- In Situationen, in denen der Nutzer das Produkt verwendet, aber nicht zahlungsberechtigt ist, ist der entscheidende Punkt, herauszufinden, wer tatsächlich die Befugnis und den Einfluss hat
- Der Entscheidungsträger mit der tatsächlichen Befugnis ist nicht zwingend dieselbe Person wie der Käufer oder der erste Nutzer
- In kleinen Organisationen ist Zeitersparnis wichtig, daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Entwickler Tools direkt einführen und den Kauf anschließend durch Überzeugungsarbeit nach oben anstoßen
- In großen Organisationen sind Sicherheits- und Verfahrensvorgaben stark, daher liegt die Kaufentscheidung bei CTO oder Management, und ein langer Sales-Zyklus ist nötig
- Die kaufberechtigte Person ist nicht zwangsläufig identisch mit dem Budgetverantwortlichen; entscheidend ist die Person, die den Produktwert am stärksten spürt und vorantreiben kann
- Eine effektive Strategie besteht darin, Nutzern konkrete Daten und Überzeugungsmaterialien bereitzustellen, damit sie das Management überzeugen können, und diesen Prozess zu unterstützen
- Der letztendliche Erfolg liegt in der Gestaltung eines Prozesses, der Nutzer dabei unterstützt, die Rolle des internen Sales zu übernehmen
Einleitung – Ausgangspunkt der Frage
- Wie sollte man vorgehen, wenn die Nutzer, die das Produkt tatsächlich verwenden, und die Kunden, die die Kaufentscheidung treffen, nicht dieselben sind?
- Der Hintergrund ist typischerweise ein B2B-Software-Sales-Kontext, in dem Entwickler das Produkt ausprobieren und CTO oder Director of Engineering die endgültige Entscheidung treffen
Die grundlegende Frage nach Befugnissen
- Die Frage „Wer hat die wirkliche Macht?“ ist der zentralste Punkt überhaupt
- Entscheidend für den Kaufprozess sind nicht einfach nur die Berechtigung zur Kartenzahlung oder die Priorität, ein Produkt auszuprobieren, sondern tatsächlicher Einfluss und Motivation
Szenarien nach Organisationsstruktur
Im Fall kleiner Organisationen: flache Struktur und schnelle Entscheidungen
- Häufig sind es Entwickler, die sich mit dem Produkt befassen und die Einführung tatsächlich vorantreiben
- Die Hauptmotivation eines CTO ist schneller Go-to-Market und schnelle Iteration, weshalb Tool-Vorschläge von Entwicklern erheblichen Einfluss auf die Entscheidung haben
- Oft zeigt sich eine Trojan-horse-artige Verbreitung, bei der Entwickler ein Tool schnell kostenlos ausprobieren und später in eine bezahlte Nutzung wechseln
Im Fall großer Organisationen: Sicherheit und Compliance als zentrale Einschränkungen
- Es gibt Einschränkungen jenseits der Zeit, etwa im Bereich Sicherheit, und Entscheidungen der Führungsebene wirken sich stark auf den gesamten Prozess aus
- Eigenständige Installation oder Käufe durch Nutzer (Entwickler) sind nicht erlaubt, und der Sales-Zyklus ist lang und komplex
- Die Maßstäbe für die Wahrnehmung von Wert und Risiko konzentrieren sich weniger auf UI/UX oder DX als auf Sicherheit und das Endergebnis
Perspektive von echtem Einfluss und Wert
- Budgetverantwortliche sind nicht immer die Personen mit der tatsächlichen Befugnis
- Wichtig ist, wer Hebelwirkung hat und wessen Anreize den Prozessfortschritt am stärksten beeinflussen
- Man muss realistisch erfassen, wer tatsächlich in der Lage ist, den Gegenwert des Preises gegen den Produktwert einzutauschen
Konkretes Beispiel für den Einführungsprozess eines Produkts
- Nutzer/Entwickler registriert sich für das Produkt
- Nutzung einer kostenlosen Trial in der lokalen Umgebung
- Direkte Erfahrung des tatsächlichen Funktionswerts (z. B. Vergleich vor/nach einem Pull Request, Hervorhebung von Problemen)
- Wahrnehmung des Werts → Erwartung höherer Arbeitseffizienz und Automatisierung
- Der Nutzer überzeugt die Führungsebene von der Notwendigkeit
- Die Führungsebene genehmigt oder lehnt nach internem Test und Budgetprüfung ab
- Die Führungsebene genehmigt den endgültigen Kauf
- Kauf des Produkts abgeschlossen, weitere Verbreitung innerhalb der Organisation
Fragen zu den Anreizen beider Seiten
- Die grundlegende Motivation von Entwicklern, ein Tool vorzuschlagen, verstehen (Arbeitskomfort, Hervorhebung der eigenen Fähigkeiten, Erreichen von Unternehmenszielen usw.)
- Die Kaufmotivation der Führungsebene verstehen (Steigerung der Entwicklungseffizienz, schnelleres Erreichen von Unternehmenszielen usw.)
- Wenn diese Kernmotive vorhanden sind, wird folgende Strategie vorgeschlagen
Praktische Reaktionsstrategie
- Nutzern Überzeugungswerkzeuge wie präzise Vorher-/Nachher-Vergleichsberichte bereitstellen, damit sie die Führungsebene überzeugen können
- Dabei sind nicht abstrakte Ratschläge, sondern Ergebnisse auf Basis quantitativer Daten wichtig
- Konkrete Zahlen wie „wie viel Zeit im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise eingespart wurde“ sind der Schlüssel zur Überzeugung
- Durch Interviews mit Kunden (Entwicklern) verstehen, wie tatsächliche Kaufgespräche ablaufen, und Hindernisse im Überzeugungsprozess im Voraus beseitigen
- Statt also direkt die kaufberechtigte Person zu überzeugen, sollte man alle Rahmenbedingungen und konkreten Materialien bereitstellen, damit der Nutzer die Rolle des internen Sales erfolgreich ausfüllen kann
- In diesem Prozess führt der Erfolg des Nutzers direkt zum Erfolg des Vendors (eine Win-Struktur für Nutzer, Vendor, Führungsebene und Unternehmen)
Fazit und Zusammenfassung
- Die beste Strategie ist, Nutzer dabei zu unterstützen, die Rolle des internen Sales erfolgreich zu übernehmen
- Der Fokus sollte darauf liegen, quantitative Belege und konkrete Materialien zum Produktwert bereitzustellen, die zur Überzeugung der Führungsebene nötig sind
- Zuvor muss die Entscheidungsstruktur je nach Organisationsgröße und Einschränkungen sorgfältig analysiert werden
- Abschließend wird betont, dass eine Struktur entsteht, in der mit dem Erfolg des Nutzers gleichzeitig auch Vendor und Unternehmen erfolgreich sind
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