10 Punkte von GN⁺ 2024-04-16 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Neon ist ein Dienst, der einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Postgres-Datenbanken bietet, und wurde kürzlich offiziell veröffentlicht.
  • Postgres ist eine der beliebtesten Datenbanken für Entwickler, hat jedoch Schwierigkeiten bei Skalierbarkeit und Disaster Recovery.
  • Entwickler wünschen sich eine schnelle Erstellung von Postgres-Clustern, automatische Skalierung nach oben und unten, die sofortige Erstellung von Branches für unabhängiges Arbeiten sowie schnelle Point-in-Time-Recovery.

Architektur und Merkmale von Neon

  • Es wird eine Architektur verwendet, die sich Ideen von Amazon Aurora entlehnt und Storage und Compute voneinander trennt.
  • Alle Änderungen werden als Open Source bereitgestellt und Upstream eingereicht.
  • Nutzer erhalten eine vollständige Postgres-Erfahrung.
  • Mit der Branching-Funktion können Entwickler unabhängig und ohne Konflikte arbeiten.
  • Compute kann unabhängig von der Last skaliert werden.
  • Branches werden in Sekunden erstellt und haben durch Copy-on-Write nur geringen Speicher-Overhead.
  • Die Erstellung und Replikation von Datenbanken oder Servern nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.

Die Entwicklung von Neon

  • Seit Dezember 2022 ist der Dienst ohne Einladung nutzbar.
  • Die Branching-Funktion wurde allen Nutzern bereitgestellt.
  • Durch API-Unterstützung wurde die Automatisierung der Postgres-Verwaltung möglich.
  • Mit der Veröffentlichung eines serverlosen Treibers wurde die Bereitstellungsgeschwindigkeit für JS/TS verbessert.
  • Durch die Vercel-Integration können für jede Preview DB-Branches erstellt werden.
  • Mit der Einführung der automatischen Skalierung sind manuelle Arbeiten nicht mehr nötig.
  • Über die CLI ist die direkte Verwaltung im Terminal möglich.
  • Der Fokus lag auf der Skalierung auf 0 und der Verbesserung des Cold-Start-Verhaltens.

Meinung von GN⁺

  • Neon ist ein interessanter Dienst mit starkem Fokus auf die Verbesserung der Developer Experience. Besonders die Datenbank-Branching-Funktion dürfte die Entwicklungsgeschwindigkeit deutlich erhöhen.
  • Allerdings gibt es bei einer realen Einführung Punkte zu beachten, etwa ob alle Postgres-Funktionen vollständig unterstützt werden und wie Migrationen durchgeführt werden sollten.
  • Die Kompatibilität mit bestehendem Postgres, Stabilität und Performance scheinen geprüft werden zu müssen. Da es sich noch um eine frühe Phase nach dem Launch handelt, ist ein vorsichtiger Ansatz sinnvoll.
  • Ähnliche Dienste sind Amazon Aurora, Google Cloud Spanner und Citus. Ein Vergleich der jeweiligen Vor- und Nachteile dürfte sinnvoll sein.
  • Da Neon auf Postgres basiert, bleibt dessen Stärke erhalten. Gerade die Möglichkeit, vertraute Entwickler-Tools zu nutzen und gleichzeitig die Produktivität zu steigern, könnte ein besonderer Vorteil von Neon sein.

2 Kommentare

 
xguru 2024-04-16

Neon - Open-Source-Serverless-Postgres

Hier hat es nach zwei Jahren nun den GA-Status erreicht. Interessant – es wirkt ein wenig so, als würde es mit Supabase konkurrieren.

 
GN⁺ 2024-04-16
Hacker-News-Kommentare
  • Ein Nutzer berichtete von einer negativen Erfahrung mit Neon: Der Kundensupport sei nicht hilfreich gewesen, es habe viele Bugs gegeben, es sei langsam gewesen und die Preise seien zu hoch.
  • Ein anderer Nutzer hingegen hostet Neon selbst als interner Kubernetes-Betreiber und ist mit der technischen Lösung von Neon sehr zufrieden. Er sagt, ohne Neon wäre es schwierig, das Unternehmen zu betreiben.
  • Die Funktion, die gesamte Datenbank zu verzweigen, wirkt großartig, aber der Preis ist etwas hoch. Beim Tarif von 69 $/Monat könnte es günstiger sein, einen dedizierten Server zu mieten.
  • Ein Nutzer wechselte von PlanetScale zu Neon, weil es sich leicht hoch- und herunterskalieren lässt und mehrere Datenbanken im selben Cluster betrieben werden können. Neon ist einfacher zu verwenden als RDS und startet schnell (einige hundert Millisekunden).
  • Ein Kunde, der Neon seit über einem Jahr nutzt, sagte, dass es abgesehen von der jüngsten Preisänderung keinerlei Probleme gegeben habe.
  • Die Funktion „Branching“ sollte genauer als „Snapshot“ oder „Checkpoint“ bezeichnet werden. Das Erstellen einer beschreibbaren CoW-Version und das Zurückrollen auf eine frühere Version ist ein Snapshot. Ein Branch impliziert Merging, und das ist ein sehr komplexes Problem.
  • Das Market Timing einen Tag nach der GA-Ankündigung von Supabase ist beeindruckend. Beide Plattformen sind großartig.
  • Die Speicherkosten sind mit 1,50 bis 1,75 $ pro GB sehr hoch. Für Hobbyprojekte könnte das eine Hürde sein.
  • Es ist nicht klar, worin genau der Unterschied zu AWS Aurora besteht oder warum man Neon in Bezug auf Preis oder Skalierbarkeit verwenden sollte.
  • Wenn der Neon-Treiber localhost-Verbindungen leichter durchreichen könnte, würde das die Entwicklungs- und Testerfahrung verbessern. Entwickler bevorzugen es, sich für Entwicklung und Tests mit einer lokalen Postgres-DB zu verbinden.
  • Ein Neon-PM sollte aus Sicht neuer Entwickler bedenken, welche Änderungen an Code und Entwicklungs-Workflow nötig sind, wenn man Neon ausprobieren möchte.