5 Punkte von GN⁺ 2024-11-18 | 4 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Auf Twitter kam die Frage auf: „Warum verwendet der Installationsprozess von Windows 95 drei Betriebssysteme: MS-DOS, Windows 3.1 und Windows 95?“
  • Es wird erklärt, warum man nicht direkt von MS-DOS zu Windows 95 wechseln konnte.
  • Windows 95 konnte von drei verschiedenen Ausgangspunkten aus installiert werden:
    • Start von MS-DOS
    • Start von Windows 3.1
    • Neuinstallation unter Windows 95 (zur Reparatur eines beschädigten Systems)
  • Man hätte zwar für jeden Ausgangspunkt ein eigenes Installationsprogramm schreiben können, aber das hätte bedeutet, denselben Code dreimal zu schreiben.

Vereinheitlichung auf ein einziges Installationsprogramm

  • Es wurde beschlossen, nur ein Installationsprogramm zu schreiben, das von allen Ausgangspunkten aus verwendet werden konnte.
  • Dafür musste das Installationsprogramm auf jeder Plattform lauffähig sein.
  • Arten von Installationsprogrammen
    • MS-DOS-App: Läuft auf allen Plattformen, bietet aber nur eine textbasierte Installationsoberfläche und damit eine schwächere Benutzererfahrung.
    • 16-Bit-GUI-Programm: Installiert ein abgespecktes Windows 3.1, um eine GUI-Umgebung bereitzustellen, und kann dadurch auch unter MS-DOS laufen.
    • 32-Bit-GUI-Programm: Bietet eine bessere Benutzererfahrung, kann aber unter MS-DOS oder Windows 3.1 nicht ausgeführt werden.
  • Der Kompromiss: ein 16-Bit-GUI-Installationsprogramm
    • Das MS-DOS-Installationsprogramm wurde so entworfen, dass es zunächst eine abgespeckte Version von Windows 3.1 installiert und danach das 16-Bit-GUI-Installationsprogramm startet.
    • Diese kleine Windows-3.1-Version enthielt nur die nötigsten Funktionen, um die Größe der Installationsmedien zu reduzieren.

Wie die drei Installationsprogramme zusammenarbeiteten

  1. Erstes Installationsprogramm (MS-DOS-App)

    • Beim Start unter MS-DOS installiert es die abgespeckte Windows-3.1-Version und bootet diese anschließend.
  2. Zweites Installationsprogramm (16-Bit-Windows-App)

    • Kann unter dem abgespeckten Windows 3.1, unter Windows 3.1 oder unter Windows 95 ausgeführt werden.
    • Sammelt Installationsoptionen vom Benutzer und führt die Hardware-Erkennung durch.
    • Kopiert die Windows-95-Dateien und übernimmt bestehende Einstellungen in das neue System.
  3. Drittes Installationsprogramm (32-Bit-Windows-App)

    • Läuft unter Windows 95 und übernimmt die letzten Konfigurationsschritte, etwa die Einrichtung eines Druckers.

Zusammenfassung des Installationsablaufs

  • Start unter MS-DOS:
    • Installation des abgespeckten Windows 3.1 → Booten → Start des 16-Bit-GUI-Installationsprogramms
  • Start unter Windows 3.1 oder Windows 95:
    • 16-Bit-GUI-Installationsprogramm sammelt Informationen und erkennt Hardware → kopiert Windows-95-Dateien und übernimmt Einstellungen
  • Nach dem Booten von Windows 95:
    • Das 32-Bit-Installationsprogramm führt die abschließenden Konfigurationsschritte aus.

Fazit

  • Die Installation von Windows 95 bestand in Wirklichkeit aus drei miteinander verketteten Installationsprogrammen.
  • Dadurch musste der Installationscode nur einmal geschrieben werden, und gleichzeitig konnten alle Installationsszenarien abgedeckt werden.

4 Kommentare

 
tsboard 2024-11-20

Abgesehen von allem anderen finde ich, dass man sich die Wahrung der WIN32-Kompatibilität durch MS wirklich zum Vorbild nehmen kann. Natürlich gab es auch Mischwesen wie Windows ME ... aber na ja, die gab es eben auch, haha.

 
bbulbum 2024-11-19

Oh – eine interessante Tatsache, haha.

 
zihado 2024-11-19

Ah … ich erinnere mich noch daran, wie wir uns bei einem Freund zu Hause versammelt und beim Anblick des Windows-95-Startbildschirms alle laut aufgeschrien haben … ;;;

 
GN⁺ 2024-11-18
Hacker-News-Kommentare
  • Es wird die Frage aufgeworfen, ob der Windows-Installationsprozess immer noch eine minimale Windows-Version verwendet. Erwähnt wird eine frühere Erfahrung, bei der zur Installation von virtio-Treibern DOS-Befehle genutzt werden mussten.
  • Es gibt die Meinung, dass Raymond Chens Blog und sein Buch "The Old New Thing" äußerst interessant sind. Dabei wird Bewunderung für die intuitive GUI von Windows 95 ausgedrückt und Microsoft dafür gelobt, damals sehr pragmatisch und vernünftig gewesen zu sein.
    • Modernes Windows wird im Vergleich zur Vergangenheit als Rückschritt kritisiert; zwar hätten sich Dateisystem und Kernel verbessert, aber die oberen Schichten wirkten, als seien sie von Praktikanten entwickelt worden.
  • Als interessante Information wird genannt, dass Excel ursprünglich eigenständig ohne Betriebssystem laufen konnte und zusammen mit Windows 2.1 ausgeliefert wurde.
  • Es wird kritisch angemerkt, dass Windows 95 instabil gewesen sei und häufig abgestürzt sei. Windows 11 sei deutlich besser und damit nicht vergleichbar.
  • Es gibt die Ansicht, dass Raymond Chen seit über 30 Jahren zur Weiterentwicklung von Windows beigetragen hat und über den Twitter-Account Windows Dev Docs gelegentlich interessante, nicht direkt nützliche Geschichten teilt.
  • Es wird die Meinung geäußert, dass Nutzer unter Windows NT 3.51 wegen Kompatibilitätsproblemen mit 16-Bit-Anwendungen unzufrieden waren und Microsoft die Trägheit des Anwendungsmarkts unterschätzt habe.
  • Es wird hervorgehoben, dass die Fähigkeit von Windows, bestehende Installationen per Upgrade zu übernehmen, beeindruckend sei. Dabei wird gefragt, ob Upgrades sogar seit MS-DOS ohne Formatierung möglich seien.
  • Es gibt die Anmerkung, dass das Installationsprogramm von Windows 10 zunächst eine Umgebung startet, die der von Windows 7 ähnelt.
  • Es wird daran erinnert, dass früher die Ansicht verbreitet war, die Installation von Windows 95 auf DOS sei der bessere Weg.