- OpenAI hat eine von Thrive Capital angeführte Finanzierungsrunde über 6,6 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und wird nun mit 157 Milliarden US-Dollar bewertet
- Damit ist die Unternehmensbewertung gegenüber vor 9 Monaten um mehr als 70 Milliarden US-Dollar gestiegen
- Auch Microsoft, Nvidia, SoftBank und MGX haben in OpenAI investiert
OpenAI löste 2022 mit dem Chatbot ChatGPT einen AI-Boom aus
- Dadurch wurde ein Investitionswettlauf um Startups ausgelöst, die ähnliche Technologien entwickeln
- Diese Finanzierungsrunde zeigt, dass die Begeisterung der Tech-Branche für AI-Technologie weiterhin stark ist
- Es gab Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit von Startups, weil Großunternehmen wie Google, Amazon und Microsoft in AI-Projekte investieren
- Einige Startups wurden auch von Großunternehmen übernommen
- OpenAI zieht jedoch wegen seines hohen Bekanntheitsgrads und seines schnellen Wachstums weiterhin das Interesse von Investoren auf sich
Erwartete Verluste wegen der hohen Kosten von AI-Technologie
- OpenAI erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden US-Dollar
- Da Aufbau und Betrieb von AI-Technologien wie ChatGPT jedoch sehr teuer sind, wird ein Verlust von rund 5 Milliarden US-Dollar erwartet
- In den vergangenen 9 Monaten wurden mehr als 1.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, sodass derzeit rund 1.700 Beschäftigte dort arbeiten
- Thrive Capital investierte insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar in OpenAI, davon 750 Millionen US-Dollar aus dem eigenen Fonds und 550 Millionen US-Dollar von anderen Investoren
- Zudem besitzt das Unternehmen eine Option, bis 2025 weitere bis zu 1 Milliarde US-Dollar zur gleichen Unternehmensbewertung von 157 Milliarden US-Dollar zu investieren
Wachstumsschmerzen durch Führungswechsel und den Abgang wichtiger Personen
- 2023 kam es dazu, dass der Vorstand CEO Sam Altman unerwartet entließ und ihn fünf Tage später wieder einsetzte
- Danach verließen wichtige Personen wie Chief Scientist und Mitgründer Ilya Sutskever das Unternehmen
- Erst vergangene Woche kündigten der CTO, der Chief Research Officer und der Vice President of Research ihren Rücktritt an
Wandel von einer Non-Profit-Organisation zu einem Unternehmen mit begrenzter Gewinnerzielung
- OpenAI wurde 2015 als Non-Profit-Forschungslabor gegründet, wandelte sich jedoch nach dem Weggang von Elon Musk und dem Ende seiner finanziellen Unterstützung zu einem Unternehmen mit begrenzter Gewinnerzielung
- Ziel war es, die Milliardenbeträge zu beschaffen, die für den Aufbau von AI benötigt werden
- Dennoch wird das Unternehmen weiterhin vom ursprünglichen Vorstand geführt, der den Investoren gegenüber nicht rechenschaftspflichtig ist
- OpenAI diskutiert seit Langem über einen Wechsel zu einem gewinnorientierten Unternehmen
- Es wird jedoch erwartet, dass dies nicht vor dem nächsten Jahr geschieht
- Laut den Bedingungen dieser Finanzierungsrunde muss OpenAI innerhalb von zwei Jahren zu einem gewinnorientierten Unternehmen werden, andernfalls wird das Kapital in Schulden umgewandelt
Meinung von GN⁺
- Die hohe Unternehmensbewertung von OpenAI scheint die Markterwartungen an AI-Technologie und das Potenzial von ChatGPT widerzuspiegeln
- Aufgrund der enormen Kosten für Entwicklung und Betrieb von AI-Technologie dürfte eine kurzfristige Verbesserung der Profitabilität jedoch schwierig sein. Ein langfristig tragfähiges Erlösmodell scheint nötig
- Entscheidend wird sein, ob OpenAI im Vergleich zur Konkurrenz differenzierte Technologien und Services entwickeln kann. Insbesondere wegen der jüngsten Serie von Rücktritten wichtiger Personen gibt es Sorgen, ob die Technologieentwicklung dadurch beeinträchtigt wird
- Es scheint außerdem eine vertiefte Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Auswirkungen und ethischen Fragen von AI-Technologie nötig. Parallel zur Technologieentwicklung sollten auch Anstrengungen für einen verantwortungsvollen Einsatz von AI erfolgen
- Zu ähnlichen dialogorientierten AI-Services zählen Googles Bard und Anthropics Claude. Es ist zu erwarten, dass sich der Wettbewerb bei technischer Reife, Nutzbarkeit und Erlösmodellen weiter verschärft
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
OpenAI hat 6,6 Milliarden Dollar eingesammelt, verbrennt aber jährlich 5 Milliarden Dollar, sodass das zusätzliche Kapital etwa ein Jahr Betrieb ermöglicht.
OpenAI hat noch keine eigene AdWords-Version gestartet.
Es ist fraglich, ob OpenAI tatsächlich so viel wert ist.
OpenAI hat 6,6 Milliarden Dollar eingesammelt.
Seit Theranos und WeWork bin ich bei Pre-IPO-"Bewertungen" immer skeptisch.
Damit ein Startup schnell wachsen kann, braucht es Stabilität in der Führung.
Es ist überraschend, dass es nicht mehr Sorgen über OpenAI gibt.
Statt auf die implizite Bewertung eines Aktienkaufs zu schauen, sollte man die übrigen Finanzierungsbedingungen berücksichtigen.