- NASA und die Italienische Raumfahrtagentur (ASI) haben am 3. März mit dem Lunar GNSS Receiver Experiment (LuGRE) erstmals erfolgreich erdgestützte Navigationssignale auf der Mondoberfläche empfangen und verfolgt
- Das bedeutet, dass GNSS-Signale (Global Navigation Satellite System) auch auf dem Mond empfangen und verfolgt werden können. Dieser Erfolg eröffnet die Möglichkeit, NASAs Artemis-Missionen sowie künftige Mond- und Marsmissionen mit autonomen Technologien zur Bestimmung von Position, Geschwindigkeit und Zeit zu unterstützen
- Damit ist ein wichtiger Grundstein für den künftigen Aufbau präziser Navigationssysteme für die Erkundung des Mondes und des tiefen Weltraums gelegt
Überblick über die LuGRE-Mission und wichtigste Erfolge
- LuGRE landete am 2. März an Bord des Landers Blue Ghost von Firefly Aerospace auf dem Mond
- Die wissenschaftliche Mission begann im Goddard Space Flight Center der NASA
- Das Experiment wurde mit der Erwartung durchgeführt, GPS- und europäische Galileo-GNSS-Signale erfassen und verfolgen zu können
- Am 3. März um 2 Uhr morgens (EST) gelang auf der etwa 360.000 km entfernten Mondoberfläche der Empfang von GNSS-Signalen und der erste erfolgreiche Navigation Fix
Weitere GNSS-Rekorde und Ausblick
- LuGRE stellte einen neuen Rekord für den Empfang von GNSS-Signalen in der größten Entfernung von der Erde auf
- Am 21. Januar 2025 wurden GNSS-Signale in einer Entfernung von 330.800 km (209.900 Meilen) von der Erde empfangen
- Den bisherigen Rekord hielt NASAs Magnetospheric Multiscale (MMS) Mission
- Am 20. Februar wurden nach dem Eintritt in die Mondumlaufbahn auch in 391.000 km (243.000 Meilen) Entfernung GNSS-Signale empfangen
- Damit wurde die Möglichkeit bestätigt, GNSS auch für Navigation im cislunaren Raum zwischen Erde und Mond zu nutzen
- Das LuGRE-Experiment läuft 14 Tage weiter, um zusätzliche GNSS-Daten zu sammeln
- Zugleich ist dies der erste dokumentierte Fall, in dem von der Italienischen Raumfahrtagentur entwickelte Hardware auf dem Mond funktioniert hat
Bedeutung GNSS-basierter Deep-Space-Navigation
- Bisher musste die Positionsbestimmung durch die Kombination erdgestützter Trackingstationen mit den Sensoren eines Raumfahrzeugs erfolgen
- LuGRE hat nachgewiesen, dass automatische Navigation auch allein mit GNSS-Signalen möglich ist
- Damit erweitern sich künftig die Möglichkeiten für unabhängige und präzise autonome Navigation von Raumsonden und Astronauten
Zusammenarbeit im LuGRE-Projekt und weitere Forschung
- Gemeinsame Entwicklung durch NASAs Goddard Space Flight Center, die Italienische Raumfahrtagentur (ASI) sowie Qascom und Politecnico di Torino
- Finanzierung und Aufsicht durch das Space Communications and Navigation (SCaN) Program der NASA
- Über Firefly Aerospace im Rahmen von NASAs Commercial Lunar Payload Services (CLPS) Program zum Mond transportiert
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