1 Punkte von GN⁺ 2024-04-08 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Ein Unternehmen in Deutschland gründen: 14 Schritte und viel Schmerz

  • Der Prozess der Unternehmensgründung in Deutschland ist im Gegensatz zum estnischen E-Residency-System sehr langsam, schmerzhaft und wirkt manchmal fast so, als wäre er kaputt.
  • Dieser Artikel möchte auf Grundlage der zwei Unternehmensgründungen des Autors den tatsächlichen Ablauf schildern.

Sich daran erinnern, dass auch du das kannst (15 Minuten)

  • Beim Essen eines Kebabs in Berlin sieht der Autor den Besitzer des Kebab-Ladens und erkennt, dass dieser erfolgreich ein Unternehmen gegründet hat.
  • Diese Erfahrung gab dem Autor Selbstvertrauen und erinnerte ihn daran, dass alle in Unwissenheit anfangen.

Braucht man wirklich eine Firma?

  • Wer in Deutschland ein Geschäft starten will, muss zwischen Einzelunternehmen und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wählen.
  • Wer Mitarbeiter einstellen will oder in einer Branche mit hohem Prozessrisiko arbeitet, sollte eine GmbH wählen, andernfalls eher ein Einzelunternehmen.

Wähle einen Namen, aber frage nicht die Einzigen, die du dazu fragen könntest

  • In Deutschland darf man keinen bereits existierenden Namen verwenden, und Firmennamen aus allgemein gebräuchlichen Wörtern sind in der Regel nicht erlaubt.
  • Eine Institution namens IHK kann zur Eignung eines Firmennamens beraten, aber ihre Auslegung kann sehr unpraktisch sein.

Finde einen Notar

  • In Deutschland muss ein Unternehmen über einen persönlichen Termin beim Notar gegründet werden, nicht über ein Online-Formular.
  • Man muss einen geeigneten Notar finden, einen Termin vereinbaren und die nötigen Unterlagen vorbereiten.

Satzung: Musterprotokoll verwenden

  • Die Satzung enthält die Regeln des Unternehmens; bei einer Einzelgründung kann man die offizielle deutsche Vorlage Musterprotokoll verwenden.

Stammkapital: zwei Hacks

  • Für eine GmbH sind 25.000 Euro Startkapital erforderlich, aber man kann nur die Hälfte einzahlen oder eine UG gründen, also eine Gesellschaft mit weniger als 25.000 Euro Stammkapital.

Zum Notar gehen

  • Beim Notartermin nimmt man den Ausweis mit, lässt sich die Satzung vorlesen und unterschreibt.

Unterlagen vom Notar erhalten

  • Der Notar finalisiert die unterschriebenen Dokumente und verschickt sie per E-Mail oder Post.

Ein Bankkonto finden

  • Das Unternehmen wurde im Status i.G. teilweise gegründet, nun muss ein Bankkonto eröffnet werden.

Stammkapital einzahlen

  • Die 25.000 Euro Stammkapital werden auf das Firmenkonto überwiesen.

Die Bankunterlagen an den Notar schicken

  • Die Bestätigung über die Kontoeröffnung und die Bestätigung über die Einzahlung des Stammkapitals werden per E-Mail an den Notar geschickt.

Auf den Notar warten und ins Handelsregister eintragen

  • Der Notar führt einen „XML Upload“ durch, um die Eintragung des Unternehmens ins Handelsregister abzuschließen.

Vorläufige Rechnung bezahlen

  • Vom Handelsregister kommt eine vorläufige Rechnung, die bezahlt werden muss.

Bestätigung aus dem Handelsregister herunterladen

  • Aus dem Handelsregister wird die Bestätigung über die Eintragung des Unternehmens heruntergeladen.

Steuer-ID erhalten

  • Das Formular Fragebogen zur steuerlichen Erfassung muss ausgefüllt und bei der Steuerbehörde eingereicht werden.

Steuerberater und Buchhalter finden

  • Da Steuer- und Buchhaltungsthemen komplex sind, ist es sinnvoll, alles an einen Steuerberater und Buchhalter auszulagern.

Steuer-ID erhalten

  • Sobald die Steuerformulare bearbeitet wurden, kommt die deutsche Steuer-ID per Post.

VAT ID erhalten

  • Einige Tage später kommt die EU-VAT-ID per Post.

Optionale Optimierungen

  • Man kann zu einer besseren Bank wechseln, eine Liquiditätsplanung erstellen oder steuerliche Überlegungen prüfen.

Meinung von GN⁺

  • Der Prozess der Unternehmensgründung in Deutschland wirkt komplex und sehr zeitaufwendig. Für Gründer kann das eine große Herausforderung sein, und dieser Artikel kann helfen, den Ablauf zu verstehen und sich darauf vorzubereiten.
  • Der Gründungsprozess unterscheidet sich von Land zu Land; im Fall Deutschlands zeigt er, dass viele bürokratische Verfahren und Regeln befolgt werden müssen. Das bedeutet, dass es für Gründer wichtig ist, sich mit solchen Systemen vertraut zu machen und zu lernen, wie man sie effektiv handhabt.
  • Dieser Artikel kann besonders für Menschen nützlich sein, die eine Gründung in Deutschland in Betracht ziehen, und auch für ausländische Gründer, die das komplexe deutsche System besser verstehen möchten.
  • Die Komplexität von Steuer- und Buchhaltungsthemen unterstreicht, warum Gründer Hilfe von Fachleuten benötigen. Das zeigt die Bedeutung verschiedener Services, die Gründern ermöglichen, sich auf den Geschäftsbetrieb zu konzentrieren.
  • Der Artikel bietet praktische Ratschläge zum Ablauf einer Unternehmensgründung in Deutschland und kann dazu beitragen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, worauf sich Gründer vorbereiten müssen und welche Probleme sie erwarten können.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-04-08
Hacker-News-Kommentare
  • Eine Person, die beruflich Dokumentation über die deutsche Bürokratie erstellt, erwähnt, dass praktisch jedes Lebensereignis in Deutschland – Einwanderung, Arbeitsaufnahme, Heirat, Geburt, Autokauf usw. – in langsamer, papierbasierter Bürokratie verstrickt ist und dadurch zu einer erheblichen Hürde im Alltag wird. Diese Person rät, dass der beste Weg zu heiraten in Deutschland darin bestehe, es in Dänemark zu tun. Sie betont, wie schrecklich die deutsche Bürokratie ist und wie niederschmetternd der Umgang damit sein kann.

