- CARA ist ein hochpräziser Roboterhund, der sich durch den Einsatz eines Seilmechanismus von herkömmlichen Ansätzen unterscheidet
- Zur initialen Positionskalibrierung durchläuft jedes Gelenk einen Homing-Prozess, bei dem es Stromänderungen erkennt, um physische Grenzpunkte zu finden
- Über drei Formelsätze – Inverse Kinematik (IK), Vorwärtskinematik (FK) und Rotationskinematik (RK) – werden Beinposition und Haltung präzise gesteuert
- Es nutzt ein Gangmuster auf Basis zyklischer Trajektorien, um natürliche Fortbewegung und weiche Bewegungen zu realisieren
- Mit einem Trotting-Gait bewegen sich diagonale Beine gleichzeitig, wodurch verschiedene Bewegungen wie Fahrtrichtung und Rotation unterstützt werden
Programmierung
Homing-Sequenz
- Der erste Schritt bei der Programmierung von CARA ist die Entwicklung einer Gelenk-Homing-Sequenz (automatische Positionskalibrierung)
- Beim Homing können mit dem absoluten Positionsencoder an jeder Gelenkmotorwelle zunächst nur relative Gelenkpositionen gemessen werden
- Zu Beginn werden die Gelenke bis an ihre physischen Grenzen gedreht, und das Erreichen dieses Punkts wird über einen Stromanstieg erkannt
- Nach Erreichen der physischen Grenze kann dem Gelenk eine absolute Position zugewiesen werden
- Dieser Prozess muss bei jedem Start zwingend einmal ausgeführt werden
Kinematik
- Zur Steuerung der Körperbewegung werden insgesamt drei Formelsätze genutzt: Inverse Kinematik (IK), Vorwärtskinematik (FK) und Rotationskinematik (RK)
- IK-Formeln: berechnen die Gelenkwinkel, um das Bein (Fußspitze oder Endeffektor) an einer gewünschten X-, Y-, Z-Position zu platzieren
- FK-Formeln: berechnen aus den aktuellen Gelenkwinkeln die X-, Y-, Z-Position des Fußes
- Bei der Trajektorienplanung wird zunächst mit FK die aktuelle Position berechnet, dann werden intermediäre Waypoints bis zum Zielpunkt bestimmt (unter Nutzung der Arduino-RAMP-Bibliothek), und für jeden Waypoint werden per IK die Gelenkwinkel berechnet
- RK-Formeln: werden verwendet, um die Fußpositionen zu berechnen, die für Rotationen des Körpers um Roll-, Pitch- und Yaw-Achse erforderlich sind
- Auf Basis der mit RK berechneten Fußpositionen werden anschließend erneut per IK die Winkel bestimmt
- Eingesetzt für Haltungsregelung (Pose Control) und Stabilitätserhalt; dies ermöglicht dem Roboter Drehbewegungen des Körpers auf der Stelle und trägt zum Balancieren bei
Gang
- Der Gang von CARA verwendet eine schrittbasierte Trajektorie auf Basis einer Zykloide und erzielt dadurch weiche und realistische Bewegungen
- Dreieckige und rechteckige Schritttrajektorien wurden ebenfalls getestet, waren jedoch in Bezug auf Sanftheit, Umgehung von Hindernissen durch die Beine und natürliches Bewegungsverhalten unterlegen
- Der Hauptgang ist ein Trotting-Gait (gleichzeitige Bewegung diagonaler Beine); die Bewegung besteht aus Swing-Phase (vorwärts in der Luft) und Stance-Phase (rückwärts schieben am Boden)
- Während des Gangs werden Swing- und Stance-Phase abwechselnd zwischen diagonalen Beinpaaren wiederholt, wodurch ein kontinuierlicher Schrittzyklus entsteht
- Beim Gehen in andere Richtungen als vorwärts und rückwärts bleibt das Trotting-Muster erhalten, lediglich der Schrittwinkel der Beine wird verändert
- Bei Rotationen macht ein Beinpaar Schritte nach außen, das andere nach innen, wodurch Kurvenbewegungen oder Rotation auf der Stelle möglich werden
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