1 Punkte von GN⁺ 2024-03-13 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Möglichkeit für den Download von iPhone-Apps über Websites in der Europäischen Union angekündigt

  • Apple hat drei weitere Änderungen angekündigt, darunter die Möglichkeit für Entwickler, Apps in der Europäischen Union direkt über Webseiten zu vertreiben.
  • Erst vergangene Woche wurde mit iOS 17.4 die Nutzung alternativer App Stores in der Europäischen Union erlaubt, sodass Drittanbieter-App-Stores sowohl Apps anderer Entwickler als auch ihre eigenen Apps anbieten können.
  • Drittanbieter-App-Stores können nun auch Apps nur aus ihrem eigenen Katalog anbieten. So könnte etwa ein Game-Studio einen App Store für iOS erstellen, der ausschließlich die eigenen Spiele anbietet.

Mehr Freiheit beim Design von In-App-Promotions

  • Entwickler können nun frei entscheiden, wie In-App-Promotions, Rabatte und Transaktionsdesigns gestaltet werden, wenn sie Nutzer auf ihre Website führen, um dort einen Kauf abzuschließen.
  • Die von Apple bereitgestellten Designvorlagen für Website-Links sind nun optional.

Direkte App-Verteilung über Websites

  • Entwickler werden ihre Apps bald direkt über ihre eigenen Websites vertreiben können, müssen dafür jedoch bestimmte Kriterien von Apple erfüllen.
    • Sie müssen seit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren Mitglied im Apple Developer Program sein und eine App besitzen, die im vergangenen Jahr in der Europäischen Union auf iOS mehr als 1 Million Erstinstallationen verzeichnet hat.
    • Außerdem müssen sie fortlaufende Anforderungen einhalten, etwa die Offenlegung transparenter Richtlinien zur Datenerhebung.
  • Apps, die auf diesem Weg verteilt werden, müssen wie alle iOS-Apps die Notarisierungsanforderungen von Apple erfüllen und können nur von Web-Domains installiert werden, die in App Store Connect registriert sind.

API-Zugriff und Web-Distributionsfunktionen

  • Verifizierte Entwickler erhalten Zugriff auf APIs, die die App-Verteilung, die Integration mit Systemfunktionen sowie Backup und Wiederherstellung erleichtern.
  • Web-Distribution wird nach einem Software-Update im Frühjahr verfügbar sein und ermöglicht auf iOS erstmals den direkten Download von Apps über Websites.

Gilt nur innerhalb der Europäischen Union

  • Die jüngsten Änderungen sind Teil von Apples Plan zur Einhaltung des Digital Markets Act (DMA) und gelten ausschließlich innerhalb der Europäischen Union.

Meinung von GN⁺

  • Diese Änderungen sind Maßnahmen, die Apple als Reaktion auf die Regulierung digitaler Märkte in der Europäischen Union ergriffen hat, und sie geben Entwicklern mehr Autonomie und Flexibilität. Das kann als neue Chance für App-Vertriebs- und Promotionsstrategien gesehen werden.
  • Die Möglichkeit, Apps direkt von Websites herunterzuladen, gibt Nutzern mehr Auswahl bei den Bezugsquellen für Apps und könnte damit einen Teil der Kritik an Apples geschlossenem Ökosystem abschwächen.
  • Unklar ist jedoch weiterhin, welche Auswirkungen diese Änderungen auf die Qualität und Sicherheit von Apps haben werden. Apples Notarisierungsanforderungen könnten dies bis zu einem gewissen Grad absichern, doch Bedenken hinsichtlich Verwaltung und Aufsicht von Drittanbieter-App-Stores bleiben bestehen.
  • Googles Android-Plattform, die ähnliche Funktionen bietet, erlaubt bereits die Installation von Apps aus verschiedenen Quellen. Apples aktueller Schritt könnte den Wettbewerb zwischen den beiden Plattformen weiter verschärfen.
  • Aus technischer Sicht werden Entwickler bei der Einführung solcher Änderungen zusätzlichen Aufwand betreiben müssen, um Nutzererlebnis und Sicherheit aufrechtzuerhalten, was sich auf Entwicklungszeit und -kosten auswirken kann.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-03-13
Hacker-News-Kommentare
  • Zugehöriger Link: Apple Developer News (erwähnt über den Hacker-News-Thread 39678555)

    • Es gibt Kritik daran, dass Apple sich gegen ein offeneres System sträubt.
    • Auf dem MacBook kann man Apps aus verschiedenen Quellen herunterladen, und das schadet niemandem.
    • Einige EU-Regulierungen verhindern, dass große Unternehmen in der Branche ihre Position zum eigenen Vorteil missbrauchen.
  • Es werden Fragen zu alternativen App-Marktplätzen aufgeworfen.

    • Apples Ziel scheint zu sein, Wettbewerb zu verhindern.
    • Der Zweck ist, das Monopol des App Store aufrechtzuerhalten, wobei Sicherheitsprobleme als Vorwand dienen.
  • Das App-Ökosystem (Android und Apple) ist darauf ausgelegt, den Gewinn der Plattformbetreiber zu maximieren.

    • Eine Vorstellung davon, wie das Web aussähe, wenn es im Interesse von Unternehmen entwickelt worden wäre.
    • Apps hätten besser gestaltet sein können als das Web, wurden aber zu einem umständlichen Prozess, der eine Installation erfordert.
  • Apples Rechtsabteilung steckt viel Zeit und Mühe in die Suche nach Formulierungen im DMA.

    • Interesse daran, dass die Europäische Kommission Apple vor Gericht bringt und das Unternehmen sein Verhalten verteidigen muss.
  • Kritik an Apples böswilliger Einhaltung der Vorgaben.

    • Web-Distribution ist für unabhängige Entwickler blockiert und gilt nur für Entwickler, die bereits die Apple-Steuer zahlen.
  • Apple erfüllt die DMA-Anforderungen weiterhin nicht.

    • Die Core Technology Fee ist eindeutig rechtswidrig.
    • Die Anforderungen, dass Entwickler bereits einen guten Ruf haben und 2 Millionen App-Downloads vorweisen müssen, sind absurd und nicht konform.
  • Apple behält weiterhin eine starke Kontrolle über die Web-Distribution.

    • Es gibt Bedingungen, die neuen Startups und unabhängigen Entwicklern den Zugang verwehren.
  • Persönlich würde ich gern Apps auf meinem eigenen Gerät installieren, möchte aber nicht jedes Jahr 99 $ zahlen.

    • Das scheint nicht erlaubt zu sein.
  • Es reicht immer noch nicht aus, weil Apple den Zugang von Entwicklern jederzeit entziehen kann.

    • Apple muss vollständig aus dem Code-Signing- und Veröffentlichungsprozess entfernt werden.