- Ein Forschungsteam von JAMSTEC in Japan hat neuartiges transparentes Papier als Ersatz für Plastik entwickelt.
- Es wird auf Basis von Cellulose hergestellt, ist biologisch abbaubar und wird durch Mikroorganismen zu Wasser und Kohlendioxid zersetzt.
- Das Material ist sehr robust und hat daher großes Potenzial für den Einsatz in verschiedenen Behältern wie Bechern oder Strohhalmen.
- Ein wesentlicher Vorteil gegenüber bisherigem transparentem Papier ist, dass es selbst in der Tiefsee innerhalb von vier Monaten nahezu vollständig abgebaut wird.
- Bei Einführung eines Massenproduktionsverfahrens lägen die CO2-Emissionen bei etwa der Hälfte von Plastik, die Produktionskosten jedoch voraussichtlich beim Dreifachen von normalem Papier.
Forschungshintergrund und innovative Entwicklung
- Die japanische Agentur für Meeres- und Erdwissenschaften und Technologie (JAMSTEC) und mehrere Forschungsteams haben dicke, transparente Papierbögen aus Cellulose entwickelt, die aus pflanzlicher Biomasse gewonnen wird.
- Das entwickelte Papier gilt als vielversprechendes Material, das Plastik ersetzen könnte, und wird insbesondere als Alternative zu Plastik gesehen, das maßgeblich zur Meeresverschmutzung beiträgt.
Herstellungsverfahren und zentrale Eigenschaften
- Cellulosepulver, das aus Fasern auf der Oberfläche von Baumwollsamen gewonnen wurde, wurde in einer wässrigen Lithiumbromid-Lösung gelöst, bei hoher Temperatur in einen Gelzustand überführt und anschließend durch Formgebung und Trocknung zu Papier verarbeitet.
- In Form von Bechern und Strohhalmen zeigt dieses Papier eine Festigkeit auf dem Niveau von Polycarbonat.
- Nanometergroße Fasern sind dicht gebündelt, sodass Licht ohne Streuung hindurchtritt; dadurch ist selbst bei einer Dicke von 0,7 mm ein weit entfernter Hintergrund klar erkennbar.
- Es ist sehr flexibel und behält zugleich seine Transparenz.
Bewertung von biologischer Abbaubarkeit und Umwelteinfluss
- Um die biologische Abbaubarkeit im Meer zu überprüfen, wurden die Bögen in unterschiedlichen Tiefen eingetaucht und der Grad der Zersetzung durch Mikroorganismen beobachtet.
- In größeren Tiefen ist die Zersetzung wegen der geringeren Zahl an Mikroorganismen langsamer, doch selbst in 757 m Tiefe wurde bestätigt, dass der Großteil innerhalb von vier Monaten abgebaut wird.
Marktpotenzial und Grenzen
- Bisher galten gewöhnliche Papierverpackungen als Alternative zu Plastikbehältern, waren bei Verbraucherinnen und Verbrauchern jedoch weniger beliebt, weil der Inhalt nicht sichtbar ist.
- Transparentes Papier könnte dieses Problem lösen, setzt jedoch die Einführung von Massenproduktionstechnologie und den Bau von Fabriken voraus.
- Auf Basis einer Pilotanlage werden die Produktionskosten auf etwa das Dreifache von normalem Papier geschätzt, während die CO2-Emissionen im Vergleich zu Plastikverfahren bei rund 50 % liegen sollen.
Einschätzung von Fachleuten
- Professor Nogi von der Osaka University betonte: „Es gab auch früher verschiedene Arten von transparentem Papier, aber dass die biologische Abbaubarkeit in der Tiefsee nachgewiesen wurde, ist der größte Unterschied dieser Entwicklung.“
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Transparenz ist nicht der Grund, warum wir so viel Plastik verwenden; bevorzugt wird es, weil es leicht ist und sich nicht zersetzt. Gerade weil es Tausende Jahre überdauern kann, lassen sich Lebensmittel lange lagern, und ohne Sorge vor Regen und Wind wird Plastik für viele Bauteile eingesetzt. Was wir brauchen, ist die Entwicklung neuer Materialien, die sich im normalen Lebensumfeld nahezu gar nicht zersetzen, sich aber bei bestimmten Bedingungen wie Chemikalien, Temperatur oder Druck schnell abbauen.
„Old is new again?“ – dazu wurden Wiki-Links zu früheren Materialien wie Zelluloid und Zellophan geteilt: Celluloid Cellophane
Manche Länder werfen ihren Müll einfach ins Meer, und es wirkt absurd, dass man sich statt auf die Lösung dieses grundlegenden Problems darauf konzentriert, besseren Müll herzustellen.
Es wurde argumentiert, dass Erdöl und andere ölbasierte Kernmaterialien eigentlich eher für die Herstellung solcher Produkte genutzt werden sollten als für Energie. In Bereichen, in denen Ersatz schwierig ist – etwa Industrie oder Medizin – sollte Öl eingesetzt werden, während Strom und Ähnliches durch saubere Energie wie Solar, Wind und Kernkraft ersetzt werden sollten. Das würde den Gesamtnutzen für die Menschheit erhöhen.
Es wurde die Notwendigkeit einer neuen Stoffklasse erwähnt, die ähnliche Eigenschaften wie Plastik hat, aber nicht Tausende Jahre bestehen bleibt und nicht unrecycelbar ist.
Die Einschätzung: „Tüten sind okay, Becher auch, aber Strohhalme sind wirklich schlecht.“
Es wurde die wissenschaftliche Erklärung zitiert: „Papierbögen werden transparent, weil sich extrem feine Fasern im Nanometerbereich dicht überlagern, sodass Licht direkt hindurchtreten kann.“ Dabei wurde gefragt, wie diese Fasern angeordnet werden.
„Endlich solche Nachrichten – das freut mich sehr“, hieß es.
Es überrascht nicht, dass in Japan fast alles in Plastik verpackt ist. In anderer Hinsicht war das Land deutlich fortschrittlicher als die USA, aber bei Plastikverpackungen ist das enttäuschend.