- Erfahrungsbericht darüber, den internen Speicher des M4 Pro Mac mini selbst aufzurüsten und ihn für weniger als die Hälfte der offiziellen Apple-Upgrade-Kosten auf 4 TB zu erweitern
- Mit dem 4-TB-DIY-Upgrade-Kit für 699 US-Dollar von M4-SSD lässt sich die vorhandene 512-GB-SSD günstig gegen eine größere Kapazität austauschen
- Der Upgrade-Prozess ist nicht schwierig, wenn man Erfahrung mit dem Zerlegen von Laptops hat, aber beim Entfernen der Bodenabdeckung und beim Trennen des Power-Button-Anschlusses ist Vorsicht nötig
- Eine DFU-(Device Firmware Update)-Wiederherstellung ist zwingend erforderlich und wird nicht nur auf Apple-Silicon-Macs, sondern auch auf einigen Intel-T2-Macs unterstützt
- Nach dem Upgrade verbessert sich die Schreibgeschwindigkeit der internen SSD, die zudem eine konstante hohe Leistung bietet und damit beim Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Apples offizieller SSD stark punktet
Überblick über das Upgrade
- Vor einigen Monaten wurde mit dem 269-US-Dollar-DIY-Kit von ExpandMacMini ein Upgrade des M4 Mac mini von 1 TB auf 2 TB durchgeführt
- Damals war beim M4 Pro Mac mini trotz vom Nutzer austauschbarem entnehmbarem Speicher kein eigenes Upgrade abseits der offiziellen Optionen möglich
- Nachdem M4-SSD ein Upgrade-Kit herausgebracht hatte, wurde das M4 Pro Mac mini 512 GB → 4 TB umgesetzt
- Das M4 Pro verwendet einen proprietären Slot, der länger ist als ein standardmäßiger 2242-NVMe-Slot, während das M4-Modell eine kürzere Slot-Struktur ähnlich der Größe 2230 nutzt
- Auf der SSD-Karte befinden sich nur Flash-Chips und die Stromversorgungsschaltung; der Storage-Controller ist in das SoC integriert
Upgrade-Prozess und Hinweise
- Das eigentliche Upgrade ist relativ einfach, aber beim Zerlegen der Bodenabdeckung muss man auf Kratzer im Aluminium, beschädigtes Plastik und Schäden am Power-Button-Anschluss achten
- Für die Demontage reichen kleine Werkzeuge auf dem Niveau eines einfachen iFixit-Kits wie ein Torx-Schraubendreher aus
- Die Speicherarchitektur des M4 Mac mini unterscheidet sich von standardmäßigem NVMe dadurch, dass der Controller im SoC integriert ist; deshalb ist nach dem Austausch zwingend eine DFU-Wiederherstellung nötig
- Dieser Vorgang kann auf Macs ab M1 oder auch auf Intel-Macs mit T2-Chip durchgeführt werden
- Verbindung mit dem mittleren Thunderbolt-Port des Mac mini herstellen, beim Anschließen des Stroms den Power-Button gedrückt halten und nach dem Fenster „Allow this device“ auf dem verbundenen Mac die DFU-Wiederherstellung starten
- Eine DFU-Wiederherstellung ist mit inoffizieller Hardware wie Hackintosh nicht möglich
Leistungsvergleich
- Die aufgerüstete 4-TB-SSD zeigt im Vergleich zur bisherigen SSD eine klar verbesserte Schreibleistung, unter anderem durch den Verteilungseffekt einer größeren Zahl an Flash-Chips
- Bei der Lesegeschwindigkeit gibt es keinen großen Unterschied; je nach Dateigröße und Zugriffsmuster zeigen sich nur kleine Abweichungen
- Externe Thunderbolt-5-NVMe-Laufwerke sind ebenfalls schnell, zeigen bei längerem Kopieren großer Datenmengen aber kurzzeitige Geschwindigkeitseinbrüche aufgrund der Grenzen des internen DRAM-Caches
- Die interne SSD hält auch bei lang andauernden Hochgeschwindigkeits-Kopiervorgängen eine konstante Geschwindigkeit
Fazit und Preisvergleich
- Das 4-TB-Upgrade-Kit von M4-SSD (rund 699 US-Dollar) ist teurer als eine normale 4-TB-NVMe-SSD (200 bis 400 US-Dollar), aber im Vergleich zu Apples offiziellem Upgrade (1.200 US-Dollar) sehr vernünftig
- Für Nutzer, die über eine Erweiterung des internen Speichers nachdenken, kann dies eine praktikable Alternative sein
Referenzlinks
2 Kommentare
Ich habe mit diesem Produkt von Technojoy ein Upgrade gemacht und es zwei Monate lang genutzt, dann ist die SSD aus unbekannten Gründen ausgefallen. Ich konnte keinen separaten Kundendienst in Anspruch nehmen und blieb auf dem Schaden sitzen. Ich hinterlasse diese Bewertung als Referenz.
