Muddy von YC S19 bringt Multiplayer-Browser zur Steigerung der Arbeitseffizienz heraus
(news.ycombinator.com)Einführung in den Muddy-Browser
- Jimmy, Ron und Austa stellen Muddy (https://feelmuddy.com/) vor
- Muddy ist ein Browser für die Arbeit, der Funktionen bietet, um automatisch Ordnung an demselben Ort zu schaffen, an dem Projektdateien genutzt und geteilt werden
- Demo-Video: https://www.youtube.com/watch?v=tZr49aN3sjQ
- Download-Link: https://feelmuddy.com/
Probleme der bestehenden Arbeitsumgebung
- Bei der Arbeit am Computer entsteht viel Reibungsverlust
- Man verschwendet Zeit damit, Chat-Logs nach wichtigen Links zu durchsuchen, oder unterbricht den Arbeitsfluss anderer, um etwas zu finden
- Web-Apps helfen jeweils in ihrem eigenen Silo, dennoch ist weiterhin viel doppelte Arbeit nötig
- Jede App hat ihre eigene Art der Dateiorganisation, einen eigenen Benachrichtigungseingang, ein eigenes Suchsystem usw.
- Gespräche finden überall statt, und es gibt keine einheitliche Ansicht, in der sich alles zu einem Projekt auf einen Blick sehen lässt
- Dateien werden nicht in Ordnern gespeichert, sondern in der „Cloud“
Hintergrund der Entwicklung von Muddy
- Man begann, Zeit darauf zu verwenden, Dateien in freigegebenen Dokumenten zu organisieren und die Nutzung neuer Apps einzuschränken
- Das half zwar, doch wenn man die Organisation nicht ständig im Blick behält, veralten Links und alles wird wieder unübersichtlich
- Muddy begann als Hackathon-Projekt, das für den Eigengebrauch entwickelt wurde
- Es ist ein zentraler Ort, an dem sich Web-Apps gemeinsam mit anderen nutzen lassen, dabei aber für jeden Nutzer automatisch personalisiert wird
- Jeder erhält eine eigene Ansicht aller Projekte, die auf die persönliche Arbeitsweise zugeschnitten ist
Hauptfunktionen von Muddy
- Muddy-Nutzer arbeiten an Projekten in einem Bereich mit automatisch gruppierten Tabs
- Nutzer teilen Apps in der gemeinsamen Projekt-Timeline (jede Website ist möglich, etwa Github-PRs, Figma-Dateien oder Trello-Boards), und Muddy öffnet automatisch die zugehörigen Tabs
- Alle für ein Projekt benötigten Apps lassen sich mit einem Klick öffnen
- Muddy läuft im Hintergrund, verfolgt die Timeline und nutzt LLMs, um Apps fortlaufend zu organisieren und alles aktuell zu halten
- Zur Bestimmung der Relevanz werden Signale wie die Popularität von Dateien, Namenskonventionen und Gespräche berücksichtigt
- Allen Beteiligten wird eine aktualisierte Liste wichtiger Tabs angezeigt
- Der eigentliche Browser basiert auf Chromium
- Wenn man nach einigen Wochen zu einem Projekt zurückkehren muss, kann man die Projekt-Timeline mit einem Klick auf diesen Zeitpunkt zurückspulen
- Bei Websites ohne eingebaute Kollaborationsfunktion (z. B. Dokumenten) kann man mit Muddy direkt auf der Website Anmerkungen hinzufügen
- Wenn ein Projekt wächst, muss es mitunter aufgeteilt werden
- In allen Bereichen kann Muddy Fragen wie ChatGPT beantworten, Dateien als Quelle zitieren und Apps direkt zurückgeben
- Das ist möglich, weil Muddys KI den Browser gemeinsam nutzt und mit Blick auf den Datenschutz lokal authentifizierte Apps verwenden kann
Unterschiede zu anderen Browsern
- Andere Browser wie Chrome und Arc konzentrieren sich auf persönliche Produktivität und betrachten Teilen als Zusatzfunktion
- Muddy geht davon aus, dass Produktivität davon abhängt, wie gut man mit anderen zusammenarbeiten kann, und macht das zu einer Priorität erster Ordnung
- Organisationsarbeit manuell zu erledigen, ist nicht nachhaltig
Geschäftsmodell von Muddy
- Muddy will ein kostenpflichtiges Team-Abo mit zusätzlichen Funktionen wie geteilten Passwörtern, Team-Organisation, benutzerdefinierten Shortcuts und SSO-Management anbieten
- Dies ist noch nicht umgesetzt, das Kernprodukt soll kostenlos verfügbar sein
- Einnahmen durch die Monetarisierung von Daten sind nicht geplant
Meinung von GN⁺
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Das von Muddy vorgeschlagene Browserkonzept mit Fokus auf Zusammenarbeit ist innovativ und unterscheidet sich klar von bestehenden Browsern. Allerdings könnte es unpraktisch sein, wenn Nutzer sowohl ihren bisherigen Browser als auch Muddy parallel verwenden müssen. Man könnte auch erwägen, es als Erweiterung für bestehende Browser anzubieten.
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Die automatische Dateiorganisation und Projektverwaltung ist attraktiv, aber es bleibt fraglich, wie präzise das in realen Arbeitsabläufen funktioniert. Zwischen einem vom Nutzer selbst klassifizierten System und einem von KI automatisch klassifizierten System kann es Abweichungen geben. Es scheint notwendig, dass Nutzer die Klassifikationslogik direkt korrigieren und die KI trainieren können.
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Der Versuch, das Silo-Problem zwischen Web-Apps zu lösen, ist gut, doch am Ende besteht das Risiko, dass Muddy selbst zu einem weiteren Silo wird, das alles bündelt. Langfristig scheint es nötig zu sein, auf Ebene der Webstandards Interoperabilität zwischen Apps zu ermöglichen. Hoffentlich ist Muddy nicht nur eine einzelne Lösung, sondern ein Anstoß für weiterführende Diskussionen.
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Es gibt interessante Ideen wie eine Timeline-basierte Benutzeroberfläche oder direkte Anmerkungen auf Webseiten. Unklar ist jedoch, wie effizient das im Vergleich zu bestehenden Interfaces wirklich ist und wie gut Nutzer es annehmen werden. Es scheint wichtig, das Feedback früher Nutzer genau zu analysieren und Verbesserungen darauf aufzubauen.
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Sicherheits- und Datenschutzfragen geben Anlass zur Sorge. Da alle persönlichen und unternehmerischen Daten in einem Browser gebündelt werden und KI diese analysiert, könnten Bedenken aufkommen. Selbst wenn die Datenverarbeitung lokal erfolgt, scheinen konkrete Maßnahmen nötig zu sein, um Nutzer zu beruhigen.
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