1 Punkte von GN⁺ 2024-12-14 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Parkinsons Gesetz: Weil es real ist, sollte man es nutzen

  • Parkinsons Gesetz: Das Gesetz besagt: „Arbeit dehnt sich so aus, dass sie die für ihre Erledigung verfügbare Zeit ausfüllt.“ Das widerspricht der Intuition, enthält aber tatsächlich viel Wahrheit. Wenn ein Projekt keine Frist hat, selbst wenn es nur eine selbst gesetzte Frist ist, dauert es oft länger als nötig, und es kommt zu zusätzlichen Features und einer Ausweitung des Umfangs.

  • Iron Triangle: Beschreibt die drei zentralen Einschränkungen eines Projekts.

    • Umfang: Die Arbeit, die erledigt werden muss.
    • Ressourcen: Die Menschen und Werkzeuge, mit denen die Arbeit erledigt werden kann.
    • Zeit: Die verfügbare Zeit, um die Arbeit abzuschließen.
    • Wenn sich einer dieser drei Faktoren ändert, hat das Auswirkungen auf die anderen. Wenn man zum Beispiel mehr Arbeit erledigt haben will, braucht man mehr Leute oder mehr Zeit.
  • Die Bedeutung von Fristen: Ohne Fristen dehnt sich der Projektumfang eines Teams so aus, dass er die verfügbare Zeit ausfüllt. Fristen erzwingen ein klares Tempo und einen klaren Rhythmus und bringen die Arbeit grundlegend voran. Eine Umfrage, die man bis morgen ausfüllen muss, erzielt zum Beispiel eine viel höhere Rücklaufquote als eine, die man jederzeit ausfüllen kann.

  • Tempo und Rhythmus für effektive Führung: Aufgaben mit Fristen erzwingen echten, konkreten Fortschritt. Wenn man zum Beispiel denkt, dass ein Prototyp einen Monat dauern wird, sollte man das Team herausfordern, zu überlegen, was es bis zum Wochenende liefern kann.

  • Die Bedeutung wöchentlicher Berichte: Menschen unterschätzen fast immer, was sie in einer Woche schaffen können. Man sollte in Teams, Projekte und Aufgaben einen Rhythmus aus wöchentlichen Berichten einführen, sodass das Team plant, umsetzt und den wöchentlichen Fortschritt in Form von Updates dokumentiert und teilt. Diese Disziplin gibt Energie und verändert grundlegend, wie Menschen über ihre Arbeit nachdenken.

  • Die Kraft von Fristen: Fristen sind ein mächtiges Werkzeug, wenn man sie elegant einsetzt und versteht, dass sie Menschen in Bewegung setzen und ihnen ein gutes Gefühl geben. Parkinsons Gesetz ist real, und je größer eine Organisation ist, desto entschiedener muss man dagegen ankämpfen. Wer diesen Kampf gewinnt, kann selbst mit Zehntausenden von Mitarbeitenden schnell wachsen und liefern. Wer das nicht tut, wird eines Tages feststellen, dass sich das eigene Startup in die Software-Version des lokalen Finanzamts verwandelt hat. Setzt Fristen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-12-14
Hacker-News-Kommentare
  • Jemand hatte in einem neuen Job die Erfahrung gemacht, dass der Vorgesetzte verlangte, das Arbeitstempo anzupassen. Am Ende wurde die Arbeit für eine Woche am Montagvormittag erledigt und die restliche Zeit für Explorationsprojekte genutzt. Etwas Falsches schnell auszuliefern ist immer noch nur das Ausliefern von etwas Falschem.

    • Es wurde beobachtet, wie man versuchte, ein 5-Millionen-Dollar-Problem für 1 Million Dollar zu lösen und am Ende 10 Millionen Dollar ausgab. Die vom Team hastig gewählte „Abkürzung“ wurde letztlich zum „Umweg“ und verzögerte das Programm.
  • Bei der Arbeit bei einem großen Cloud-Anbieter wurde erlebt, dass alles langsam voranging. Das war das Gegenteil des Zeit- und Finanzdrucks in einem Startup. Dabei wurde der Dominoeffekt von Parkinsons Gesetz beobachtet.

    • Die Organisation setzte erweiterte Zeitpläne fest, was letztlich zu noch mehr Verschwendung führte.
  • Das Setzen willkürlicher Deadlines kann ein Team in den Zusammenbruch eines Projekts treiben. Es ist besser, kleine Inkremente zu definieren und Probleme zu lösen.

    • Deadlines sind nicht nötig, entscheidend sind enge Begleitung und der Fokus auf den Workflow.
  • Menschen werden von unterschiedlichen Motiven angetrieben: Druck, Belohnung, Problemlösung und anderes. Künstliche Deadlines oder Belohnungen können die Motivation sogar senken.

  • Deadlines können für manche Menschen funktionieren, sind aber keine universelle Lösung. Es braucht eine allgemeine Theorie, die Parkinsons Gesetz erklärt und verschiedene Lösungsansätze anbietet.

  • Wenn man Managern Parkinsons Gesetz beibringt, könnten sie unrealistische Deadlines setzen, was für alle schädlich sein kann. Wichtig ist, dass Entwickler Interesse an ihrer Arbeit entwickeln.

  • Das Problem mit Deadlines ist, dass sie die Prioritäten anderer Menschen widerspiegeln. Wenn Deadlines mit einer effizienten Priorisierung übereinstimmen, sind sie nicht nötig. Von außen auferlegte Deadlines verändern die Verteilung der Arbeit.

  • Grobe Schätzungen für Aufgaben festzulegen und zu planen, wirkt sich positiv auf Produktivität und Stressniveau aus. Timeboxing und Priorisierung sind wichtig.

  • Ohne das richtige Umfeld können dringende Deadlines schädlich sein. Fehler als Lerngelegenheiten zu betrachten und die Anstrengungen des Teams auf eine gemeinsame Vision auszurichten, ist notwendig.

  • Es gibt zwei Szenarien: Burnout durch anhaltenden Druck und das Setzen von Deadlines als persönliche Herausforderung. Letzteres hilft dabei, Analyseparalyse zu vermeiden und den Fokus zu behalten.