- In einem Labor in Maryland wurde eine Technologie für Holz entwickelt, das stärker ist als Stahl
- InventWood treibt die Kommerzialisierung dieser Technologie voran und will im kommenden Sommer die erste Charge von Superwood produzieren
- Superwood verstärkt Zellulose und besitzt revolutionäre Eigenschaften in Bezug auf Festigkeit und Haltbarkeit
- Dank der Class-A-Brandschutzklassifizierung und seiner Langlebigkeit gilt es als vielversprechendes Baumaterial
- Künftig soll der Einsatzbereich bis auf zentrale tragende Bauteile von Gebäuden ausgeweitet werden
Überblick
- InventWood ist ein Startup, das eine bahnbrechende Holzverstärkungstechnologie kommerzialisiert, die vom Materialwissenschaftler Liangbing Hu an der University of Maryland entwickelt wurde
- 2018 entwickelte Professor Hu ein Verfahren, um gewöhnliches Holz durch mehrere Behandlungsschritte in ein Material zu verwandeln, das stärker ist als Stahl
- Anfangs war dies nur ein Labordurchbruch, doch Hu verbesserte die Produktionsgeschwindigkeit über mehrere Jahre hinweg erheblich, sodass nun eine Massenproduktion innerhalb weniger Tage möglich ist
- Die Technologie wurde offiziell an InventWood lizenziert und ist bereit für die Kommerzialisierung
Kommerzialisierung und Eigenschaften von Superwood
- InventWood plant, ab diesem Sommer die erste kommerzielle Charge von Superwood zu produzieren
- Zunächst liegt der Fokus auf Fassadenverkleidungen, langfristig soll der Einsatz jedoch bis hin zu Gebäudestrukturen ausgeweitet werden
- Da weltweit 90 % der Emissionen im Bauwesen aus Beton und Stahl stammen, ist das Material als umweltfreundliche Alternative von großer Bedeutung
- In einer Series-A-Finanzierungsrunde wurden 15 Millionen US-Dollar eingesammelt; zu den wichtigsten Investoren zählen die Grantham Foundation, Baruch Future Ventures, Builders Vision und Muus Climate Partners
Technisches Prinzip von Superwood
- Superwood basiert auf gewöhnlichem Holz, das aus Zellulose und Lignin besteht
- Zellulose-Nanostrukturen besitzen noch höhere Festigkeit als Carbonfasern
- Herstellungsprozess
- Mit Chemikalien aus der Lebensmittelindustrie wird ein Teil der molekularen Struktur des Holzes verändert
- Durch Kompression werden die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Zellulosemolekülen stark erhöht
- Wird das ursprüngliche Holz auf mehr als das Vierfache verdichtet, entstehen nicht nur mehr Fasern pro Volumen, sondern zusätzliche Bindungen, wodurch die tatsächliche Festigkeit um mehr als das Zehnfache steigt
- Das Ergebnis: Superwood erreicht eine 50 % höhere Zugfestigkeit als Stahl und eine zehnfach höhere Festigkeit bezogen auf das Gewicht
- Es bietet höchste Feuerbeständigkeit (Class A) sowie ausgezeichnete Fäulnis- und Insektenresistenz
- Mit Polymerimprägnierung kann es auch stabil für Außenpaneele, Terrassen und Dächer eingesetzt werden
Visueller und wirtschaftlicher Wert
- Beim Verdichten des Materials wird die Farbe intensiviert, wodurch eine attraktive Optik entsteht, die an teure tropische Harthölzer erinnert
- Künftig sollen mithilfe von Holzchips auch tragende Balken in verschiedenen Formaten hergestellt werden
- Auch ohne zusätzliche Nachbearbeitung oder Beschichtung werden hohe Qualität und eine edle Optik gewährleistet
- Reale Muster zeigen auf natürliche Weise die charakteristischen Farbtöne teurer Holzarten wie Walnuss oder Ipe
Fazit
- Superwood von InventWood schafft gegenüber herkömmlichen Baustoffen innovative Vorteile bei Umweltfreundlichkeit, Festigkeit, Haltbarkeit und Design
- Es handelt sich um ein Holzmaterial der nächsten Generation, das sich künftig als Ersatz für traditionellen Stahl und Beton etablieren könnte
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