Es gibt die Sorge, dass mit der Übernahme von HashiCorp durch IBM die bisherige ingenieurszentrierte Kultur verschwindet, in der Bürokratie von IBM untergeht und dadurch wie Red Hat oder CentOS an Attraktivität verliert
Andererseits gibt es auch die Erwartung, dass dies eine neue Welle von Innovationen im Bereich IaC (Infrastructure as Code) auslösen könnte und Alternativen hervorbringt, die das Monopol von HashiCorp ersetzen können
Die mangelnde Integration der HashiCorp-Produkte war ein Hindernis bei der Auswahl. Seit dem Aufkommen von Kubernetes ist die Beherrschung der Computing-Plattform entscheidend geworden, um etwa Vault sinnvoll zu nutzen
Da es keine "One-Click"-Methode gab, um HashiCorp-Produkte von der Entwicklung bis zur Produktion in einer integrierten Umgebung zusammenzustellen, mussten alle ihre eigene maßgeschneiderte Konfiguration bauen und die Einführung auf Ebene einzelner Komponenten entscheiden. Hätte man das standardisiert, hätten Startups schnell loslegen können, bestehende Unternehmen nur die benötigten Teile auswählen können, und man hätte Support-Verträge verkaufen können
IBMs Cloud-Strategie besteht darin, eine integrierte Plattform zu schaffen, daher gibt es die Chance, dass HashiCorp-Produkte die Integration erhalten, die ihnen eigentlich zusteht
Seit der Lizenzänderung bei Terraform war so etwas absehbar, und auch wenn ein Verkauf an IBM nicht zwingend war, schien es schwierig, die Gründungsvision aufrechtzuerhalten
Es gibt bereits Leute, die von Terraform zu OpenTofu wechseln, und schon bald könnten auch für andere Produkte Open-Source-Projekte entstehen, die nicht an das Geschäftsmodell von IBM gebunden sind. Am Ende wäre das ein weiterer Sieg für Open Source
Eine Anekdote von jemandem, der mit HashiCorp zu tun hatte: Nachdem er 2015 eine Schwachstelle in Dell-Software gefunden und darüber gebloggt hatte, wurde er von einer Firma mit seltsamem Namen kontaktiert; damals war es ein rund 50 Personen starkes Unternehmen mit Series-A-Finanzierung. Er war zu jung, um die Chance richtig einzuschätzen, bekam Angst und brach den Kontakt ab, aber auch wenn es kein perfektes Ende ist, hat das Unternehmen großen Einfluss auf die Branche gehabt, und das ist etwas, wozu man gratulieren sollte, nicht etwas, worüber man traurig sein müsste
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