Sorgen über Bitwardens zunehmende Abkehr von Open Source
(phoronix.com)- Bitwarden ist ein Passwortverwaltungsdienst, der verschlüsselte Tresore nutzt und verschiedene Clients/Plattformen unterstützt
- Bitwarden wird als Premium-Modell betrieben und hat bislang einen Teil seines Codes als Open Source bereitgestellt, doch nun gibt es neue Sorgen, dass es sich weiter von Open Source entfernt
- Kürzlich gab es in einem Pull Request für einen Client, der die Abhängigkeit
bitwarden/sdk-internaleinführte, um den Desktop-Client zu bauen, folgende Lizenzklausel:
"Dieses SDK darf nicht mit anderer Software als Bitwarden (einschließlich inkompatibler Bitwarden-Implementierungen) verwendet oder zur Entwicklung anderer SDKs genutzt werden"
- Dadurch wurde im GitHub-Issue das Problem aufgeworfen, dass die Bitwarden-Clients damit keine freie Software mehr wären
- Auch andere Nutzer äußerten Bedenken zu dieser Änderung und dazu, dass das SDK rechtlich nicht mehr für andere Zwecke als Bitwarden verwendet werden könnte
Antwort des Bitwarden-Gründers
- Kyle Spearrin, Gründer und CTO von Bitwarden, hinterließ in diesem Ticket einen Kommentar:
Vielen Dank, dass Sie Ihre Bedenken hier geteilt haben. Wir erweitern die Einsatzmöglichkeiten des SDK für die Clients auf weitere Anwendungsfälle. Unser Ziel ist jedoch, sicherzustellen, dass das SDK auf eine Weise verwendet wird, die die GPL-Kompatibilität beibehält.
- Das SDK und die Clients sind zwei getrennte Programme
- Der Code jedes Programms befindet sich in einem separaten Repository
- Dass die beiden Programme über Standardprotokolle kommunizieren, bedeutet im Sinne der GPLv3 nicht, dass sie ein einziges Programm sind
Dass Sie die App auf die Weise, die Sie hier versuchen, nicht bauen können, ist ein Problem, das wir beheben werden, und lediglich ein einfacher Bug.
- Danach wurde das Ticket gesperrt und auf Mitwirkende beschränkt
- Es bleibt abzuwarten, wie sich Bitwarden und Open Source künftig entwickeln werden
Zusätzliche Erklärung von Bitwarden
- Bitwarden veröffentlichte auf X, dass es sich um einen "Packaging-Bug" handele, und bekräftigte, dass "Bitwarden dem Open-Source-Lizenzmodell verpflichtet ist"
Meinung von GN⁺
- Bitwarden war ein Vorreiter dabei, im Bereich Passwortverwaltung ein Open-Source-Lizenzmodell aufrechtzuerhalten. Dass nun Sorgen geäußert werden, Bitwarden könne sich von Open Source entfernen, ist ein Warnsignal für die Branche
- Bei der Kommerzialisierung von Open-Source-Projekten sind Lizenzfragen stets ein sensibles Thema. Bitwarden sollte diesen Vorfall zum Anlass nehmen, seine Lizenzpolitik klarer zu formulieren und die Kommunikation mit der Open-Source-Community zu stärken
- Neben Bitwarden gibt es ähnliche Passwortverwaltungsdienste wie LastPass, 1Password und Dashlane. Die meisten von ihnen setzen auf proprietäre Softwaremodelle, wodurch Bitwardens Rolle als Open-Source-Alternative noch wichtiger geworden ist
- Bei der Einführung solcher Open-Source-Projekte sollten nicht nur Lizenzkompatibilität, sondern auch die langfristige Roadmap, die Governance-Struktur und die Gesundheit der Contributor-Community ganzheitlich berücksichtigt werden. Man sollte sich nicht allein deshalb dafür entscheiden, weil es "Open Source" ist
- Der Fall Bitwarden wirft grundlegende Fragen zur Kommerzialisierung und Nachhaltigkeit von Open-Source-Projekten auf. Es scheint eine Diskussion über neue Geschäftsmodelle nötig zu sein, die kommerziellen Erfolg ermöglichen, ohne die Werte von Open Source zu beschädigen
3 Kommentare
Ah, ist es also ein serverseitiges Problem? Zum Glück.
Hacker-News-Meinungen
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