- Apple wird im Rahmen der im vergangenen Monat angekündigten wegweisenden Vereinbarung mit OpenAI eine Beobachterrolle im OpenAI-Verwaltungsrat übernehmen
- Ausgewählt wurde Phil Schiller, Apples früherer Marketingchef und heutiger Verantwortlicher für den App Store
- Als Verwaltungsratsbeobachter wird Schiller kein formelles Verwaltungsratsmandat übernehmen
- Dieser Schritt folgt auf Apples im Juni angekündigten Plan, ChatGPT auf iPhone, iPad und Mac anzubieten, als Teil der Bereitstellung von AI-Funktionen
- Die Beobachterrolle im Verwaltungsrat stellt Apple mit Microsoft auf eine Stufe
- Beobachter können an Verwaltungsratssitzungen teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht und keine weiteren Rechte eines Verwaltungsratsmitglieds
- Sie können jedoch Einblicke in die Entscheidungsprozesse des Unternehmens gewinnen
- Dass Microsoft und Apple an Verwaltungsratssitzungen teilnehmen, könnte für die beiden Tech-Giganten, die seit Jahrzehnten Konkurrenten und zugleich Partner sind, eine komplexe Situation schaffen
- In einigen OpenAI-Verwaltungsratssitzungen dürften künftige AI-Pläne zwischen OpenAI und Microsoft erörtert werden, und Microsoft könnte wünschen, dass Schiller von solchen Diskussionen ausgeschlossen wird
- Verwaltungsratsbeobachter verlassen bei Diskussionen, die oft als sensibel gelten, auch häufig den Sitzungsraum
- Phil Schiller leitet Apples AI-Initiativen zwar nicht, doch seine langjährige Rolle als Hüter der Apple-Marke macht ihn zu einer passenden Besetzung für die Beobachterposition
- Er trat 2020 von seinem Posten als Marketingchef zurück und trägt derzeit den Titel Apple Fellow
- Neben der Leitung des App Store beaufsichtigt er weiterhin die Produktpräsentationen des Unternehmens
- Außerhalb von Apple hat er zudem ein Verwaltungsratsmandat beim Medizintechnikunternehmen Illumina
- Durch die Partnerschaft mit OpenAI verbündet sich Apple mit dem einflussreichsten AI-Startup, zugleich aber auch mit einem Unternehmen, das für Kontroversen und Turbulenzen bekannt ist
- OpenAI-CEO Sam Altman wurde im vergangenen Jahr kurzzeitig entlassen, weil Bedenken bestanden, dass er gegenüber dem Verwaltungsrat nicht ausreichend offen gewesen sei
- Das Unternehmen wurde zudem dafür kritisiert, Bedenken zur AI-Sicherheit herunterzuspielen und ohne Zustimmung eine digitale Stimme verwendet zu haben, die der Schauspielerin Scarlett Johansson ähnelt
- Die OpenAI-Integration ist ein Bestandteil von Apples übergreifender AI-Strategie
- Die als Apple Intelligence bezeichnete Technologie fasst Artikel und Benachrichtigungen zusammen, erstellt personalisierte Emojis und Bilder und zeichnet Sprachnotizen auf
- Sie umfasst außerdem eine verbesserte Version von Apples digitalem Assistenten Siri, doch viele dieser Verbesserungen werden erst im nächsten Jahr veröffentlicht
- Die Partnerschaft zwischen Apple und OpenAI ist derzeit keine finanzielle Vereinbarung
- Stattdessen erhält OpenAI Zugang zu Hunderten Millionen potenzieller Nutzer, und Apple bekommt die Chatbot-Funktionen, nach denen viele Verbraucher verlangen
- Nutzer werden auf Apple-Geräten auch Zugriff auf die kostenpflichtige Version von ChatGPT erhalten, was für Apple App-Store-Gebühren generieren könnte
- Apple führt auch Gespräche mit Google, Anthropic und anderen über zusätzliche Chatbot-Angebote
- Zudem wird mit Baidu und Alibaba über mögliche Vereinbarungen zur Bereitstellung von AI-Funktionen in China gesprochen
- Apple Intelligence soll zunächst auf US-Englisch eingeführt und anschließend weltweit ausgerollt werden
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