Tief im Inneren Unix-basierter Systeme finden sich Spuren aus den frühen Tagen des Computing, als „Hardware“ noch tatsächliche mechanische Geräte mit Nocken, Hebeln, Riemenscheiben und Schmierfett bedeutete. Das heißt jedoch nicht, dass sich ein historischer Fernschreiber einfach direkt an Linux anschließen lässt.
Die größte Hürde beim Anschluss an Linux war die Umwandlung zwischen dem modernen ASCII-Code und dem 5-Bit-Baudot-Code, der schon Jahrzehnte vor der Entwicklung von ASCII existierte; der Wandler wurde mit einem Arduino umgesetzt.
Um Signale über eine Telefonleitung an den Fernschreiber zu senden, musste ein alter 5-Bit-Seriellsignalgenerator von HP verwendet werden.
Die Verbindung lief mit 45,5 bps, und es war möglich, sich bei Linux anzumelden, Dateien mit dem Editor ED zu bearbeiten und ASCII-Art auszugeben.
※ Das Teletype Model-15 ist ein Baudot-Code-Drucker, der in den 1930er-Jahren von der Teletype Corporation, einem Unternehmen von AT&T, auf den Markt gebracht wurde und während des Zweiten Weltkriegs in militärischen Kommunikationssystemen zum Einsatz kam.
5 Kommentare
Geschichten aus einer Zeit, in der sich noch nicht einmal etabliert hatte, dass 1 Byte aus 8 Bit besteht, sind immer wieder faszinierend.
Wenn man daran denkt, dass das Erbe solcher historischen 5-Bit-Codes und der Teletypewriter, die sie verwendeten, bis heute in Dingen weiterlebt, die wir täglich benutzen, ist das schon ein seltsames Gefühl.
Ich habe kürzlich über Kermit gelesen, und dabei wurde mir klar, wie wertvoll damals ein Protokoll war, das sich plattformübergreifend auf all diesen Systemen gemeinsam nutzen ließ, weil Mainframes, Minicomputer, Workstations und PCs bei der Kompatibilität mit heterogenen Computersystemen allesamt stark eingeschränkt waren. Wenn man so etwas sieht, wird einem erst bewusst, wie beeindruckend es ist, Kompatibilität über lange Zeit aufrechtzuerhalten.
p.s.
Kermit 95, eine Software, mit der man Kermit unter Windows verwenden kann, wird bis heute aktiv gepflegt.https://github.com/davidrg/ckwin
Das war also auch ein ziemlich altes Protokoll. Ich hatte mich gefragt, was das ist, weil ich es in SSH-Clients oder PC-Kommunikationsprogrammen neben Zmodem gesehen habe. Eine Randnotiz: Die grüne Froschpuppe, die gelegentlich in Shorts auftaucht, heißt Kermit, und offenbar wurde der Name des Charakters dafür übernommen.
Von Kermit höre ich zum ersten Mal. Erstaunlich, dass es immer noch gewartet wird.
Ich wusste trotz meines täglichen Linux-Einsatzes überhaupt nicht, dass TTY für TeleTYpe steht.
Baudot-Code (International Teleprinter Code)
Baudots Name wurde zum Ursprung der Kommunikationseinheit Baud.