Datenschutztipp der Washington Post: Chrome nicht mehr verwenden und Meta- sowie Yandex-Apps löschen
(tech.slashdot.org)- Der Technik-Kolumnist der Washington Post berichtet, dass Meta und Yandex die Sicherheitsmechanismen von Android umgangen und über Monate hinweg Nutzerdaten gesammelt haben
- Forschende fanden heraus, dass keine Einstellung die Datensammlung verhindern konnte
- Der Chrome-Browser blockiert die meisten Formen von Cross-Site-Tracking nicht und ist daher aus Datenschutzsicht anfällig
- Meta- und Yandex-Apps können bei Installation auf dem Smartphone auf noch mehr sensible Informationen zugreifen
- Auch ohne installierte Meta-App kann Meta Nutzeraktivitäten im gesamten Web verfolgen
Überblick
Ein Technik-Kolumnist der Washington Post weist darauf hin, dass Meta (Facebook, Instagram) und Yandex die Sicherheits- und Datenschutzmechanismen von Android-Geräten umgangen und über längere Zeit heimlich Nutzerdaten gesammelt haben. Laut der Studie konnte keine Einstellung die Datenerfassung vollständig verhindern, und beide Unternehmen umgingen zudem Schutzmaßnahmen, die Google für Android eingerichtet hatte.
Datenschutzschwachstellen bei der Nutzung des Chrome-Browsers
- Die Studie zeigt, dass der Chrome-Browser Cross-Site-Tracking häufig nicht blockiert, wodurch das Risiko besteht, dass personenbezogene Informationen offengelegt werden
- Mozilla Firefox, Brave und der DuckDuckGo-Browser blockieren viele Tracking-Methoden wirksam, und auch Safari bietet insgesamt starke Schutzfunktionen
- Allerdings bietet kein Browser vollständige Sicherheit, und auch Firefox ist unter Android teilweise dieser Datensammlung ausgesetzt
- DuckDuckGo und Brave blockieren laut Untersuchung den Großteil des problematischen Datensammlungsprozesses
Löschen von Meta- und Yandex-Apps empfohlen
- Wenn Meta- und Yandex-Apps auf dem Smartphone installiert sind, wird empfohlen, sie zu löschen
- Diese Apps können auf deutlich umfassendere sensible Informationen als Websites zugreifen, darunter ungefähre Standortdaten, den Akkustand und Informationen über andere Geräte, die mit dem Heim-WLAN verbunden sind
- Dieser Informationszugriff bedeutet für Nutzer das Risiko zusätzlicher Offenlegung und Eingriffe in die Privatsphäre, die sie möglicherweise nicht wünschen
Tracking-Risiko besteht auch ohne installierte Apps
- Selbst wenn Meta-Apps wie Facebook oder Instagram weder genutzt noch installiert werden, kann Meta weiterhin Verhaltensdaten von Nutzern im gesamten Web sammeln
- Über in Websites eingebettete Tracking-Pixel oder andere Identifizierungsmethoden können Nutzeraktivitäten erfasst werden
Fazit und Handlungsmöglichkeiten für Nutzer
- Es wird betont, dass Browser-Sicherheitsfunktionen allein keinen vollständigen Datenschutz gewährleisten und dass manche Apps für unbeabsichtigte Informationszugriffe missbraucht werden können
- Als praktische Maßnahmen werden die Nutzung eines datenschutzorientierten Browsers wie Brave statt Chrome, das Löschen von Meta- und Yandex-Apps und die Minimierung von Web-Tracking empfohlen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
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Sorge darüber, was die übrigen Apps tun werden, sobald dieser Trick bekannt ist; solange nicht alles vollständig behoben wird, einschließlich der System-WebView, werde jede Menge spywareartige Apps aus dem Play Store diese Methode missbrauchen, um Nutzer zu verfolgen; zudem wird kritisiert, Google habe bereits vor Monaten einen Hinweis erhalten, dass Apps ohne Berechtigung die komplette Liste installierter Apps eines Nutzers einsehen können, aber überhaupt nicht reagiert; daraus folgt die Position, Google interessiere sich überhaupt nicht für die Privatsphäre der Nutzer; unter solchen Umständen sei ein iPhone, GrapheneOS oder gar kein Smartphone die bessere Wahl
Meinung, die Angriffsmethode noch nicht richtig zu verstehen; ausgehend von der Formulierung im Washington-Post-Artikel „Millions of websites contain a string of computer code from Meta that compiles your web activity. It might capture the income you report to the government, your application for a student loan and your online shopping.“ wird mit Erstaunen gefragt, ob das bedeute, dass Meta den gesamten HTTPS-Webinhalt im Klartext sehen und hochladen könne; nach bisherigem Verständnis werde doch eher nur verfolgt, welche Seiten besucht wurden, nicht aber sämtliche Daten auf der Seite
Überlegung, ob sich das steuerlich geltend machen lässt, wenn die Firma die Nutzung von Chrome erzwingt; falls man als Contractor gezwungen ist, Chrome und ein Mobilgerät zu verwenden, wird gefragt, ob man dann ein separates Arbeits-Smartphone absetzen kann; verbunden mit dem Unmut, beides nicht auf einem iPhone haben zu wollen; jedenfalls der ehrliche Wunsch, auf irgendeine Weise etwas zurückzubekommen
Ein 30 Monate alter Artikel, aber vermutlich habe sich die Menge an Online-Trackern von Google nicht verbessert Referenzartikel
Jemand nutzt Zen Browser (FF) zusammen mit Windows und synchronisiert mit Firefox (iOS), was gut funktioniere; für M365-bezogene Arbeit werde Edge genutzt, für Webentwicklung weiterhin Chrome; allerdings bestehe Unsicherheit, wohin man für die Webentwicklung von Chrome wechseln sollte
Kürzlich das Problem erlebt, dass sich PDFs in Chrome nicht direkt herunterladen ließen, nur in Firefox; in Chrome sei nur das Speichern auf Drive (Cloud) möglich gewesen
Frage nach einem Tipp, wie man WhatsApp ohne installierte App nutzen kann
Vorschlag, auch Alexa nicht mehr zu nutzen, mit der scherzhaften Bemerkung, dass so etwas in der Zeitung von Bezos natürlich nicht stehen werde