- Sam Curry und ich verbringen viel Zeit in den Warteschlangen der Flughafensicherheit
- Known Crewmember (KCM) ist ein TSA-Programm, das es Pilot:innen und Kabinenpersonal ermöglicht, die Sicherheitskontrolle zu umgehen
- Der KCM-Prozess ist einfach: Mitarbeitende nutzen eine eigene Spur und legen einen KCM-Barcode oder ihre Personalnummer vor
- Das Cockpit Access Security System (CASS) ist ein ähnliches System, das es Pilot:innen ermöglicht, den Jumpseat zu nutzen
ARINC
- ARINC betreibt das KCM-System im Auftrag der TSA
- ARINC betreibt eine Website und eine API, über die Pilot:innen und Kabinenpersonal ihren KCM-Status prüfen können
- Jede Fluggesellschaft betreibt ihr eigenes Authentifizierungssystem und interagiert mit dem „Hub“ von ARINC
- TSA und Fluggesellschaften senden
CockpitAccessRequest und CrewVerificationRequest an ARINC, und ARINC leitet diese an das passende System der jeweiligen Fluggesellschaft weiter
FlyCASS.com
- FlyCASS bietet eine webbasierte Oberfläche für kleinere Fluggesellschaften
- Durch Tests auf SQL-Injection wurde eine Sicherheitslücke in FlyCASS entdeckt
- Über SQL-Injection war ein Login in das Administratorkonto von Air Transport International möglich
KCM- und CASS-Administratoren
- FlyCASS betreibt KCM und CASS, und mit Administratorrechten können neue Mitarbeitende hinzugefügt werden
- In Tests wurde der neue Mitarbeiter
Test TestOnly angelegt und mit Zugriffsrechten für KCM und CASS versehen
- Dadurch wurde ein schwerwiegendes Problem sichtbar: Jede Person konnte per SQL-Injection Zugriff auf KCM und CASS erhalten
Offenlegung
- Es war schwierig, passende Ansprechpartner für die Offenlegung des Problems zu finden
- Am 23. April wurde das Problem dem Heimatschutzministerium gemeldet, woraufhin FlyCASS in KCM/CASS deaktiviert wurde
- Die TSA veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die Schwachstelle abstritt
- Die TSA entfernte auf der Website den Abschnitt zur manuellen Eingabe der Mitarbeiter-ID
Zeitlinie
- 23.04.2024: Erstmeldung an ARINC und FAA
- 24.04.2024: Nachträgliche Meldung an DHS
- 25.04.2024: DHS-CISO bestätigt laufende Behebungsarbeiten
- 07.05.2024: Bestätigung, dass FlyCASS von KCM/CASS getrennt wurde
- 17.05.2024: Nachfrage zur TSA-Erklärung (keine Antwort)
- 04.06.2024: Weitere Nachfrage zur TSA-Erklärung (keine Antwort)
Mitwirkende
Zusammenfassung von GN⁺
- Dieser Artikel behandelt eine schwerwiegende Schwachstelle in einem Flughafensicherheitssystem
- Durch Sicherheitsmängel in den Systemen KCM und CASS entstand das Problem, dass jede Person die Sicherheitskontrolle umgehen und Zugang zum Cockpit erhalten konnte
- Über SQL-Injection konnten Administratorrechte erlangt werden, was eine erhebliche Sicherheitsbedrohung darstellt
- Der Artikel beschreibt detailliert, wie Sicherheitsforscher das Problem entdeckten und offenlegten
- Systeme mit ähnlicher Funktion sind unter anderem TSA PreCheck und Global Entry
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Das TSA-System ist für grundlegende Webprogrammierfehler anfällig
Die Reaktion der TSA ist kindisch und peinlich
Erstaunlich ist nicht nur die SQL-Injection, sondern auch, dass gefälschte Datensätze für Mitarbeiter erstellt wurden
Für jeden mit auch nur ein wenig Motivation wäre es nicht schwer, 9/11 nachzustellen
Möglicherweise wollte der FlyCASS-Entwickler mehr Aufmerksamkeit, weil er wusste, dass das Problem sofort behoben werden würde
Dass niemand erwähnt, dass Passwörter mit MD5 gespeichert werden, zeigt, wie ernst die Lage ist
Es ist nicht überraschend, dass die Schwere des Problems abgestritten wird, wohl aber, dass weder das FBI informiert noch jemand verhaftet wurde
Ein milliardenschweres Sicherheitssystem wird durch eine einfache SQL-Injection ausgehebelt
Die Reaktion der TSA ist zutiefst schockierend
Ich würde gerne höhere Gehälter vorschlagen, damit der Staat bessere Talente einstellen kann, aber das Problem scheint systemisch zu sein, sodass das wohl nichts bringen würde