Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
(medium.com)- Der Autor beleuchtet den Unterschied zwischen seinem Vater, der 30 Jahre lang in einem Unternehmen gearbeitet hat, und der Tech-Branche mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von unter 3 Jahren
- Die in der Tech-Branche oft anzutreffende übermäßige Loyalität gegenüber dem Unternehmen ist in Wirklichkeit häufig eher eine vorübergehende und transaktionale Beziehung
- Es werden vier zentrale Kriterien zur Bewertung eines guten Arbeitgebers vorgestellt: angemessene Bezahlung, Umgang mit Mitarbeitenden, finanzielle Stabilität, Offenheit für neue Ansätze
- Es wird dazu aufgerufen, dem Mythos „Unternehmen = Familie“ mit Skepsis zu begegnen und psychische Gesundheit, Beziehungen und persönliche Werte nicht zu opfern
- Echte Loyalität hat nur dort Bedeutung, wo ein Arbeitsplatz gegenseitigen Respekt, Unterstützung beim Wachstum und ein ausgewogenes Leben bietet
Der Unterschied zwischen der Loyalität des Vaters und der in der Tech-Branche
- Der Vater des Autors war 30 Jahre lang bei demselben Arbeitgeber
- In der Tech-Branche liegt die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit dagegen unter 3 Jahren, und Jobwechsel sind zu einer normalen Kultur geworden
- Viele Menschen loben ihr Unternehmen, aber die Realität ist, dass sie am Ende für bessere Bedingungen gehen
Vier Kriterien zur Bewertung eines Arbeitgebers
1. Zahlt das Unternehmen angemessen?
- Wenn kein Gehalt über dem Marktdurchschnitt geboten wird, ist das für beide Seiten Zeitverschwendung
- Über Gehaltsinformationen sollte man sich ehrlich und offen Klarheit verschaffen
2. Respektiert das Unternehmen seine Mitarbeitenden und behandelt es sie gut?
- Auf Glassdoor oder Twitter Bewertungen und Erfahrungsberichte analysieren
- Wenn es konsistente negative Bewertungen gibt, sollte man deren Gründe prüfen und nachsehen, wie das Unternehmen darauf reagiert hat
3. Ist das Unternehmen finanziell stabil?
- Besonders wichtig bei Startups
- Man sollte öffentliche Unternehmensunterlagen, die Finanzlage und die Überlebensfähigkeit (
runway) prüfen - Bei Unternehmen, die Finanzinformationen nicht offenlegen wollen, ist eine sofortige Absage ratsam
4. Ist das Unternehmen offen für neue Ansätze?
- Ohne Flexibilität gegenüber Veränderungen gibt es auch bei Recruiting und Wachstum Grenzen
- Unternehmen, die nur an bestehenden Methoden festhalten, sollte man meiden
Die Wahrheit: Du bist letztlich nur Teil eines Geschäfts
- Ein Unternehmen kann jeden ersetzen, sobald er nicht mehr gebraucht wird
- Das Unternehmen lässt dich wie ein Familienmitglied erscheinen, tatsächlich ist es aber eine vertragsbasierte Interessensbeziehung
- Folgende Opfer solltest du niemals bringen
- Beziehungen zu Familie oder Freunden
- psychische Gesundheit
- die eigenen Werte und ethischen Grundsätze
- die Illusion namens „Hustle Culture“
Echte Loyalität entsteht aus gegenseitigem Respekt
- Wenn du gewissenhaft arbeitest und das Unternehmen dein Wachstum aufrichtig unterstützt, ist es völlig in Ordnung, positiv darüber zu sprechen
- Konzentriere dich auf dein eigenes Wachstum, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie die effiziente Nutzung von Zeit und Energie
- Am wichtigsten ist vor allem die Zeit mit den Menschen, die dir wichtiger sind als die Arbeit
> „Du wirst vor deinem Tod nicht bereuen, nicht härter gearbeitet zu haben. Du wirst bereuen, nicht mehr Zeit mit den Menschen verbracht zu haben, die du liebst.“ — Worte seines Vaters
3 Kommentare
Man trägt eben so viel bei, wie man behandelt wird.
Wenn die Firma ein einziges Chaos ist, ist die Vorstellung, dass ich trotzdem weiter gute Arbeit leisten soll, blanker Unsinn — es sei denn, umgekehrt würde das genauso gelten.
Wie man die Beziehung zum Unternehmen definiert und weiterentwickelt, liegt sowohl in der Verantwortung des Einzelnen als auch des Unternehmens. Sowohl blinde Loyalität als auch der zynische Blick, es handle sich nur um eine Geschäftsbeziehung, haben Nebenwirkungen. Auch hier halte ich ein Gleichgewicht entsprechend der eigenen Lebensplanung für wichtig. Ich hoffe, dass jede und jeder für sich selbst eine Antwort darauf findet, wie groß der Platz sein soll, den das Unternehmen im Korb des Lebens einnimmt.
Hacker-News-Kommentar