1 Punkte von GN⁺ 2024-12-11 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Double bietet Investments für 1 US-Dollar pro Monat an, bei denen Indexbestandteile direkt gehalten werden, um prozentbasierte Kosten von ETFs und Mutual Funds zu senken
  • Statt ETFs werden einzelne Aktien gekauft, sodass kontospezifische Anpassungen, Rebalancing und Tax-Loss-Harvesting innerhalb eines Kontos möglich sind
  • Drei Monate nach der Veröffentlichung auf Show HN überschritt das verwaltete Vermögen 10 Mio. US-Dollar und zielt auf den großen Gebührenpool des US-Markts für ETFs und Mutual Funds
  • Nutzer können aus mehr als 50 Strategien wählen oder selbst einen Index erstellen; die Portfolio-Engine übernimmt dabei Gewichtsanpassung, Wiederanlage von Bargeld und das Management des Tracking Errors
  • Die Vermögenswerte werden bei Apex Clearing auf den Namen des Nutzers verwahrt, es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Beschreibung nicht als Finanzberatung zu verstehen ist

Index-Investing-Modell für 1 US-Dollar pro Monat

  • Double ist ein über double.finance angebotener Index-Investing-Service, der Investments in mehr als 50 breit angelegte Aktienmarktindizes mit 0 % Kostenquote ermöglicht
  • In der Verwaltung enthaltene Punkte

    • Rebalancing und Wiederanlage von Bargeld werden übernommen
    • Tax-Loss-Harvesting (TLH) ist eine Methode, bei der verlustreiche Aktien vorzeitig verkauft werden, um potenzielle Steuervorteile zu schaffen
    • Das Preismodell ist keine Quote auf das verwaltete Vermögen, sondern eine feste Gebühr von 1 US-Dollar pro Monat
    • Ein Demo-Video wird als Loom-Video bereitgestellt
    • Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beschreibung des Services keine Finanzberatung ist

Warum auf ETF- und Mutual-Fund-Gebühren gezielt wird

  • Double will die Entwicklung, mit der Robinhood die Gebühren für den Aktienhandel gesenkt hat, in den Bereich von ETFs und Mutual Funds übertragen
  • Finanzberater verlangen typischerweise 1 % AUM pro Jahr, die gewichtete durchschnittliche Kostenquote von ETFs liegt bei etwa 0,17 %, und besonders günstige Produkte wie VOO sinken bis auf 0,03 %
  • Im Beispiel eines 500.000-US-Dollar-Portfolios, zu dem 30 Jahre lang monatlich 2.000 US-Dollar hinzuinvestiert werden, summieren sich die durch Gebühren verlorenen Beträge erheblich
    • Finanzberater: 1,30 Mio. US-Dollar
    • Durchschnittlicher ETF: 244.000 US-Dollar
    • Kostengünstiger VOO: 42.951 US-Dollar
  • Um prozentbasierte Gebühren zu eliminieren, setzt Double Index-Investing um, indem einzelne Bestandteile populärer Indizes direkt gekauft werden
  • Wer einzelne Positionen hält, kann kontospezifische Anpassungen und Tax-Loss-Harvesting nutzen, was mit ETFs oder Mutual Funds schwerer umzusetzen ist

Strategiewahl und Umfang der Anpassung

  • Es werden mehr als 50 Strategien angeboten, die populäre ETFs nachbilden und bei Aktienfusionen oder Indexänderungen aktualisiert werden
  • Nutzer können Strategien auf verschiedene Weise anpassen
    • Sektor- oder Titelgewichtungen anders festlegen
    • Mit einem Aktien-/ETF-Screening-Tool selbst einen Index erstellen
    • Zielgewichtungen setzen und anschließend Kapital einzahlen
    • Unterstützung für die Übertragung bereits vorhandener Aktien
  • Strategie- und Research-Seiten können auch ohne Konto auf der Explore-Seite ausprobiert werden
  • Im Vergleich zu M1 Finance hebt Double Tax-Loss-Harvesting, einen breiteren Indexumfang und größere Anpassungsfreiheit hervor
    • Beim Erstellen eines eigenen Index lassen sich Gewichtungen bis auf 0,1 % genau festlegen
    • Bei M1 wird als Vergleichswert 1 % genannt
    • Eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung ist ebenfalls möglich
  • Double konkurriert auch mit Robo-Advisors wie Wealthfront, bietet nach eigener Darstellung jedoch mehr Kontrolle über die Investments und erhebt keine AUM-Gebühr