Nach langem Überlegen habe ich jetzt ein Produkt von iBoff gekauft und nutze es; bislang gibt es noch keine größeren Probleme.
Hacker-News-Kommentare
Die Geschwindigkeit von SSDs fühlt sich wirklich wie ein Wunder an. Früher musste man in einem Desktop-Gehäuse 16 HDDs stripen, um gerade so 1 GB/s zu erreichen. Damals brauchte man zwei Enclosures mit je 8 Laufwerken, und die großen 4RU-Enclosures machten mit Netzteilen und Lüftern einen Höllenlärm. Heute schafft eine SSD in Fingernagelgröße über 5 GB/s und erledigt Daten und Strom über ein einziges Kabel. 4K-Video lässt sich inzwischen direkt vom Speichermedium aus der Kamera schneiden, sodass man nicht mehr wie früher ewig auf das Kopieren des Materials warten muss und deshalb als DIT unnötig lange am Set festhängt. Und soweit ich mich erinnere, kam selbst das alte 16-Drive-RAID kaum über etwa 4 TB hinaus. Mein erstes 7-Bay-RAID-0-Enclosure schaffte gerade so Avids AVR75-Encoding, und sobald auch Audio darauf lag, reichte die Geschwindigkeit nicht mehr, sodass Audio auf ein separates externes Laufwerk ausweichen musste. Moderne SSDs zu benutzen fühlt sich an wie ein Power-up
Die Latenz moderner NVMe ist wirklich erstaunlich, bis hinunter auf 20 bis 30 Mikrosekunden. NVMe ist deutlich schneller als SAS oder SATA, deshalb empfehle ich Entwicklern unbedingt, SQLite einmal auf NVMe-Storage auszuprobieren. Die Performance ist überwältigend. Bei gehosteten SQL-Lösungen wird man selbst mit viel Optimierung kaum Abfragezeiten von 20 Mikrosekunden sehen
SSDs sind nicht von sich aus so unglaublich schnell, vielmehr steckt dahinter in vielen Fällen RAM-Cache und allerlei Tricks, um TLC wie SLC wirken zu lassen. Die meisten günstigen SSDs brechen stark ein, sobald sie an die Grenzen dieser Tricks stoßen
Seit ich angefangen habe, Vintage-Macs zu restaurieren, spricht mich das noch mehr an. Bei neueren Macs, die sich auf SSD umrüsten lassen, ist der Geschwindigkeitsunterschied enorm, sodass sich selbst ein PowerMac G4 mit nur einem Laufwerkstausch wie ein Neugerät anfühlt. Auch bei alten Macs wie PowerBooks oder Classic Macs bringt es etwas, weil es viele Adapter gibt, die SD-/CF-Karten auf IDE/SCSI umsetzen. Ein wenig schade ist nur, dass damit die nostalgischen Geräusche der kleinen alten Festplatten verschwinden
Ich würde unbedingt empfehlen, das inzwischen eingestellte Intel Optane auszuprobieren, besonders die p5800x. Ich betreibe mein Betriebssystem auf Optane, und die gefühlte Performance ist wirklich beeindruckend
Ich frage mich, wie schnell man damals in solchen Setups mit 16 gestreiften HDDs Laufwerke austauschen musste, wenn man 1 GB/s erreichen wollte
Der Artikel spekuliert darüber, warum Apple den SSD-Controller in die A/M-Serien-Chips integriert, aber der Hauptgrund ist in Wahrheit die Datenintegrität. Apple hat vor etwa 15 Jahren für 500 Millionen Dollar Patente eines SSD-Controller-Unternehmens für den Enterprise-Bereich übernommen. Die Firma hieß Anobit und brachte Signalverarbeitungstechnik sowie ECC mit, um Zuverlässigkeit und Datenerhalt von NAND zu verbessern. Dazu gehörten das Erkennen von Spannungsdrift in Zellen, periodisches Refreshing und Verfahren, die Eigenschaften benachbarter Zellen ausnutzen. Durch diese Arbeit konnten Lebensdauer und Zuverlässigkeit von NAND deutlich verbessert werden
Zugehöriger Artikel
Wenn Datenintegrität wirklich wichtig ist, dann sollte APFS meiner Meinung nach auch Prüfsummen für Nutzerdaten haben. Ohne RAID kann man beschädigte Daten damit zwar nicht wiederherstellen, aber man würde das Problem wenigstens erkennen und könnte dann etwa aus Time Machine wiederherstellen. Metadaten werden redundant gespeichert und damit sicher behandelt, ähnlich wie bei ZFS.