  • Eine andere Person mit Erfahrung bei der Gründung eines Unternehmens in Deutschland sagt, sie würde das unter keinen Umständen jemals wieder tun. Notare sollte es ihrer Meinung nach nicht geben; sie könnten durch eine einfache Website ersetzt werden. Der gesamte Prozess sei unerquicklich und langsam, mit vielen sich wiederholenden Aufgaben und Gebühren. Selbst die Schließung eines Unternehmens dauere 2–3 Jahre.

  • Eine Person hält wenig von Notaren und glaubt, dass sie Innovation behindern und der deutschen Wirtschaft schaden, insbesondere KMU, Vereinen und Bürgern. So könne etwa der Verkauf einer Immobilie nur stattfinden, wenn ein Notar den Kaufvertrag beiden Parteien vorliest; für diesen Dienst werde eine Gebühr von etwa 1,5 % des Kaufpreises verlangt. Dieser Beruf sei gesetzlich streng geschützt und ohne Wettbewerb.

  • Eine in Estland lebende und dort unternehmerisch tätige Person bedankt sich für den Blogbeitrag und erwähnt, dass sie mit dem Leben und dem Aufbau eines Unternehmens in Estland sehr zufrieden ist. Die Unternehmensgründung sei einfach, und abgesehen von einem KYC-Termin bei der Bank lasse sich alles online erledigen. Außerdem zahlten Unternehmen in Estland keine Steuern auf den Jahresgewinn, und die meisten Regierungsmitarbeiter sprächen fließend Englisch. Solange man kein Firmenfahrzeug besitzen wolle und gut mobil sei, empfehle sie diese Option auch anderen. 2023 seien die Regeln geändert worden, sodass nun auch 1 Euro als Anfangskapital ausreiche.

  • Eine Person mit 1,5 Jahren Lebenserfahrung in Deutschland sagt, dass die deutsche Bürokratie im Allgemeinen für die Durchschnittsbevölkerung funktioniere, aber Menschen am Rand besonders stark treffe, etwa Reiche, Arme und Unternehmer. Wenn so etwas in anderen Ländern geschehe, zahlten Reiche für Zugang, während Arme in der Regel litten, bis eine Massenbewegung auftauche und Erlösung verspreche. Deshalb sei das nicht besonders überraschend, und man müsse seine mentale Einordnung dafür ändern, wo jedes Land im Modell entwickelter und sich entwickelnder Staaten einzuordnen sei.

  • Falls man sich entscheide, Deutschland zu verlassen, auch nur vorübergehend, drohe laut einer Person eine harte und unflexible Wegzugsbesteuerung in Höhe von etwa 30 % der aktuellen Bewertung des weltweiten Aktienbesitzes, bei Beteiligungen an Unternehmen von mehr als 1 %. Im Fall des Autors verdopple sich die Belastung durch die Wegzugssteuer, weil er eine Holdinggesellschaft nutze.

  • Eine Person merkt an, dass die erforderlichen mindestens 12.500 Euro an anfänglichem Stammkapital bei der Gründung eines Unternehmens wie eine sehr rückschrittliche Hürde für Geschäfte wirkten. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich brauche man 12 Pfund Registrierungsgebühr und 1 Pfund Mindestkapital. Das mache die beschränkte Haftung für viele unerreichbar.

  • Jemand erwähnt, dass dies eines der wenigen Dinge sei, auf die man in den USA bürgerschaftlichen Stolz beim Thema Unternehmensregistrierung empfinden könne. In Colorado könne man IRS-EIN (Steuer-ID), LLC-Registrierung, Verkaufssteuerlizenz (nur nötig, wenn man Waren verkauft) und ein geschäftliches Girokonto in etwa zwei Stunden einrichten. Wer wisse, was zu tun sei, könne alles in 30 Minuten erledigen, wenn man keine Zeit mit der Recherche von Bankoptionen verbringe. Alternativ übernehme ein juristischer Dienstleister alles für etwa 500 Dollar. Mit einem Partner und mehreren Anteilseignern steige der Preis auf etwa 1000 Dollar, man könne es aber auch selbst machen.

  • Es wird erwähnt, dass man bei Auszahlungen von Magic Holding GmbH an Privatpersonen etwa 26 % Kapitalertragsteuer zahlen müsse, dass dies aber den großen Vorteil habe, dass sich in der Zwischenzeit Anlageerträge ansammeln könnten. Das sei keine Optimierung; wenn das Ziel sei, das Geld an Privatpersonen zu bringen, spiele es keine Rolle, ob man die Steuer vor oder nach den Anlageerträgen zahle. Mathematisch gelte schließlich das Kommutativgesetz der Multiplikation.

  • Eine Person hinterlässt einen spöttischen Kommentar, dass es niedlich sei zu glauben, der Dönerladen sei registriert und zahle Steuern.