Was die Portfolio-Engine übernimmt

  • Die Engine prüft das Portfolio täglich und optimiert gleichzeitig Handelbarkeit, Tax-Loss-Harvesting, Tracking Error und Wiederanlage von Bargeld
  • Tax-Loss-Harvesting und Portfolio-Optimierung lassen sich gut als lineares Optimierungsproblem ausdrücken, bei dem mehrere Ziele miteinander konkurrieren
    • Beispielhafte Ziele sind Tracking-Qualität, Steuer-Alpha und Transaktionskosten
  • Für Tax-Loss-Harvesting in großen Direct-Indexing-Portfolios eignet sich ein Faktormodell besser als die zunächst angenommene paarbasierte Ersatzstrategie
    • Für kleinere Strategien werden auch paarbasierte Ansätze verwendet

Technische und operative Einschränkungen bei der Umsetzung

  • Beim Aufbau der Portfolio-Software zeigte sich, dass es für Aktien praktisch keine dauerhaften Identifikatoren gibt, die sich leicht modellieren und übertragen lassen
  • Double handelt mit der Verwahrstelle Apex über CUSIP, doch CUSIPs ändern sich bei Ereignissen wie Aktiensplits oder Umstrukturierungen häufig
  • Selbst wenn Double den Betrieb einstellen sollte, werden die Vermögenswerte der Nutzer bei Apex Clearing auf den Namen des jeweiligen Nutzers verwahrt
  • Es wird darauf hingewiesen, dass es auch in diesem Fall Verfahren gibt, die beim Zugriff auf die Vermögenswerte und bei deren Übertragung helfen

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-12-11
Hacker-News-Kommentare
  • Kommentar zu den Spread-Kosten von ETFs: Der Spread eines ETFs ist kleiner als die Summe der Spreads der einzelnen Aktien. Das liegt an ETF-Market-Makern und Arbitrageuren; beim Kauf der Einzelaktien muss man die Spread-Kosten für alle Positionen zahlen. Diese Kosten sind nicht groß, aber im Vergleich zur Kostenquote von 17 Basispunkten pro Jahr bei VOO dennoch relevant.

  • Kommentar zum Preismodell von 1 $/Monat: Der Verkauf für 1 $/Monat in einem Markt, in dem die meisten Anbieter deutlich mehr verdienen, ist sogar günstiger als billige B2C-Services. Es braucht ein Ertragsmodell, dem Kunden vertrauen können.

  • Bedenken zur finanziellen Sicherheit: Nach dem Synapse-Vorfall möchte man sicher sein, dass die SIPC-Versicherung tatsächlich Geldverluste absichert. Es gibt Misstrauen gegenüber neuen Fintech-Produkten.

  • Frage zum Servicevergleich: Wie unterscheidet sich dieser Service von kostenlosen Mutual Funds bei Fidelity oder Schwab? Es gibt Fragen dazu, ob Liquiditätsprobleme oder Spread-Kosten entstehen können.

  • Frage zu Payment for Order Flow und Leihgebühren: Es wird gefragt, ob geplant ist, den Order Flow an Market Maker wie Citadel zu verkaufen und ob Leihgebühren an die Anleger zurückgegeben werden.

  • Positive Einschätzung des neuen Services: Während Vanguard und Fidelity lange bei Standard-ETFs geblieben sind, bietet dieser Service feinere Gewichtungsanpassungen und tägliches Tax-Loss-Harvesting. Es besteht die Hoffnung, dass Nutzer eine Wahlmöglichkeit beim Aktienverleih erhalten.

  • Kommentar zur Preisgestaltung: Eine AUM-basierte Bepreisung ist nicht gewünscht, aber 1 $ ist zu niedrig. Als früher Kunde wäre man bereit, mehr zu zahlen.

  • Beschwerde über die Beschränkung auf die USA: Es sollte klarer kommuniziert werden, dass der Service für Personen außerhalb der USA nicht verfügbar ist. Problematisch ist auch, dass es keine Möglichkeit zur Kontolöschung gibt.

  • Vorschlag für eine „Soft-Short“-Option: Es wäre möglich, einen Index anzubieten, der bestimmte Aktien ausschließt. Das wäre ein Weg, die unbegrenzten Verluste einer normalen Short-Position zu vermeiden.

  • Kommentar zu Rebalancing und Tax-Loss-Harvesting: Rebalancing ist ein steuerpflichtiges Ereignis, und ein Fokus auf neue Einzahlungen könnte der bessere Ansatz sein. Tax-Loss-Harvesting als Methode zum Steuersparen darzustellen, kann irreführend sein.