- Manchmal kommt ein Freund von einer Reise zurück und erzählt, wie schön es war, sich zu Fuß fortzubewegen
- Dabei stellt sich die Frage, warum sich das Gehen in Städten aus der Zeit vor dem Auto natürlich anfühlt, während es sich nach der Rückkehr nach Hause unbequem anfühlt
- Dafür gibt es mehrere Faktoren, etwa die Dichte der Stadt oder die geringen Kosten und die Bequemlichkeit des Autofahrens, aber der größere Faktor ist, dass das Erlebnis für Fußgänger nicht würdevoll gestaltet wird
Hierarchie der Bedürfnisse
- Bei der Gestaltung guter Räume für Fußgänger gibt es drei zusammenhängende Konzepte, die sich ähnlich wie Maslows Bedürfnishierarchie anordnen lassen
- Die Basis der Pyramide ist am wesentlichsten, aber für ein vollständiges und angenehmes Fußgängererlebnis werden alle drei Ebenen benötigt
- Die Ebenen sind Konformität, Sicherheit und Würde
Konformität: Oft nicht ausreichend
- Ganz unten in der Pyramide steht die Konformität. Das bedeutet vor allem die Einhaltung der ADA-Regeln
- Die bloße Einhaltung der ADA-Regeln führt oft nicht zu guten Einrichtungen für Fußgänger
- Zum Beispiel entfernen viele Behörden Fußgängerinfrastruktur, um die Kosten für die Einhaltung zu senken
- Konformität geschieht in guter Absicht, reicht aber manchmal nicht aus, um Fußgängerinfrastruktur tatsächlich nutzbar zu machen
Sicherheit: Ein Schritt weiter, aber immer noch unzureichend
- In der Mitte der Pyramide steht die Sicherheit. Dazu gehören sowohl tatsächliche als auch wahrgenommene Sicherheit
- Man kann Infrastruktur schaffen, die konform, aber nicht sicher ist
- Man kann auch Infrastruktur schaffen, die gut gestaltet und sicher ist, aber keine Würde vermittelt
Würde: Damit sich Gehen richtig anfühlt
- Es wird ein einfacher Test vorgeschlagen, um zu beurteilen, ob eine Einrichtung Würde besitzt
- Ob das der Fall ist, lässt sich daran erkennen, was man denkt, wenn man einen Freund zu Fuß unterwegs sieht
- Wichtige Elemente für ein würdiges Fußgängererlebnis sind die folgenden
- Schatten und Licht
- Bequemlichkeit
- Einfassung und Proportionen
- Lebendigkeit
Schatten und Licht
- Einrichtungen mit Würde brauchen im Sommer durchgängigen Schatten
- Nachts sollten Schatten minimiert und der Weg klar erkennbar sein
Bequemlichkeit
- Wege sollten intuitiv und einfach sein, und ihre Nutzung sollte sich nicht unerquicklich anfühlen
- Scharfe 90-Grad-Kurven oder Umwege zu erzwingen, erzeugt ein Gefühl von Unbequemlichkeit
Einfassung und Proportionen
- Durch breite, offene Korridore zu gehen, ist eine sehr unangenehme Erfahrung
- Es braucht ein angemessenes Gleichgewicht
Lebendigkeit
- Fronten mit hoher Aktivität sind immer attraktiver
- Über eine traditionelle Main Street zu gehen, ist angenehmer als durch ein Gewerbegebiet zu laufen
Konformität allein reicht nicht aus
- Konforme Gehwege und Wege zu schaffen, hat hohe Priorität, um Fußgängern auf einer grundlegenden Ebene zu helfen
- Das allein genügt jedoch nicht
- Damit Gehen und Rollen zu alltäglichen Aktivitäten werden, die man gerne ausübt, braucht es Infrastruktur mit Konformität, Sicherheit und Würde
Zusammenfassung von GN⁺
- Dieser Artikel betont die Würde des Fußgängererlebnisses und erklärt, dass bloße Konformität und Sicherheit nicht ausreichen
- Bei der Gestaltung von Fußgängerflächen sollten Faktoren wie Schatten, Bequemlichkeit, Einfassung und Lebendigkeit berücksichtigt werden
- Der Artikel ist nützlich für Stadtplaner und politische Entscheidungsträger und kann helfen, fußgängerfreundliche Städte zu schaffen
- Ein Projekt mit ähnlicher Zielsetzung ist das Programm "Complete Streets"
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
In Austin stellte die Polizei Fragen, und ich wirkte offenbar verwirrt. Am Ende erklärte ich, dass ich auf dem Weg zu einem Museum war
Autogerechte Infrastruktur macht Straßen unnötig breit
Der GCN-Kanal hat ein Video über autogerechtes Denken veröffentlicht
Der Titel des Artikels kann missverständlich sein
Manche Menschen gehen in Großstädten gern zu Fuß, andere fühlen sich beim Gehen in überfüllten Gegenden unwohl
Sich eine ideale Stadt vorzustellen, ist nicht realistisch
Zu Fuß zu gehen kann sich in den USA unangenehm anfühlen
Menschen unter 16 und über 75 haben Einschränkungen bei der Mobilität
Manche fragen sich, wie man nach Europa auswandern kann
Disney World ist ein Beispiel für maximal auf Fußgänger ausgelegte Mobilität