2 Punkte von GN⁺ 2025-06-13 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • In macOS 26 Tahoe wird das neue ASIF-Festplattenabbildformat eingeführt, das bei Dateiübertragungen im Vergleich zu bisherigen Formaten eine Leistung von nahezu nativer Geschwindigkeit bietet
  • ASIF überwindet die Leistungsgrenzen früherer Alternativen in virtualisierten Umgebungen und kann auch für allgemeine Festplattenabbilder verwendet werden
  • Derzeit können Abbilder nur über Disk Utility oder den diskutil-Befehl erstellt werden; in macOS Sequoia gibt es keine Erstellungsfunktion
  • Reale Tests zeigen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 5–8 GB/s, womit es herkömmliche Festplattenabbilder oder die sparse-bundle-Methode übertrifft
  • Allerdings kann es Kompatibilitätsprobleme mit älteren macOS-Versionen geben, daher ist bei der Einführung Vorsicht geboten

Überblick

  • Das in macOS 26 Tahoe neu hinzugefügte ASIF-Festplattenabbildformat ersetzt die bisherigen langsamen Festplattenabbildformate und bietet selbst auf modernen Macs mit Apple Silicon schnelle Datei-Schreib- und Leseleistung nahe an SSD-Niveau
  • Bisherige verschlüsselte sparse-Images (UDSP) zeigten selbst auf schnellen SSDs nur eine geringe Leistung von etwa 100 MB/s

Wichtige technische Eigenschaften

  • ASIF-Festplattenabbilder sind APFS-Sparse-Dateien, die nicht von den Funktionen des Host-Dateisystems abhängen und nur so viel Speicherplatz belegen wie tatsächlich Daten gespeichert werden
  • Die Erstellung ist derzeit auf Disk Utility und den diskutil-Befehl in Tahoe beschränkt
    • Beispielbefehl: diskutil image create blank --format ASIF --size 100G --volumeName myVolume imagePath
    • Auch die Konvertierung bestehender Festplattenabbilder wird unterstützt
  • In Versionen bis einschließlich Sequoia 15.5 wird die Erstellung dieses Formats nicht unterstützt
  • Beim Erstellen wird der UTI-Typ als com.apple.disk-image-sparse ausgewiesen; das bisherige RAW-Format (UDIF read-write) verwendet com.apple.disk-image-udif

Platzeffizienz

  • Beim Erstellen eines 100-GB-ASIF-Abbilds liegt die anfängliche Belegung auf dem Datenträger bei unter 1 GB und ist damit sehr sparsam
  • Nach dem Hinzufügen eines zweiten Volumes und intensiver Nutzung lag die Dateigröße des Abbilds im leeren Zustand im Bereich von 1,9 bis 3,2 GB
  • Ob eine Größenreduzierung (Compact) über hdiutil unterstützt wird, ist unklar

Leistung

  • Mit dem Tool Stibium wurde auf einer 2-TB-SSD die Leistung mit 160 Dateien (insgesamt 50 GB, Größen von 2 MB bis 2 GB) gemessen
    • In einem 100-GB-ASIF-Abbild wurden bei unverschlüsseltem APFS 5,8 GB/s beim Lesen und 6,6 GB/s beim Schreiben erreicht
    • Auf einem verschlüsselten APFS-Volume wurden 4,8 GB/s bzw. 4,6 GB/s gemessen
  • Auch bei Tests auf einem anderen Mac (Mac mini M4 Pro, macOS 15.5) über Komprimierung wurde ähnlich hohe Leistung bestätigt (5,5 GB/s Lesen, 8,3 GB/s Schreiben)

Einsatz und Kompatibilität

  • Apple empfiehlt, für VM-Backup-Volumes ASIF anstelle des bisherigen RAW-Formats (UDIF read-write) zu verwenden
  • Die Erstellung von ASIF-Abbildern soll künftig bereits beim Anlegen von VMs unterstützt werden, ist derzeit aber nur mit dem Kommandozeilenwerkzeug diskutil möglich
  • Für Sequoia 15.5 ist die Nutzung von ASIF zwar bestätigt, eine vollständige Kompatibilität mit älteren macOS-Versionen wurde jedoch nicht veröffentlicht

Leistungsvergleich und Vorteile

  • In früheren Tests war sparse bundle das schnellste Format, ASIF ist jedoch allen bisherigen Alternativen (plain/verschlüsseltes UDRW, UDSP, sparse bundle) deutlich überlegen
  • Da Backup-Dateien in ASIF als einzelne Datei verwaltet werden, bietet das Format auch bei der Verwaltung Vorteile und eine klare Leistungsüberlegenheit

Fazit und Empfehlungen

  • In macOS 26 Tahoe ist es sinnvoll, sowohl für VMs als auch für allgemeine Festplattenabbilder vorrangig das ASIF-Format zu verwenden
  • Sofern für NAS oder andere separate Dateisysteme kein sparse bundle benötigt wird, ist ASIF für allgemeine Zwecke die beste Wahl
  • Langfristig ist eine intuitivere Form der API-Nutzung wünschenswert
  • Auch wichtige Tools zur Verwaltung von Festplattenabbildern (wie DropDMG) sollen bald ASIF-Unterstützung erhalten

