2 Punkte von GN⁺ 2024-10-13 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Wirkung des 49-Euro-Tickets: Das 49-Euro-"Deutschland-Ticket", mit dem in ganz Deutschland einen Monat lang regionale Busse und Bahnen genutzt werden können, fördert eine Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Das zeigt eine Studie des in Berlin ansässigen Klimaforschungsinstituts MCC, die für das Energiewendeprojekt Ariadne durchgeführt wurde.

  • Studienergebnisse:

    • In den ersten 12 Monaten seit der Einführung am 1. Mai 2023 wurden Mobilitätsdaten innerhalb Deutschlands sowie Vergleichsdaten aus acht europäischen Ländern analysiert, um erstmals die Auswirkungen des Tickets auf das Mobilitätsverhalten der Menschen zu ermitteln.
    • Bahnreisen über 30 km nahmen um 30,4 % zu. Gleichzeitig ging die mit dem Auto zurückgelegte Strecke um 7,6 % zurück.
    • Die Gesamtzahl der Wege über alle Verkehrsmittel hinweg blieb unverändert, jedoch stieg der Anteil der Bahnreisen von 10 % auf 12 %, wodurch rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart wurden.
  • Prognose bei Preiserhöhung:

    • Am 23. September 2024 beschlossen die Verkehrsminister der deutschen Bundesländer, den Ticketpreis von 49 Euro auf 58 Euro anzuheben.
    • Das Forschungsteam prognostiziert, dass die Zahl der Bahnreisen infolge der Preiserhöhung um 14 % sinken und die mit dem Auto zurückgelegte Strecke um 3,5 % steigen wird.
    • Damit könnte etwa die Hälfte der im ersten Jahr mit dem 49-Euro-Ticket erreichten Emissionsminderungen wieder aufgehoben werden.
  • Weiteres Material:

    • Eine statistische Wirkungsanalyse zu Veränderungen im Mobilitätsmuster, regionalen Unterschieden und dem Ausmaß der Emissionsminderung ist im auf Deutsch verfügbaren Ariadne D-Ticket Impact Tracker zu finden.

Zusammenfassung von GN⁺

  • Bedeutung des 49-Euro-Tickets: Dieses Ticket verändert die Nutzungsmuster der Verkehrsmittel in Deutschland und trägt zur Verringerung der CO2-Emissionen bei. Es kann als gutes Beispiel für eine nachhaltige Verkehrspolitik gelten.

  • Problem der Preiserhöhung: Eine Preiserhöhung könnte einen erheblichen Teil der anfänglich positiven Effekte zunichtemachen; das ist ein wichtiger Faktor, der bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollte.

  • Empfehlung verwandter Projekte: Vergleichbare Verkehrspolitiken oder Projekte sind etwa der französische Navigo-Pass oder der japanische JR Pass. Solche Modelle fördern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und wirken sich positiv auf die Umwelt aus.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-10-13
Hacker-News-Kommentare
  • Für das 49-€-Ticket sind jährlich etwa 3 Milliarden € an Subventionen nötig, zusätzlich zu den bestehenden Subventionen für die Bahnbranche. Nimmt man an, dass dadurch der CO2-Ausstoß pro Jahr um 6,7 Millionen Tonnen sinkt, kostet das 447 € pro Tonne und ist damit ineffizienter als die meisten anderen Methoden zur CO2-Reduktion

  • Ich mag das deutsche Verkehrssystem, aber das neue System ist nur als Abomodell erhältlich, was für Touristen unpraktisch ist. Der Ticketkauf ist kompliziert, und die Preiserhöhung geht in die falsche Richtung. Die USA können viel vom deutschen Bahnsystem lernen

  • Der Grund, warum ich in den USA keine öffentlichen Verkehrsmittel nutze, ist, dass sie immer voller gefährlicher Menschen sind. In Melbourne und den Niederlanden waren die öffentlichen Verkehrsmittel sauber und ruhig

  • Es begann zunächst mit dem 9-€-Ticket, liegt jetzt bei 49 € und soll auf 59 € steigen. Das belastet Menschen mit niedrigem Einkommen

  • Es wurde dafür plädiert, den regionalen öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen, unter Verweis auf Forschung aus Deutschland

  • Profit hatten nur Menschen, die in der Nähe großer Bahnhöfe wohnen, während es viele Regionen gibt, in denen das Auto die einzige Option ist

  • Während Verkehrsminister versuchen, Straßen attraktiver zu machen, ist die Autolobby so stark, dass die Bahn unattraktiver wird. Normale Menschen leiden, damit Politiker ein luxuriöses Leben führen können

  • Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Nutzung des öffentlichen Verkehrs vor allem auf sonst weitgehend leere Strecken und Zeiten zu verlagern. Züge sind schwer, daher macht es kostenmäßig kaum einen Unterschied, ob Menschen mitfahren oder nicht

  • Das Ticketsystem mit „All-Access“ war beeindruckend, und fast alle Städte sind per Bahn verbunden. Im Mittleren Westen der USA ist die Bevölkerungsdichte zu gering, um ein solches System leicht umzusetzen

  • Ich halte es für gut, wenn der Staat öffentliche Verkehrsmittel, das Postsystem, Telekommunikations-/Internetdienste, Gefängnisse usw. betreibt und grundlegende Dienste bereitstellt. Das wird über Steuern finanziert und soll keinen Gewinn erzeugen, der über die Kosten hinausgeht