Warum bei der Installation von Windows 95 drei Betriebssysteme zum Einsatz kamen
(devblogs.microsoft.com)- Auf Twitter kam die Frage auf: „Warum verwendet der Installationsprozess von Windows 95 drei Betriebssysteme: MS-DOS, Windows 3.1 und Windows 95?“
- Es wird erklärt, warum man nicht direkt von MS-DOS zu Windows 95 wechseln konnte.
- Windows 95 konnte von drei verschiedenen Ausgangspunkten aus installiert werden:
- Start von MS-DOS
- Start von Windows 3.1
- Neuinstallation unter Windows 95 (zur Reparatur eines beschädigten Systems)
- Man hätte zwar für jeden Ausgangspunkt ein eigenes Installationsprogramm schreiben können, aber das hätte bedeutet, denselben Code dreimal zu schreiben.
Vereinheitlichung auf ein einziges Installationsprogramm
- Es wurde beschlossen, nur ein Installationsprogramm zu schreiben, das von allen Ausgangspunkten aus verwendet werden konnte.
- Dafür musste das Installationsprogramm auf jeder Plattform lauffähig sein.
- Arten von Installationsprogrammen
- MS-DOS-App: Läuft auf allen Plattformen, bietet aber nur eine textbasierte Installationsoberfläche und damit eine schwächere Benutzererfahrung.
- 16-Bit-GUI-Programm: Installiert ein abgespecktes Windows 3.1, um eine GUI-Umgebung bereitzustellen, und kann dadurch auch unter MS-DOS laufen.
- 32-Bit-GUI-Programm: Bietet eine bessere Benutzererfahrung, kann aber unter MS-DOS oder Windows 3.1 nicht ausgeführt werden.
- Der Kompromiss: ein 16-Bit-GUI-Installationsprogramm
- Das MS-DOS-Installationsprogramm wurde so entworfen, dass es zunächst eine abgespeckte Version von Windows 3.1 installiert und danach das 16-Bit-GUI-Installationsprogramm startet.
- Diese kleine Windows-3.1-Version enthielt nur die nötigsten Funktionen, um die Größe der Installationsmedien zu reduzieren.
Wie die drei Installationsprogramme zusammenarbeiteten
-
Erstes Installationsprogramm (MS-DOS-App)
- Beim Start unter MS-DOS installiert es die abgespeckte Windows-3.1-Version und bootet diese anschließend.
-
Zweites Installationsprogramm (16-Bit-Windows-App)
- Kann unter dem abgespeckten Windows 3.1, unter Windows 3.1 oder unter Windows 95 ausgeführt werden.
- Sammelt Installationsoptionen vom Benutzer und führt die Hardware-Erkennung durch.
- Kopiert die Windows-95-Dateien und übernimmt bestehende Einstellungen in das neue System.
-
Drittes Installationsprogramm (32-Bit-Windows-App)
- Läuft unter Windows 95 und übernimmt die letzten Konfigurationsschritte, etwa die Einrichtung eines Druckers.
Zusammenfassung des Installationsablaufs
- Start unter MS-DOS:
- Installation des abgespeckten Windows 3.1 → Booten → Start des 16-Bit-GUI-Installationsprogramms
- Start unter Windows 3.1 oder Windows 95:
- 16-Bit-GUI-Installationsprogramm sammelt Informationen und erkennt Hardware → kopiert Windows-95-Dateien und übernimmt Einstellungen
- Nach dem Booten von Windows 95:
- Das 32-Bit-Installationsprogramm führt die abschließenden Konfigurationsschritte aus.
Fazit
- Die Installation von Windows 95 bestand in Wirklichkeit aus drei miteinander verketteten Installationsprogrammen.
- Dadurch musste der Installationscode nur einmal geschrieben werden, und gleichzeitig konnten alle Installationsszenarien abgedeckt werden.
4 Kommentare
Abgesehen von allem anderen finde ich, dass man sich die Wahrung der WIN32-Kompatibilität durch MS wirklich zum Vorbild nehmen kann. Natürlich gab es auch Mischwesen wie Windows ME ... aber na ja, die gab es eben auch, haha.
Oh – eine interessante Tatsache, haha.
Ah … ich erinnere mich noch daran, wie wir uns bei einem Freund zu Hause versammelt und beim Anblick des Windows-95-Startbildschirms alle laut aufgeschrien haben … ;;;
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