Weltweit erste auf menschlichen Gehirnzellen basierende „biologische Computer“ kommerzialisiert
(newatlas.com)CL1 von Cortical Labs markiert den Beginn des Zeitalters biologischer KI
- Das australische Unternehmen Cortical Labs hat mit dem „biologischen Computer (CL1)“ offiziell weltweit erstmals ein System vorgestellt, das menschliche Gehirnzellen mit Silizium-Hardware kombiniert.
- Die Technologie gilt als dynamischer, nachhaltiger und energieeffizienter als bestehende KI.
- Die umfassende Kommerzialisierung ist für die zweite Jahreshälfte 2025 geplant.
Kerntechnologien und Merkmale von CL1
- Basiert auf „Synthetic Biological Intelligence (SBI)“: Gehirnzellen werden auf einem Siliziumchip kultiviert und bilden dort ein neuronales Netzwerk.
- Verfügt über eine deutlich schnellere und flexiblere Lernfähigkeit als heutige Large Language Models (LLMs).
- Bildet durch autonomes Lernen optimale Verbindungen und besitzt eine höhere Informationsverarbeitungskapazität als herkömmliche siliziumbasierte KI.
- CL1 enthält ein lebenserhaltendes System, das das Überleben der kultivierten Gehirnzellen sicherstellt.
Innovationen in Forschung und Experimenten
- 2022 gelang im DishBrain-Experiment das Training von 800.000 menschlichen und Ratten-Neuronen auf einem Chip, sodass sie das Videospiel Pong spielen lernten.
- Dabei wurde festgestellt, dass Neuronen bei Belohnung bestimmte Muster lernen und vorhersehbares Verhalten beibehalten.
- CL1 ist stabiler als bisherige CMOS-Chips und erlaubt eine deutlich feinere Steuerung der Neuronenaktivität.
Bereitstellung als „Wetware-as-a-Service“ (WaaS)
- Forschende können CL1 direkt kaufen oder per Remote-Zugriff über die Cloud nutzen.
Dadurch sind bahnbrechende Fortschritte in Bereichen wie medizinischer Forschung, Medikamentenentwicklung und Robotik-Intelligenz möglich.
Endziel: Entwicklung eines „Minimal Viable Brain (MVB)“
- Mit CL1 läuft Forschung zum Aufbau eines menschenähnlichen Gehirnmodells, das mit einer minimalen Anzahl von Neuronen funktioniert.
- Dadurch könnten die Erforschung von Therapien für Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Epilepsie sowie die Neurowissenschaft insgesamt vorangebracht werden.
Preis- und Kommerzialisierungspläne
- Preis des ersten CL1-Geräts: rund 35.000 US-Dollar (günstiger als vergleichbare bestehende Technologien mit etwa 85.000 US-Dollar).
- Bis 2025 soll eine Cloud-basierte SBI-Serverinfrastruktur aufgebaut werden; bis Jahresende sind insgesamt vier Server-Stacks geplant.
Ethische und regulatorische Aspekte
- Um ethischen Kontroversen rund um biologische Computer – etwa zu Bewusstsein und Selbst – zu begegnen, werden verschiedene regulatorische Anforderungen eingehalten.
- Cortical Labs erschließt mit dieser Technologie, die die Grenzen von KI und Biologie überschreitet, neues Terrain und bemüht sich zugleich um weitere Investitionen.
Ausblick
- CL1 hat das Potenzial, über ein bloßes Forschungswerkzeug hinaus die Medizin, die Life Sciences und die KI-Technologie insgesamt grundlegend zu verändern.
- Ziel ist die Entwicklung einer „natürlicheren künstlichen Intelligenz“, die über herkömmliche siliziumbasierte KI hinausgeht.
- Es wird erwartet, dass dies der erste Schritt in das Zeitalter des „biologischen Computings“ sein wird.
5 Kommentare
Ein Gehirn im Glas!!!!
Bio-Computer...!!
Ach, dieser Anblick wirkt irgendwie wie etwas, das man sonst nur in Filmen sieht. Das fühlt sich wirklich sehr seltsam an.
Das stößt mich wirklich extrem ab.
Als ich die Fotos im Blog gesehen habe, wurde es noch schlimmer, haha – eine schockierende Optik.
So etwas erinnerte mich weniger an Skynet, sondern eher zuerst an die kampfunterstützenden Fatimas aus dem japanischen Manga Five Star Story und danach an das Sibyl-System aus dem japanischen Anime Psycho-Pass, ein Entscheidungsorgan, das menschliche Gehirne parallel miteinander verbindet.
Falls in kultivierten Neuronen Bewusstsein entstehen kann.
Dann kommt mir auch der verwegene Gedanke, dass wir Menschen vielleicht ebenfalls nur die ausgesäten Keime einer Kultivierung sind, die jemand auf diesem blauen Planeten verteilt hat.