Umsetzung der Architekturmodernisierung: Seit wann wurden Schätzungen zu Deadlines?
(domainanalysis.io)-
Tipps für komplexe Software-Modernisierungsprojekte: Schätzungen sollten als Orientierung und nicht als Deadline behandelt werden.
-
Persönliche Erfahrungen:
- Nach einem schönen Urlaub in Seoul und Sokcho wollte der Autor über systemisches Denken und das Buch "Zen and the Art of Motorcycle Maintenance" schreiben, doch die Ereignisse der letzten zwei Wochen änderten diese Pläne.
- Am Wochenende vor der US-Wahl hatte der Autor einen Unfall und erlebte außerdem einen Streik von Technikbeschäftigten bei seinem Unternehmen, der New York Times.
-
Schätzungen – Kunst oder Wissenschaft?:
- Beschrieben werden die Unterschiede bei Kostenschätzungen und der Verhandlungsprozess zwischen Versicherungsregulierer und Werkstatt bei einer Autoreparatur.
- Wenn unerwartete Schäden entdeckt werden, können zusätzliche Kosten entstehen, die von der Versicherung genehmigt werden müssen.
-
Parallelen zu komplexen Software-Architekturmodernisierungen:
- Es wird der Unterschied zwischen ersten Schätzungen und der tatsächlichen Komplexität bei der Modernisierung von Legacy-Software erläutert.
- Jedes Mal, wenn zusätzliche Komplexität entdeckt wird, ist eine weitere Freigabe erforderlich.
-
Gute Führungskräfte stellen die richtigen Fragen:
- Um komplexe Probleme zu lösen, ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen.
- Diskutiert wird, wie man reagiert, wenn unerwartete Komplexität entdeckt wird.
-
Weitermachen oder als Totalschaden abschreiben?:
- Es wird beschrieben, wann bei Modernisierungsprojekten zusätzliche Kosten genehmigt werden und die Arbeit weitergeht, und wann ein Projekt gestoppt wird.
-
Komplizierter Kontext oder komplexer Kontext?:
- Mithilfe des Cynefin-Frameworks wird der Entscheidungsprozess in komplexen Situationen erklärt.
- Betont wird die Bedeutung von Lernen und Experimentieren in komplexen Legacy-Software-Projekten.
-
Leugnung – Wut – Verhandeln – Depression – Akzeptanz?:
- Es wird beschrieben, wie auf unerwartete Situationen in Modernisierungsprojekten reagiert werden kann.
- Vorgestellt wird außerdem Ron Westrums Modell dazu, wie Organisationskulturen auf solche Situationen reagieren.
-
Tipps für Führungskräfte, die Modernisierungsinitiativen leiten:
- In komplexen Domänen ist ein experimenteller Managementansatz nötig, und es ist wichtig, Scheitern zu akzeptieren.
- Wenn Führungskräfte versuchen, Ordnung zu erzwingen, werden sie scheitern; der Schlüssel zum Erfolg ist, entstehende Muster zuzulassen.
-
Neue Hoffnung:
- Anhand der Erfahrungen mit Autoreparatur und Versicherungsabwicklung wird die Bedeutung von Schätzungen in Modernisierungsprojekten hervorgehoben.
- Der Autor hofft, dass Softwareunternehmen und Führungskräfte die richtigen Frameworks verwenden, um Erfolg zu messen.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Es gab Fälle, in denen Manager Schätzungen als Deadlines behandelten. Wenn sich die Spezifikationen häufig änderten, nutzte man die „Reh-im-Scheinwerferlicht“-Reaktion, um Zeit zu gewinnen, und gab Schätzungen möglichst konservativ ab, um den Zeitplan vorzeitig zu erfüllen. Gute Manager machten solche Strategien überflüssig.
Modernisierungsprojekte haben eher weiche Deadlines; es gibt Budgetdruck und Anforderungen von Nutzern, aber ein Tag Verspätung ist meist kein großes Problem. Bei einer Raumsondenmission oder bei Großunternehmen wie Ford kann das Verpassen einer Deadline dagegen zu erheblichen Verlusten führen.
Michelangelo schätzte, das Grabmal von Papst Julius II. innerhalb von 5 Jahren fertigzustellen, tatsächlich dauerte es aber 40 Jahre. Der Projektumfang wurde wegen geänderter Kundenanforderungen, Problemen in der Lieferkette und Neuverhandlungen des Vertrags reduziert.
Frühe Schätzungen bleiben im Gedächtnis, und selbst mit neuen Informationen lassen sie sich oft nur schwer korrigieren. Deshalb zögern manche Menschen, überhaupt Schätzungen abzugeben.
Es kommt häufig vor, dass Versicherungen nur die ursprüngliche Schätzung bezahlen wollen. Das gilt für Auto-, Haus- und Krankenversicherungen gleichermaßen und führt nicht immer zu vernünftigen Ergebnissen.
Wichtig ist, eine Schätzung für einen festen Umfang abzugeben und für zusätzlich entdeckte Arbeit neue Meilensteine hinzuzufügen. Dafür braucht es allerdings eine Managementebene, die diesen Ansatz versteht.
Die Führungsebene glaubt, Deadlines würden motivieren, aber das ist ein falscher Ansatz. Wenn Deadlines nicht realistisch angepasst werden, kann die Moral im Team sinken.
Unterstützung für den „No Estimates“-Ansatz: Präzise Schätzungen sind nur möglich, wenn es sich um dieselbe Arbeit wie zuvor handelt oder die verbleibende Arbeit klar definiert ist.
Es gibt eine unterhaltsame Schätzformel, eine informelle Formel auf Basis persönlicher Erfahrung. Sie berücksichtigt zum Beispiel die Zahl der am Projekt beteiligten Personen oder die Anzahl neuer Tools, um die tatsächliche Dauer zu berechnen.
Das beste Schätzsystem ist, ein Fertigstellungsdatum zu nennen, und wer am nächsten dranliegt, bekommt das Mittagessen. Das wurde unter Freunden so praktiziert und führte zu sehr genauen Ergebnissen.
Unternehmen wollen die Zukunft exakt vorhersagen, aber das ist unmöglich. Schätzungen werden vor allem auf Managementebene stark betont, und wer genaue Schätzungen liefert, wird nicht belohnt. Wenn man sich nur auf Zeit konzentriert, kann das andere wichtige Faktoren negativ beeinflussen.