- In macOS 26 Tahoe wird das neue ASIF-Festplattenabbildformat eingeführt, das bei Dateiübertragungen im Vergleich zu bisherigen Formaten eine Leistung von nahezu nativer Geschwindigkeit bietet
- ASIF überwindet die Leistungsgrenzen früherer Alternativen in virtualisierten Umgebungen und kann auch für allgemeine Festplattenabbilder verwendet werden
- Derzeit können Abbilder nur über Disk Utility oder den
diskutil-Befehl erstellt werden; in macOS Sequoia gibt es keine Erstellungsfunktion
- Reale Tests zeigen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 5–8 GB/s, womit es herkömmliche Festplattenabbilder oder die sparse-bundle-Methode übertrifft
- Allerdings kann es Kompatibilitätsprobleme mit älteren macOS-Versionen geben, daher ist bei der Einführung Vorsicht geboten
Überblick
- Das in macOS 26 Tahoe neu hinzugefügte ASIF-Festplattenabbildformat ersetzt die bisherigen langsamen Festplattenabbildformate und bietet selbst auf modernen Macs mit Apple Silicon schnelle Datei-Schreib- und Leseleistung nahe an SSD-Niveau
- Bisherige verschlüsselte sparse-Images (UDSP) zeigten selbst auf schnellen SSDs nur eine geringe Leistung von etwa 100 MB/s
Wichtige technische Eigenschaften
- ASIF-Festplattenabbilder sind APFS-Sparse-Dateien, die nicht von den Funktionen des Host-Dateisystems abhängen und nur so viel Speicherplatz belegen wie tatsächlich Daten gespeichert werden
- Die Erstellung ist derzeit auf Disk Utility und den
diskutil-Befehl in Tahoe beschränkt
- Beispielbefehl:
diskutil image create blank --format ASIF --size 100G --volumeName myVolume imagePath
- Auch die Konvertierung bestehender Festplattenabbilder wird unterstützt
- In Versionen bis einschließlich Sequoia 15.5 wird die Erstellung dieses Formats nicht unterstützt
- Beim Erstellen wird der UTI-Typ als
com.apple.disk-image-sparse ausgewiesen; das bisherige RAW-Format (UDIF read-write) verwendet com.apple.disk-image-udif
Platzeffizienz
- Beim Erstellen eines 100-GB-ASIF-Abbilds liegt die anfängliche Belegung auf dem Datenträger bei unter 1 GB und ist damit sehr sparsam
- Nach dem Hinzufügen eines zweiten Volumes und intensiver Nutzung lag die Dateigröße des Abbilds im leeren Zustand im Bereich von 1,9 bis 3,2 GB
- Ob eine Größenreduzierung (Compact) über
hdiutil unterstützt wird, ist unklar
Leistung
- Mit dem Tool Stibium wurde auf einer 2-TB-SSD die Leistung mit 160 Dateien (insgesamt 50 GB, Größen von 2 MB bis 2 GB) gemessen
- In einem 100-GB-ASIF-Abbild wurden bei unverschlüsseltem APFS 5,8 GB/s beim Lesen und 6,6 GB/s beim Schreiben erreicht
- Auf einem verschlüsselten APFS-Volume wurden 4,8 GB/s bzw. 4,6 GB/s gemessen
- Auch bei Tests auf einem anderen Mac (Mac mini M4 Pro, macOS 15.5) über Komprimierung wurde ähnlich hohe Leistung bestätigt (5,5 GB/s Lesen, 8,3 GB/s Schreiben)
Einsatz und Kompatibilität
- Apple empfiehlt, für VM-Backup-Volumes ASIF anstelle des bisherigen RAW-Formats (UDIF read-write) zu verwenden
- Die Erstellung von ASIF-Abbildern soll künftig bereits beim Anlegen von VMs unterstützt werden, ist derzeit aber nur mit dem Kommandozeilenwerkzeug
diskutil möglich
- Für Sequoia 15.5 ist die Nutzung von ASIF zwar bestätigt, eine vollständige Kompatibilität mit älteren macOS-Versionen wurde jedoch nicht veröffentlicht
Leistungsvergleich und Vorteile
- In früheren Tests war sparse bundle das schnellste Format, ASIF ist jedoch allen bisherigen Alternativen (plain/verschlüsseltes UDRW, UDSP, sparse bundle) deutlich überlegen
- Da Backup-Dateien in ASIF als einzelne Datei verwaltet werden, bietet das Format auch bei der Verwaltung Vorteile und eine klare Leistungsüberlegenheit
Fazit und Empfehlungen
- In macOS 26 Tahoe ist es sinnvoll, sowohl für VMs als auch für allgemeine Festplattenabbilder vorrangig das ASIF-Format zu verwenden
- Sofern für NAS oder andere separate Dateisysteme kein sparse bundle benötigt wird, ist ASIF für allgemeine Zwecke die beste Wahl
- Langfristig ist eine intuitivere Form der API-Nutzung wünschenswert
- Auch wichtige Tools zur Verwaltung von Festplattenabbildern (wie DropDMG) sollen bald ASIF-Unterstützung erhalten
2 Kommentare
„Microsoft veröffentlicht in letzter Zeit zunehmend Forschungsergebnisse als Open Source, aber es gibt viel Misstrauen. Apple dagegen ist immer geheimniskrämerisch und verschlossen, und trotzdem ist es in der Hacker-Community nach wie vor beliebt – das verstehe ich nicht.“
Dem stimme ich bis zu einem gewissen Grad zu, aber dafür gibt es Gründe. Bei Microsoft klaffen Worte und Taten einfach zu oft auseinander. Man hat das Gefühl, ständig hintergangen zu werden.
Es wirkt, als würden die Richtungen der Entwickler und des Managements völlig auseinanderlaufen. Dinge, die gut vorankommen, werden gefühlt mit einem einzigen „Das geht jetzt nicht mehr“ von oben abrupt beendet.
Apple ist ähnlich darin, hinter einer sauberen Fassade doch nur dem Geldgeruch hinterherzulaufen, aber es hat sich bisher noch weniger wankelmütig gezeigt.
Trotzdem finde ich es gut, dass Microsoft sich in letzter Zeit in Richtung Open Source zumindest sichtbar bemüht.
Die Randbemerkungen auf HN sind übrigens interessant. Vor allem der Teil darüber, dass Zusammenfassungen und Sätze mit Gedankenstrichen wie von einem LLM erzeugte Texte wirken.
Ich musste auch schlucken, weil ich selbst schon oft allein beim Anblick von Gedankenstrichen Müdigkeit gespürt habe, noch bevor ich überhaupt zu lesen angefangen hatte.
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