- KI-Interviewer werden zunehmend eingeführt und Bewerber zeigen große Zurückweisung gegenüber einem Interview mit einer Maschine
- Die Bewerbererfahrung wird überwiegend als enttäuschend oder unpersönlich empfunden, und einige Bewerber brechen ihre Bewerbung auf, sobald ein KI-Interview vorgesehen ist
- Aus HR-Sicht werden KI-Interviews positiv bewertet, weil sie als effizientes Tool helfen, Personalabbau und den Aufwand für die Bearbeitung tausender Bewerbungen zu entlasten
- Eine Struktur setzt sich durch, bei der der KI-Interviewer die Vorselektion übernimmt und danach das echte Interview von Menschen geführt wird
- Zwischen Bewerbern und Unternehmen wächst die kulturelle Wahrnehmungslücke, doch KI-Interviews sind bereits Mainstream
Einführung von KI-Interviews und Reaktionen von Bewerbern
- Bewerber sind bei Interviews über Zoom und ähnliche Plattformen, in denen sie einem KI-Bot statt einem Menschen gegenüberstehen, irritiert, enttäuscht oder sogar gekränkt
- „Die Jobsuche ist schon schwierig genug; wenn zusätzlich ein KI-Interview dazukommt, ist die emotionale Erschöpfung groß“, lautet eine häufige Aussage
- In der Praxis nehmen Bewerber zu, die nach einer KI-Interview-Erfahrung komplett auf eine Bewerbung verzichten oder der Meinung sind, dass man die Unternehmenskultur der Firma selbst infrage stellen müsse
- Wiederholte Fragen der KI, eine unbequeme Gesprächsführung sowie mangelhafte Informationen über Unternehmen oder Kultur sind die Hauptbeschwerden über die unmenschliche Erfahrung
- „Ich bewerbe mich nicht, wenn ich 30 Minuten mit einer Maschine sprechen muss“, „Wenn ein KI-Interview stattfindet, respektiert das Unternehmen mich nicht“ – solche Äußerungen zeigen starke Ablehnung
KI-Interviewing in HR-Teams und Unternehmen
- Aufgrund von Personalabbau in HR-Teams und der Bearbeitung von tausenden Bewerbungen versuchen Unternehmen, die Effizienz über KI-Interviewer zu maximieren
- Die KI übernimmt das 1st-Level-Screening, und nur Endkandidaten werden anschließend direkt von Menschen bewertet
- Aus Unternehmenssicht gilt KI als effektiv bei der wiederholbaren und objektiven Prüfung von Kompetenzen
- Besonders in Bereichen mit hohem Recruiting-Aufkommen wie Kundenservice, Handel und IT für den Einstieg wird sie aktiv eingeführt
Erfahrungsberichte: Stimmen der Bewerber
- Ein 50-jähriger technischer Dokumentationsautor: „Die KI fragte nur immer wieder nach meiner Erfahrung und erklärte nicht, wie das Unternehmen aufgestellt ist. Danach muss ein persönliches Interview mit einem Menschen garantiert sein“
- Ein 60-jähriger Editor: „Nach den unpersönlichen Fragen, die meine im Lebenslauf genannten Erfahrungen nur wiederholt abfragten, habe ich nicht einmal 10 Minuten durchgehalten“
- Mitarbeitender eines britischen Unternehmens: „Ich bewerbe mich nicht bei einem Unternehmen mit KI-Interviews. Es wirkt so, als kümmerte das Unternehmen sich nicht um mein Wachstum und Lernen, und ich habe kein Vertrauen in die Unternehmenskultur“
Grenzen und Zukunft der KI-Interviewer
- Aus HR-Sicht sind die konkreten Vorteile von Zeit- und Kostenersparnis, Objektivität klar
- KI hat jedoch Grenzen bei der Bewertung der „kulturellen Passung“ zwischen Bewerber und Unternehmen (das erkennen auch die Unternehmen an)
- Das Modell „KI interviewt 100 Bewerber und filtert 10 heraus, danach bewertet der Mensch“ wird zum Standard
- Auch wenn KI sich weiterentwickelt, wird die Verlässlichkeit, dass ein echtes Interview mit Menschen stattfindet, immer wichtiger
Fazit
- Die Wahrnehmungsdifferenz zwischen Bewerbern und HR ist erheblich, aber Unternehmen setzen KI-Interviews aktiv zur Steigerung der Effizienz ein
- KI-Interviews etablieren sich als unvermeidlicher Trend, weshalb sich Bewerber in diesem Prozess anpassen müssen
- Künftig werden menschliche Bewertung und kulturelle Passung, die KI nicht übernehmen kann, noch stärker in den Fokus rücken
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