APFS setzt Prüfsummen nur für Metadaten ein und verlässt sich bei Nutzerdaten hinsichtlich Zuverlässigkeit allein auf das ECC der Speicherhardware
Zugehöriges Dokument
Es ist auch noch nicht so lange her, dass Apple ZFS beinahe als Standard-Dateisystem für macOS eingeführt hätte. Dass daraus nichts wurde, lag wohl vor allem an Oracles Übernahme von Sun und den daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten, aber auch daran, dass man den Übergang von Festplatten zu Flash wohl schon kommen sah
Nicht nur die Haltbarkeit ist ein Vorteil, sondern auch die Performance. Apple hat durch die vertikale Integration bis hin zum SSD-Controller einen deutlich stärkeren Stack
Ich frage mich, ob Apple-SSDs bei Haltbarkeit und Zuverlässigkeit tatsächlich deutlich besser sind als die anderer Hersteller. Ich bin kein Spezialist für diese Patente oder Signalverarbeitung, habe aber früher SSD-Controller und NAND entwickelt, und ähnliche Ideen wurden von den meisten Herstellern schon eingesetzt
Moderne Flash-Controller arbeiten alle intensiv mit nutzungsabhängiger Mathematik und Signalkorrektur. Heutiges NAND hält im Grunde dank jeder Menge Mathematik durch
Aktuelle Systeme, bei denen sich RAM und Speicher nicht aufrüsten lassen, sind völlig unvernünftig. Als der M4 Mac mini erschien, kostete das Modell mit 32 GB RAM und 1 TB Speicher doppelt so viel wie das Modell mit 16 GB und 512 GB, und das vermittelt den Eindruck, als gäbe Apple den Rest des Geräts praktisch gratis dazu und verlange das Geld nur für RAM und Speicher
Beim alten Mac Pro zum Beispiel brauchte ich 8 TB SSD-Speicher. Im Angebot von Apple hätte mich das Upgrade von der standardmäßigen 1 TB SSD auf zusätzlich 7 TB 3.000 Dollar gekostet. Stattdessen habe ich eine M.2-Karte mit vier Steckplätzen und vier 2-TB-Samsung-Pro-SSDs für 1.300 Dollar gekauft und selbst eingebaut. Die eingebaute 1-TB-System-SSD war mit 6,8 GB/s sogar schneller als die neu hinzugefügten SSDs.
