Neues Linkage-Design
- Die Verbindungsmechanik der Carpentopod-Beine wurde mithilfe von Software entwickelt, die verschiedene Beinvarianten erzeugt
- Jede Variante erhielt einen „Fitness“-Wert auf Basis von Gehgeschwindigkeit, Schrittweite und Materialeinsatz
- Zusätzliche Punkte bekamen Varianten, bei denen sich die Beinspitze während des Zyklus horizontaler und sanfter bewegt
- Nur Varianten mit hohen Fitness-Werten wurden in die nächste Generation übernommen und genetisch kombiniert, um bessere Lösungen zu finden
- Durch genetische Mutationen wurden neue Lösungen entdeckt und Variantenvielfalt erhalten
- Die in C++ geschriebene Simulation ließ innerhalb weniger Sekunden Dutzende Generationen evolvieren
- Die letztlich ausgewählte Beinverbindungsmechanik wurde durch eine größere Simulation bestimmt
Entwurf des laufenden Tisches
- Das Projekt begann zunächst als Hobbyprojekt, entwickelte sich aber mit dem Erwerb physischer Fertigungsfähigkeiten zu einem echten Tisch weiter
- Der Carpentopod-Tisch benötigt 12 Beine für ausreichende Stabilität
- Die Beinbauteile müssen mit einer Präzision von unter einem Millimeter gefertigt werden
- Gefertigt wurde per CNC aus Bambus-Sperrholz
- Alle Komponenten wurden mit Autodesk Fusion 360 entworfen und getestet
- Es wurde ein zentraler „Rumpf“ entworfen, der Elektronik, Motoren und Batterie aufnehmen kann
- Der Tisch wurde so ausgelegt, dass er mit zwei Motoren gesteuert werden kann
Fertigungsprozess
- Die meisten Teile wurden mit einem 3-Achsen-CNC-Router gefertigt
- Bambus-Sperrholz wurde in mehrere Platten aufgeteilt, per CNC bearbeitet und verklebt
- Die Kurbelwelle wurde aus Aluminiumstangen gefertigt
- Die gebogenen „Türen“ des Rumpfs wurden aus Bambus gefertigt und mit Magneten versehen, damit sie sich leicht öffnen und schließen lassen
- Der Tisch wurde auf die gleiche Höhe wie ein TV-Möbel gebaut, sodass beides ein Set bildet
Den Tisch in Bewegung setzen
- Zwei 24V-Brushless-Motoren treiben jeweils einen Abschnitt mit 6 Beinen an
- Mit einem Arduino Nano wird die Motorspannung gesteuert
- Ein Bluetooth-Modul ermöglicht die Steuerung per kabellosem Joystick
- Eine 14,8V-LiPo-Batterie ermöglicht den kabellosen Betrieb
Freigabe der Linkage
- Die Carpentopod-Linkage wird als Public Domain bereitgestellt
- Wer über die nötigen Fähigkeiten verfügt, kann sie selbst bauen
Zusammenfassung von GN⁺
- Das Carpentopod-Projekt ist ein Beispiel dafür, wie sich Software und physische Fertigungstechniken kombinieren lassen, um einen einzigartigen laufenden Tisch zu bauen
- Mithilfe eines evolutionären Algorithmus wurde eine optimierte Beinverbindungsmechanik entwickelt
- Durch CNC-Fertigung und Bambus entstanden präzise und langlebige Bauteile
- Mit Arduino und Bluetooth wurde eine kabellose Steuerung umgesetzt
- Das Projekt kann die Maker-Community inspirieren; ein ähnliches Projekt mit vergleichbarer Idee ist Theo Jansens Strandbeest
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Das ferngesteuerte Strandbeest ist großartig
Erinnert an "The Luggage" aus Terry Pratchetts Discworld-Reihe
Betont, dass die Frage "Warum?" nicht nötig ist
Bewundert kreative Menschen
Es wirkt passend, dass jemand namens de Carpentier ein Holzbauprojekt macht
Ich möchte aus diesem Projekt eine Kiste machen und kleine falsche Füße an den Beinen befestigen
Fragt sich, ob es irgendwo fertig montierte Beinteile zu kaufen gibt
Ihn in Bewegung zu sehen, ist wirklich großartig
Dachte anfangs, es sei eine Nachahmung eines anderen Projekts