- Lina Khan, die ehemalige Vorsitzende der FTC, hob den Erfolg der Figma-IPO hervor und betonte, dass Start-ups mehr Wert schaffen können, wenn sie unabhängig wachsen, statt von großen Unternehmen übernommen zu werden.
- Der gescheiterte Übernahmeversuch von Adobe bei Figma im Jahr 2023 bildet den wichtigsten Hintergrund, wobei damals die M&A-Prüfung durch Wettbewerbsbehörden der Kernstreitpunkt war.
- Khan hat eine strenge Haltung gegenüber Übernahmen von Start-ups durch Big Tech eingenommen und argumentiert, dass ein Umfeld erforderlich ist, das Gründerinnen und Gründern mehr Wahlmöglichkeiten eröffnet.
- Teile der Branche wenden ein, dass der Erfolg auf Figma's Innovation und nicht auf Regulierung zurückzuführen sei.
- Khan bezeichnete die Figma-IPO als „einen Sieg für Beschäftigte, Investoren, Innovation und die gesamte Gesellschaft“.
Figma-IPO und Lina Khans Regulierungspolitik
Überblick
- Khan, die frühere Vorsitzende der FTC (Federal Trade Commission), machte auf den erfolgreichen IPO von Figma aufmerksam und betonte, dass Start-ups größeren Wert schaffen, wenn sie unabhängig wachsen können statt von Großunternehmen aufgekauft zu werden.
- Khan teilte auf ihrem X- (ehemals Twitter-)Account Artikel dazu sowie einen Link zum WSJ und stellte heraus, dass dieser IPO ein Beispiel dafür sei, dass M&A-Regulierung nötig sei.
Adobes Versuch, Figma zu übernehmen, und die Regulierung
- 2023 versuchte Adobe, Figma für 20 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, scheiterte jedoch an Genehmigungsproblemen bei der Europäischen Kommission und der britischen CMA (Competition and Markets Authority).
- In den USA führte die FTC eine Aufsicht über die Transaktion durch, bei der es darum ging, ob Figma ein wirksamer Wettbewerber von Adobe sei.
- Während Khan die FTC leitete, wurde gegen die Übernahme von Start-ups durch Big Tech hart vorgegangen, sodass Unternehmen stattdessen häufig auf die „Reversed Acqui-hire“-Strategie setzten: Sie holen sich nur das Schlüsselpersonal und lizenzieren die Technologie.
- Auch nach Khans Rücktritt von der FTC hält dieser Trend zu Reversed Acqui-hire an.
Khans Regulierungsphilosophie und ihr Plädoyer
- Khan betonte trotz Kritik aus der Tech-Branche, dass nur wenige Transaktionen tatsächlich erneut regulatorisch überprüft werden.
- Für Gründer entstehe mehr Chancen und mehr Kontrolle, wenn es 6 bis 8 potenzielle Käufer gebe.
- Nach der US-Präsidentschaftswahl 2025 wurde Khan vom Präsidenten Biden berufen, die FTC zu leiten, trat aber mit dem Amtsantritt von Trump zurück.
- Khan nannte den Figma-Börsengang ein „Sieg“-Beispiel für die Legitimation ihrer Politik und bewertete ihn als „Sieg für Beschäftigte, Investoren, Innovation und die Öffentlichkeit“.
Gegenpositionen
- Khans Kritiker vertreten die Ansicht, Figma's IPO-Erfolg beruhe nicht auf Regulierung, sondern auf „außerordentlichem Wachstum und Innovation“.
- Der Wedbush-Securities-Analyst Dan Ives betonte in einem Interview, dass „Figma nicht wegen der FTC oder Khan erfolgreich geworden sei, sondern wegen seines innovativen Wachstums“.
Fazit
- Die Figma-IPO hat wichtige Auswirkungen auf M&A-Prüfungen und die Politik für das Start-up-Ökosystem.
- Lina Khan unterstreicht die Bedeutung der Regulierung, während einige Führungskräfte der Tech-Branche die Innovationsstärke der Marktteilnehmer betonen.
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