Auch beim Speicher verkauft OWC Module mit denselben Herstellern und Spezifikationen wie Apple. Apple verlangt 3.000 Dollar für ein Upgrade auf 160 GB RAM, bei mir reichten 1.000 Dollar
Ich habe während der Vorbestellphase gekauft, und die erste SSD ist wegen Überhitzung ausgefallen, sodass ich sie austauschen lassen musste. Diese Woche habe ich die neue eingebaut und hoffe jetzt, dass sie hält. Wichtig ist: Der Verkäufer gibt auf die SSD keinerlei Garantie. Ich hatte Glück und habe noch unter der Bedingung eines Jahres Garantie gekauft, aber inzwischen scheint es gar keine mehr zu geben. 700 Dollar sind dafür ein ziemlich großes Risiko. Zur Einordnung: Auch SSDs ohne Pro-Unterstützung waren anfangs teuer und wurden mit der Zeit günstiger, deshalb dürfte auch der Preis für Pro-Modelle noch fallen, wenn man etwas wartet
700 Dollar für 4 TB fühlt sich an, als würde man am helllichten Tag ausgeraubt
Aus dem ursprünglichen Blog zitiert: Das 699-Dollar-Upgrade auf 4 TB SSD ist sogar im Vergleich zu normalen 4-TB-NVMe-SSDs für 200 bis 400 Dollar extrem teuer
Genau wegen dieser Kultur mag ich zwar Apples Technik, nutze privat aber Linux, Windows und Android, außer wenn ich Apple beruflich wirklich brauche
Zugehöriger Link: The Cult of Mac
Wenn man vergleicht, ist es aber immer noch besser, ein bisschen ausgenommen zu werden als massiv ausgenommen zu werden
Kundenspezifische Hardware in kleinen Stückzahlen ist zwangsläufig teuer
Statt daran kompliziert herumzubasteln, ist es letztlich effizienter, einfach Apple den Aufpreis zu zahlen. Meine Zeit ist deutlich wertvoller. Wenn das nicht so ist, dann ist das eher das eigentliche Problem
Es heißt immer, die eigene Zeit sei wertvoller, als würde in der Tech-Branche jeder automatisch Spitzengehälter verdienen. Wenn man das ernsthaft durchrechnet, müsste man wohl mindestens 1.000 Dollar pro Stunde verdienen
Für eine Arbeit von 30 Minuten etwa 500 Dollar zu sparen, klingt für mich nach einem ziemlich erfreulichen Upgrade. Andererseits habe ich auch schon selbst aufgerüstet und dann ist die SSD nach ein paar Wochen kaputtgegangen, was mich anschließend noch einige Stunden extra gekostet hat
Auch dieser Ratschlag hat seine Berechtigung, aber ich persönlich hole lieber das Werkzeug raus und habe Spaß daran, echte Geräte selbst zu zerlegen
Apple bietet keinen offiziellen Service an, um den Speicher bestehender Produkte nachträglich aufzurüsten. Selbst gegen Aufpreis gibt es kein Upgrade nach dem Kauf. Wegen solcher Praktiken wird Apple am Ende meiner Meinung nach genauso wie John Deere oder Microsoft kartellrechtlich ins Visier geraten
Der Mac mini 2014 meiner Mutter war so langsam geworden, dass er fast unbenutzbar war. Der Austausch der Festplatte war extrem schwierig, aber zufällig fand ich einen Adapter, mit dem sich unter der äußeren Abdeckung eine NVMe einbauen ließ. Das Ergebnis war ein gewaltiger Geschwindigkeitsschub, fast wie eine Offenbarung, dazu habe ich gleich ein 8-GB-RAM-Modul gekauft. Trotzdem bin ich noch immer verärgert darüber, wie stark Apple seine eigenen Produkte absichtlich beschränkt hat. Es war schließlich kein billiger Computer
Realistisch gesehen ist eine externe SSD in den meisten Fällen die deutlich bessere Preis-Leistungs-Option. Sie kostet ungefähr nur die Hälfte, man muss das teure Gerät nicht öffnen, und bei Mobilität und Upgrades ist man viel flexibler. Natürlich gibt es Fälle, in denen mehr als 3 GB/s unbedingt nötig sind, aber über USB-4 sind auch bis zu 5 GB/s möglich, und das dürfte für fast alles reichen. In der Praxis müssen die meisten Daten ohnehin nur selten mit solchen Geschwindigkeiten verarbeitet werden
In China gibt es viele Werkstätten, die Mac-mini-SSDs viel günstiger aufrüsten und auch die komplette DFU-Wiederherstellung übernehmen
Aber Jeff lebt nicht in China
Ich frage mich, ob solche Werkstätten auch in den USA möglich wären oder ob Apple das sofort unterbinden würde
Nach dem Upgrade kommt man in den USA offenbar manchmal mit einem neu auf die Rückseite des SoC gelöteten CPC-ROM zurück
Das 699-Dollar-Upgrade auf 4 TB SSD ist im Vergleich zu NVMe-SSDs, bei denen normale 4-TB-Modelle 200 bis 400 Dollar kosten, auch deshalb teuer, weil der verwendete Flash-Typ den Preis stark beeinflusst. QLC ist am günstigsten, TLC etwas teurer, MLC ist kaum noch zu bekommen, und SLC ist im Allgemeinen sehr teuer, abgesehen von Sonderfällen, in denen QLC als SLC betrieben wird