1 Punkte von GN⁺ 2024-05-09 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Mit einem Unterwasser-Fahrrad kann man mit menschlicher Beinkraft unter Wasser übermenschliche Geschwindigkeiten erreichen

  • Das französische Unternehmen Seabike hat ein Schwimmgerät entwickelt, das mit menschlicher Beinkraft unter Wasser übermenschliche Geschwindigkeiten ermöglichen soll
  • Der per Kurbel angetriebene Schubpropeller sieht wie ein Unterwasser-Einrad aus
  • Funktionsweise:
    • Die Stange des Seabike wird auf die passende Länge ausgezogen und dann mit einem Gurt an der Taille befestigt
    • Sucht man mit den Füßen die Pedale und dreht die Kurbel, treibt die vom Hüftgurt abgestützte Kraft einen etwa 38 cm großen Propeller an
    • Schwimmt man dabei mit den Armen, entsteht ein surreales visuelles Gefühl, als würde man auf einem Fahrsteig im Flughafen laufen
    • Man kann die Arme im Superman-Stil nach vorn strecken und gemächlich dahingleiten oder mit dem Gesicht nach unten komplett untertauchen und sich wie ein pedalisierender Fisch fortbewegen
    • Vollständig kompatibel mit Scuba-Ausrüstung und daher auch in größerer Tiefe unter Wasser nutzbar
  • Der Propeller arbeitet in beide Richtungen, sodass man ihn umdrehen, statt Pedalen Griffe montieren und ihn mit den Armen antreiben kann, aber das wirkt nicht besonders spaßig
  • Da sich der Propeller nur langsam dreht, kann das Gerät auch im Schwimmbad sicher verwendet werden
  • Eine unterhaltsame Möglichkeit, in offenen Gewässern schnell längere Strecken zurückzulegen
  • Seabike betreibt in Cannes eigene Schnorchel-Touren und verkauft das Gerät zusammen mit einem Schnorchel-Board und einem Speerfischerei-Kit
  • Zum einfachen Verstauen zerlegbar
  • Wird seit mindestens einem Jahr produziert und ab €290 (US$310) verkauft, hat bislang aber noch keine größere Aufmerksamkeit erhalten
  • Laut Hersteller deutlich schneller als ein Schwimmer mit Flossen

Meinung von GN⁺

  • In einer Zeit, in der elektrischer Antrieb dominiert, wirkt ein so simples mechanisches Gerät wie ein frischer neuer Ansatz
  • Für Menschen, die nie wussten, wie sie ihre Beine beim Schwimmen einsetzen sollen, könnte es das Schwimmen deutlich unterhaltsamer machen
  • Es gab bereits Geräte wie Aqua-Bikes für Trainingseinheiten unter Wasser, aber das Seabike scheint durch seine Mobilität vielseitiger einsetzbar zu sein
  • Bei längerer Nutzung dürfte sich Ermüdung aufbauen, und in Gewässern mit starker Strömung könnte es gefährlich werden
  • Für Privatnutzer ist der Preis etwas hoch, daher könnte auch ein Verleihmodell sinnvoll sein

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-09
Hacker News-Kommentare

Zusammengefasst ergibt sich Folgendes:

  • Seabike gilt zwar als französisches Unternehmen, tatsächlich wird es aber von Paritet SRL mit Sitz in Italien hergestellt. Ein Fehler auf der französischen Website wirft Fragen zur Glaubwürdigkeit auf.
  • Die CIA und die SEALs testeten in den 1950er-Jahren ein ähnliches Gerät, und in den 1940er-Jahren gab es sogar pedalbetriebene U-Boote für den Schmuggel.
  • Mit einem effizienten neuen Propellerdesign namens MX-1 Sharrow Propeller ließe sich vermutlich eine bessere Leistung erzielen. Dieser Propeller verwendet statt Blättern Schleifen und reduziert dadurch Kavitation und Geräusche erheblich.
  • Das Seabike kann sich mit 3,6 km/h fortbewegen und bis zu 7,9 km/h erreichen, aber Michael Phelps ist auf kurzen Strecken schneller.
  • Auch Freitauchflossen für lange Distanzen können übermenschliche Geschwindigkeiten erreichen und kosten ähnlich viel. Ein Geschwindigkeitsvergleich wäre wünschenswert.
  • Für Antriebe bei Segelbooten sind Elektromotoren schwer und teuer, und Hobies Mirage Drive erfordert zudem ein Loch im Rumpf. Ein handbetriebener Propeller scheint schwer zu steuern zu sein. Vorerst wird man wohl weiter Ruder verwenden müssen.
  • Es heißt, die Propellerdrehzahl sei niedrig genug, um das Gerät sicher in einem Schwimmbecken zu verwenden, doch daran bestehen Zweifel. Beim Radfahren unter Wasser sinkt die Kadenz. Es wäre interessant, welche Pedale sich für die Nutzung mit bloßen Füßen eignen.
  • Es wäre auch lustig, künstliche Füße anzubringen, sodass nur die Füße über der Wasseroberfläche zu sehen sind und es wie ein Monster aussieht.
  • Beim Schwimmen geht es nicht darum, schnell voranzukommen, sondern darum, Spaß zu haben. Dieses Gerät wirkt unbeholfen, und vermutlich müsste man die Arme zum Ausbalancieren einsetzen. Die Begeisterung der Person, die es gebaut hat, ist dennoch anerkennenswert.
  • Es wirkt wie ein Unterwasser-Einrad. Würde man eine Y-förmige Ganzkörperstruktur daraus machen, die als Ruder und zusätzliche Antriebsachse dient, könnte daraus ein Unterwasser-Dreirad werden.