- Es wurde ein vollständiges VR-System für Ratten entwickelt, mit dem echte Ratten den Klassiker DOOM steuern und erkunden können
- Das System besteht aus einer bewegungserfassenden Kugel, einem Panorama-Headset, einem Eingabe-Trigger und einer Belohnungsschaltung; die gesamte Hardware und Software wurde als Open Source veröffentlicht
- Die zweite Version (V2) wurde unter anderem mit präziseren Sensoren, einem AMOLED-Display mit 180° Sichtfeld und modularen 3D-gedruckten Bauteilen verbessert
- Python-basierte Steuerungssoftware verarbeitet in Echtzeit Bewegung, Belohnung und Spielintegration über die Kommunikation zwischen Raspberry Pi und PC
- Die Ratten erkundeten tatsächlich den virtuellen Raum und führten Schussaktionen aus, was neue Möglichkeiten für die Erforschung tierischen Verhaltens und die Entwicklung interaktiver Systeme zeigt
Projektüberblick
- Es wurde eine maßgeschneiderte VR-Umgebung aufgebaut, damit Ratten DOOM spielen können
- Komponenten: bewegungserfassende Laufkugel, Panorama-Headset, Eingabe-Trigger, Belohnungsschaltung
- Alle Teile werden zusammen mit 3D-Druckvorlagen, Schaltplänen, Firmware und Steuerungssoftware als Open Source bereitgestellt
- Die erste Version (V1) wurde in New York entwickelt und erlaubte nur ein einfaches Training zum Laufen durch Korridore; in V2 entwickelte sie sich zu einem vollständig modularen System weiter
- Metallteile wurden in Zusammenarbeit mit SZURWIN KFT entworfen und gefertigt
Vergleich von V1 und V2
- V1
- Nur grundlegende Kugelstruktur und Training für Vorwärtsbewegung möglich
- Einfache Sensorik und Mechanik, kein Panoramadisplay
- V2
- Neuer Kugelantriebsmechanismus für flüssige Bewegungen
- AMOLED-Display mit 180° horizontalem und 80° vertikalem Sichtfeld
- Aufgerüstete Sensoren für präzise Bewegungserfassung
- Verbessertes Belohnungssystem mit integriertem Mischer
- Modulare 3D-gedruckte Bauteile und verbesserte elektronische Stabilität
- Aufgrund des Alters der Ratten wurde keine vollständige Verhaltensvalidierung durchgeführt, das System selbst funktionierte jedoch ordnungsgemäß
Hardware-Aufbau
- Gesamtstruktur
- Besteht aus einer kugelförmigen Laufplattform zur Erfassung der Rattenbewegung, einem Trigger zum Schießen, einem Panoramabildschirm und einem Zuckerwasser-Belohnungssystem
- Alle Geräte sind auf einem modularen Aluminiumrahmen montiert und bilden eine eigenständige Experimentierumgebung
- Visuelle Schnittstelle
- Faltbares AMOLED-Headset, das den Kopf der Ratte umschließt, ohne den Raum für die Schnurrhaare zu beeinträchtigen
- Luftdüsen nahe den linken und rechten Schnurrhaaren, um Spielereignisse wie Wandkollisionen zu vermitteln
- Einschließlich Belohnungs-Ausgaberöhrchen und Steckplatz für einen kleinen Lautsprecher
- Bewegungserkennung
- Optische Sensoren an der frei rotierenden Kugel verfolgen die Bewegung und wandeln sie in Spielbewegungen um
- Mit motorgetriebener Funktion kann während des Trainings ein Pfad simuliert werden
- Trigger-Eingabe
- Hebelartiges Schussgerät, das die Ratte mit den Vorderpfoten zieht, mit Feder und Drehgeber
- Schrittmotor ermöglicht automatische Demonstrationen und unterstützt damit das Training, das visuelle Reize mit Bewegungen verknüpft
- Belohnungssystem
- Präzise Abgabe von Zuckerwasser in 10-μL-Einheiten, gesteuert durch Pumpe, Drucksensor und Magnetventil
- Ein Mischer hält die Konzentration konstant und liefert sofortige, mit Spielereignissen synchronisierte Belohnungen
- Einschränkungen
- Je nach Größe oder Temperament der Ratte müssen Trigger-Position und Belohnungsfluss angepasst werden
Software-Architektur
- Python-basiertes modulares Steuerungssystem verwaltet den gesamten Regelkreis
- Hauptfunktionen: Bewegungserfassung, Kugelsteuerung, Trigger-Erkennung, Belohnungsverteilung, DOOM-Integration, Trainingslogik
- Mit der ViZDoom-Umgebung gekoppelt, um eine Echtzeit-Steuerung des Verhaltens im geschlossenen Regelkreis auszuführen
- TCP-Kommunikation zwischen PC und Raspberry Pi
- Pi: Sensorablesung, Kugelantrieb, Belohnungssteuerung
- PC: Spielausführung, Datenverarbeitung, Senden von High-Level-Befehlen
- Alle Komponenten können im manuellen oder automatischen Modus betrieben werden; die Parameter werden im Python-Code festgelegt
- Einschränkungen
- Es gibt keine automatische Kalibrierung, daher müssen Sensorausrichtung und Belohnungs-Timing manuell überprüft werden
- Einige Mikrocontroller-Firmware muss abhängig von Hardwareabweichungen angepasst werden
Versuchsergebnisse
- Die Ratten konnten die virtuelle Umgebung erkunden und den Schuss-Trigger betätigen
- Pro Tier war eine Eingewöhnungszeit von etwa 2 Wochen erforderlich
- Vollständiges fortgeschrittenes Training ist noch nicht abgeschlossen, aber bei Systembeteiligung und Reaktionsfähigkeit wurden positive Ergebnisse bestätigt
- Einschränkungen
- Es fehlen Untersuchungen zu Langzeittraining und Variabilität zwischen Individuen
- Die Auswirkungen der VR-Exposition auf die Gesundheit der Ratten erfordern weitere Forschung
Nächste Schritte
- Ein Rat VR Build Guide ist in Arbeit, und interessierten Forschenden oder Makerinnen und Makern wird Unterstützung beim Aufbau angeboten
- YoloRun.Capital investiert in solche kreativen und experimentellen Projekte
- Neue Ideenvorschläge sind willkommen
Team
- Viktor Tóth – verantwortlich für das Training der Ratten
- Sándor Makra – Elektronikdesign
- Ákos Blaschek – verantwortlich für Dokumentation und Open-Source-Bereitstellung
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