- Kürzlich konnte ein niederländischer Hacker 4 Millionen Solarinstallationen steuern. Es war nicht das erste Mal.
- Die meisten Solarinstallationen von Privatkunden und Unternehmen werden zentral von einer kleinen Zahl von Unternehmen verwaltet.
- Allein in den Niederlanden erzeugen solche Solaranlagen eine elektrische Leistung, die mindestens 25 mittelgroßen Kernkraftwerken entspricht.
- In Europa gibt es kaum Regeln oder Gesetze, die diese zentralen Verwalter regulieren.
- Diese Cloud-basierten Verwaltungsplattformen können durch Hacks oder Unfälle sämtliche Solaranlagen gleichzeitig abschalten.
- Jüngste Bestätigungen durch ethische Hacker und den niederländischen Netzbetreiber TenneT zeigen, dass dies kein theoretisches Szenario ist.
- Einzelne Solaranlagen richten keinen großen Schaden an, aber im Laufe der Zeit ist ihre Zahl stark gestiegen und ihre Verwaltung hat sich auf wenige Stellen konzentriert.
- Entweder muss die Fähigkeit abgeschafft werden, zentral Gigawatt an Leistung abzuschalten, oder die zentralen Verwalter müssen wie Energieunternehmen reguliert werden.
- In den Niederlanden werden 15 GW Leistung aus der Ferne gesteuert, ohne dass genau bekannt ist, wer diese Kontrolle ausübt.
- Die kommende EU-NIS2-Richtlinie bietet eine Chance zur Verbesserung, muss dafür aber klarer gefasst werden.
- SolarPower Europe fordert ebenfalls, die NIS2-Regeln ausdrücklich auf Solarenergie anzuwenden.
Die längere Geschichte
- Willem Westerhof versucht seit 2016, auf dieses Problem aufmerksam zu machen.
- Zusammen mit seinem Arbeitgeber Secura verfasste Willem einen umfangreichen Bericht für den niederländischen "Topsector Energie".
- Das synchronisierte Stromnetz auf dem europäischen Kontinent ist eine enorme Leistung, die große Teile Europas und darüber hinaus verbindet.
- Das Stromnetz muss immer im Gleichgewicht bleiben. Gelangt zu viel Strom ins Netz, steigt die Frequenz und es kann zu Überspannung kommen.
- Kürzlich kam es zu einem internationalen Stromausfall in Albanien, Montenegro, Bosnien und Kroatien.
- An große Stromerzeuger werden hohe Anforderungen gestellt. Ihre Kraftwerke werden überwacht, die Ausrüstung muss viele Vorgaben erfüllen, und das Personal braucht die passenden Qualifikationen.
- Europäische Netzwerke und Anbieter arbeiten fortlaufend zusammen, um das Netz stabil und sicher zu halten.
Was wir regulieren
- Solaranlagen sind über Wechselrichter mit dem Netz verbunden. Dieses Gerät wandelt die Energie der Module in eine Form um, die das Stromnetz verarbeiten kann.
- Dieses Gerät muss die Regeln erfüllen, und in den Niederlanden dürfen nur von Belgiens Synergrid zugelassene Wechselrichter installiert werden.
Was wir nicht regulieren
- Die meisten Wechselrichter sind mit dem Internet verbunden. Diese Konfiguration stellt eine Verbindung zum Hersteller her und lädt Statistiken über Solaranlagen und Stromerzeugung hoch.
- Die Eigentümer der Anlagen können sich über eine App oder Website mit dem Hersteller verbinden.
- Der Hersteller kann sämtliche Anlagen ein- und ausschalten und neue Software auf den Wechselrichtern installieren.
- Wenn der Hersteller gehackt wird, kann ein Angreifer manipulierte Software-Updates an die Wechselrichter senden und so die Kontrolle übernehmen.
Was würde dann passieren?
- Das Stromnetz ist äußerst empfindlich. Es muss genau dieselbe Menge an Strom hinein- wie hinausfließen.
- Hersteller von Solarwechselrichtern können Hunderttausende bis Millionen Installationen ein- und ausschalten.
- Die niederländischen ethischen Hacker Wietse Boonstra und Hidde Smit konnten die Software von Solarinstallationen ohne Erlaubnis des Herstellers verändern.
Oh nein
- Gäbe es ein Kontrollpult, mit dem sich Dutzende Reaktoren gleichzeitig abschalten ließen, müsste es alle möglichen Sicherheitsvorschriften einhalten.
- Solaranlagen und Wechselrichter für Privathaushalte gelten jedoch als "normale" Unterhaltungselektronik, daher gibt es weder Prüfungen noch entsprechende Gesetze.
- Die Verwaltung hat sich auf wenige Anbieter konzentriert, und diese werden nicht streng reguliert.
Und jetzt?
- Der jüngste von der niederländischen Topsector Energie in Auftrag gegebene Secura-Bericht ist sehr hilfreich, um zu verstehen, wie ernst die Lage ist.
- Neue Gesetze sind auf dem Weg, und NIS2 sowie der Cyber Resilience Act könnten diese Akteure strengeren Regeln unterwerfen.
- SolarPower Europe argumentiert ebenfalls, dass zentral verwaltende Parteien in den Geltungsbereich von NIS2 fallen sollten.
Zusammenfassung von GN⁺
- Dieser Artikel erklärt, wie die zentrale Verwaltung von Solaranlagen ein großes Risiko für das europäische Stromnetz darstellen kann.
- Er unterstreicht die Schwere des Problems, weil zentrale Verwalter kaum reguliert werden.
- Neue Gesetze wie NIS2 und der Cyber Resilience Act könnten helfen, dieses Problem zu lösen.
- Der Artikel betont die Bedeutung von Energiemanagement und Sicherheitsfragen und liefert wichtige Informationen für Menschen, die in der Branche arbeiten.
- Produkte oder Projekte mit ähnlichen Funktionen sind unter anderem SolarEdge und Enphase Energy.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Die Behauptung, dass die Solarpanels in den Niederlanden eine Stromleistung erzeugen, die 25 mittelgroßen Kernkraftwerken entspricht, ist übertrieben
Eigentümer von Panels und Invertern können sich mit dem Hersteller verbinden, um den Status der Panels zu prüfen
Ein Nutzer, der off-grid lebt, beschwert sich darüber, dass das Inverter-Monitoring nur online möglich ist
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Die Cloud-Anbindung von Victron-Produkten ist optional und standardmäßig deaktiviert
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