2 Kommentare

 
ndrgrd 2025-06-14

„Microsoft veröffentlicht in letzter Zeit zunehmend Forschungsergebnisse als Open Source, aber es gibt viel Misstrauen. Apple dagegen ist immer geheimniskrämerisch und verschlossen, und trotzdem ist es in der Hacker-Community nach wie vor beliebt – das verstehe ich nicht.“

Dem stimme ich bis zu einem gewissen Grad zu, aber dafür gibt es Gründe. Bei Microsoft klaffen Worte und Taten einfach zu oft auseinander. Man hat das Gefühl, ständig hintergangen zu werden.
Es wirkt, als würden die Richtungen der Entwickler und des Managements völlig auseinanderlaufen. Dinge, die gut vorankommen, werden gefühlt mit einem einzigen „Das geht jetzt nicht mehr“ von oben abrupt beendet.
Apple ist ähnlich darin, hinter einer sauberen Fassade doch nur dem Geldgeruch hinterherzulaufen, aber es hat sich bisher noch weniger wankelmütig gezeigt.

Trotzdem finde ich es gut, dass Microsoft sich in letzter Zeit in Richtung Open Source zumindest sichtbar bemüht.

Die Randbemerkungen auf HN sind übrigens interessant. Vor allem der Teil darüber, dass Zusammenfassungen und Sätze mit Gedankenstrichen wie von einem LLM erzeugte Texte wirken.
Ich musste auch schlucken, weil ich selbst schon oft allein beim Anblick von Gedankenstrichen Müdigkeit gespürt habe, noch bevor ich überhaupt zu lesen angefangen hatte.

 
GN⁺ 2025-06-13
Hacker-News-Kommentare
  • Es wird vermutet, dass das von Apple neu vorgestellte ASIF ein proprietäres Disk-Image-Format ist, ähnlich wie qcow2.
  • Der Witz am Namen des Disk-Formats "Asif" ist wohl, dass er so klingt wie „as-if“, also so tut, als wäre es eine echte Disk.
    • Dabei wird auch erwähnt, dass der Name der TV-Serie Andor ebenfalls lustig sei.
  • Ich habe den ganzen Artikel überflogen und habe eine Frage. Ich nutze ein Sparse-Disk-Image, das auf einem NAS (Linux) erstellt wurde, im macOS-APFS-Dateisystemformat als Backup. Ich frage mich, ob das mit dem neuen ASIF-Format unter macOS Tahoe schneller und besser werden könnte und ob es Probleme geben würde, wenn das Image auf dem NAS gespeichert wird.
  • Die Benchmark-Ergebnisse wirken seltsam, weil ASIF auf einem M3/4 getestet wurde, die anderen Formate aber auf einem M1, was verwirrend ist.
  • Schade ist, dass Apple neue Produkte, Datenformate, Kabel oder CPUs herausbringt und es dazu kaum oder gar keine öffentlichen Dokumente gibt. Hacker reverse engineeren das zwar schnell, aber ich halte das für unnötige Mühe. Microsoft veröffentlicht in letzter Zeit zunehmend Forschungsergebnisse als Open Source, genießt aber viel Misstrauen. Andererseits ist Apple immer geheimniskrämerisch und geschlossen und wird in der Hacker-Community trotzdem weiterhin geliebt, was ich nicht verstehe.
  • Ich frage mich, ob dieses neue Format die Geschwindigkeit von VM-basierter Software wie Docker for Mac erhöhen könnte. Es weckt die Hoffnung, dass es zentrale Beschwerden lösen könnte.
  • Ich wünsche mir dringend ein dokumentiertes Disk-Image-Format.
    • Das einzige Format, das ich gefunden habe und das wirklich ordentlich dokumentiert ist, ist qcow2 (offizielle qcow2-Dokumentation). Es ist aber oft nicht das am besten geeignete Tool. Die meisten Formate haben nur einen Header und eine geschlossene Struktur, die nur mit bestimmten Tools funktioniert.
    • Empfohlen werden mehrere Disk-Image-Formate: ISO 9660(Link), VMDK(Link), Amiga(Link), UDF(Link), Apple Disk Image(Link)
    • Es wird auch auf offizielle Dokumentation zu ext4 hingewiesen (ext4-Dateisystemdokumentation).
  • Ich freue mich zu hören, dass dieses Format eher auf Virtualisierung (VM) ausgerichtet ist als auf eine Migration von HFS+ zu APFS.
    • Es wird erklärt, dass das zwei völlig unterschiedliche Bereiche sind. Hervorgehoben wird auch, dass sich innerhalb eines ASIF-Images ein APFS-Volume erstellen lässt.
  • Es wird eine Erfahrung geteilt, wie interessant es war, ein APFS-sparsebundle auf einem NAS zu speichern, per NFS zu mounten und wie ein lokales Volume zu verwenden. Die Performance ist zwar etwas schlechter, aber für die Nutzung von APFS auf Netzwerkspeicher scheint es eine bessere Wahl als iSCSI zu sein. Das neue Format weckt Erwartungen auf bessere Performance.
    • Eigentlich ist das nicht überraschend, weil auch Time Capsule sparsebundles über das Netzwerk mountet, aber man vermutet, dass die Performance des neuen Formats ebenfalls besser sein dürfte.
  • Es wird gefragt, ob jemand die Spezifikation dieses neuen Formats gefunden hat.