Studie zeigt: Tintenfische "sprechen" mit ihren Armen
(scienceblog.com)-
Tintenfische „kommunizieren“ miteinander, indem sie mit ihren Armen Signale senden. Das Forschungsteam identifizierte vier zentrale Gesten (Up, Side, Roll, Crown), die bei erwachsenen Tieren und Jungtieren ähnlich auftraten.
-
Diese Armbewegungen werden als eine Art „arm wave signs“ bezeichnet und werden nicht nur visuell, sondern auch über Unterwasservibrationen übertragen. Es handelt sich also um eine multisensorische Form der Kommunikation.
-
Die Signale folgen bestimmten Mustern und dauern mehrere Sekunden an; mehrere Bewegungen können auch in Folge miteinander kombiniert werden.
-
Das Forschungsteam definierte durch Beobachtung die genaue Form und die Merkmale der vier Gesten. Auch Veränderungen der Hautfarbe traten begleitend auf.
-
Je nach Ausrichtung nach oben oder unten zeigten sich Unterschiede in der Reaktion, was auf ein Reaktionsmuster hindeutet, das der menschlichen Gesichtserkennung ähnelt.
-
Experimente bestätigten Wahrnehmung nicht nur über das Sehen, sondern auch über Unterwasservibrationen. Auf originale Vibrationsaufnahmen reagierten die Tiere stärker, was zeigt, dass auch physische Sinnesreize zur Kommunikation genutzt werden.
-
Diese Kommunikation über zwei Kanäle (visuell + physische Sinnesreize) scheint über das Seitenlinienorgan (lateral line) und das Statocyst wahrgenommen zu werden; darin zeigt sich eine evolutionäre Ähnlichkeit zur audio-visuellen Kommunikation bei Wirbeltieren.
-
Die genaue Bedeutung dieser Signale ist noch unklar, sie wurden jedoch in verschiedenen Situationen wie Paarung, Jagd und Verteidigung beobachtet. Je nach Kontext könnten sie multifunktional eingesetzt werden.
-
Die Studie weist auf die Möglichkeit komplexer Kommunikation bei marinen Wirbellosen hin und liefert neue Erkenntnisse über die Intelligenz und Sinneswahrnehmung von Tintenfischen.
-
Künftig will das Forschungsteam auf Basis dieser Entdeckung die evolutionären Prinzipien der Kommunikation zwischen verschiedenen Arten untersuchen.
1 Kommentare
Ich hätte gedacht, dass eine Kommunikation innerhalb derselben Art, wenn sie nicht in Gruppen lebt, nur zur Paarung genutzt wird – deshalb finde ich das ziemlich faszinierend.