steigerte den Nettogewinn um das Zehnfache
- Allerdings haben FOMO und Nachahmerkäufe unter Investoren zuletzt auf ein Niveau zugenommen, das an die Dotcom-Zeit erinnert
Überhitzungssignale
- Palantir: Nach den jüngsten Geschäftszahlen entsprach die Marktkapitalisierung dem 600-Fachen des Gewinns der vergangenen 12 Monate und dem 130-Fachen des Umsatzes
- Figma-IPO: Ausgabepreis 33 US-Dollar → Schlusskurs am ersten Handelstag 115,50 US-Dollar (plus 250 %), danach auf unter 80 US-Dollar gefallen, aber weiterhin mehr als doppelt so hoch
- Solche Erfolgsgeschichten verstärken die Anreize für AI-Unicorns, an die Börse zu gehen
- AI-Unternehmen in der IPO-Warteschlange: OpenAI, Anthropic, Cohere, Databricks, SymphonyAI, Waymo, Scale AI, Perplexity usw.
Entstehung von Blasenbedingungen und politisches Umfeld
- Die vier Bedingungen für die Entstehung einer Blase:
1. Erwartungen der Anleger an innovative Technologien
2. Investmentbanken, die auf IPO-Gebühren aus sind
3. Einfache Kapitalaufnahme in frühen Phasen
4. Lockernde staatliche und geldpolitische Maßnahmen
- Der AI Action Plan der Trump-Regierung zielt auf Deregulierung und die Eindämmung von Regulierung auf Ebene der Bundesstaaten ab
- Die Möglichkeit von Zinssenkungen durch die Fed könnte dem Markt zusätzlichen Aufwärtsdruck verleihen
Struktur des AI-Markts und langfristiger Ausblick
- Die heutige AI-Ökonomie ist von einer monopolartigen Struktur rund um Big Tech geprägt; große Konzerne, die große Modelle aufbauen und betreiben können, geben den Ton an
- Für Startups sind die Markteintrittsbarrieren hoch, sodass sich Gewinne eher bei wenigen Großunternehmen konzentrieren könnten, statt wie in der Dotcom-Zeit breiteres Unternehmenswachstum zu ermöglichen
- Kartellrechtliche Maßnahmen könnten dies abmildern, doch politisches Lobbying birgt das Risiko, dass entsprechende Vorstöße abgeschwächt werden
Vergleich Nvidia-Cisco und Anlagerisiken
- 1998–99 stieg Cisco Systems als Anbieter unverzichtbarer Ausrüstung für die Internet-Infrastruktur rasant im Kurs, fiel dann im Jahr 2000 um 40 % und stürzte innerhalb eines Jahres um 80 % ab
- Darin wird eine Parallele zu Nvidia gesehen, dessen GPUs heute der Kern der AI-Infrastruktur sind
- Wie in Benjamin Grahams Bonmot ist der Aktienmarkt kurzfristig eine „Abstimmungsmaschine“, langfristig aber eine „Waage“: „Cashflows bestimmen den Unternehmenswert“
- Seit diesem Vergleich ist die Nvidia-Aktie dennoch um weitere 150 % gestiegen; kurzfristige Überhitzung und langfristige Risiken bestehen nebeneinander
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