Das Ende von Airplane.dev
- Airplane war ein Startup für die Entwicklung interner Tools, und der Autor arbeitete dort fast zwei Jahre lang.
- Anfang dieses Jahres wurde die Übernahme durch Airtable und die Einstellung des Produkts angekündigt.
- Dieser Blogbeitrag beschreibt die Ereignisse aus der Perspektive eines ehemaligen Mitarbeiters.
Hintergrund
- Im März 2022 stieß der Autor zu Airplane, nachdem er sich für den Bereich interner Tools zu interessieren begonnen hatte.
- In den ersten 16 Monaten schien das Unternehmen gut zu laufen.
- Es gab neue Kunden, das Team wurde erweitert, und in internen Gesprächen wie auch mit Nutzern herrschte Begeisterung über die Aussichten.
Frühe Schwierigkeiten
- Im Sommer 2023 geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten.
- Das Umsatzwachstum verlangsamte sich deutlich, und Teammitglieder verließen das Unternehmen.
- Der CEO verließ das Unternehmen für ein persönliches KI-bezogenes Projekt.
Stabilisierung
- Im Herbst 2023 stabilisierte sich die Lage etwas.
- Die Fluktuation ging zurück, und neue Engineers sowie ein Growth Lead stießen zum Team.
- Dank wichtiger Produktveröffentlichungen und eines Vertrags mit einem großen Unternehmenskunden war der Umsatz im Q3 stark.
Anzeichen von Problemen
- Nach dem Company-Retreat stoppte der CEO plötzlich die Hiring-Pipeline und zog ein Angebot an einen Engineer zurück.
- Dies wurde als Signal für eine Übernahme oder eine größere Veränderung interpretiert.
Die Ankündigung
- Am 4. Dezember berief der CEO ein All-Hands-Meeting ein und kündigte die Übernahme durch Airtable sowie die Einstellung des Produkts an.
- Den meisten Mitarbeitern wurde gesagt, dass sie bei Airtable ein „sehr starkes“ Angebot erhalten würden.
Entscheidung über die nächsten Schritte
- Der reguläre Betrieb wurde eingestellt, und nur die Unterstützung bestehender Kunden lief weiter.
- Der Autor hatte kein Interesse an Airtable und lehnte das Angebot ab.
Abschluss
- Am 3. Januar wurden die Übernahme und die Einstellung des Produkts öffentlich bekannt gegeben.
- Kunden reagierten schockiert und unzufrieden.
- Am letzten Tag wurde das Unternehmen still aufgelöst, ohne formelle Verabschiedung.
Warum?
- Warum das Unternehmen zu ungünstigen Bedingungen übernommen wurde, wurde nicht klar erklärt.
- Der CEO behauptete, keinen Weg zu höheren Umsätzen gesehen zu haben.
Abschließende Gedanken
- Die Erfahrung bei Airplane war gut, doch am bedauerlichsten ist der Verlust der Kundenbeziehungen durch die Aufgabe des Produkts.
- Der CEO hätte auf ein Übernahmeangebot warten können, bei dem das Produkt weiterbetrieben wird, die Technologie an eine andere Einheit verkaufen oder das Produkt Open Source machen können.
Meinung von GN⁺
- Dieser Fall zeigt anschaulich, welche Auswirkungen eine Startup-Übernahme auf Mitarbeitende und Kunden haben kann. Er unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Kommunikation im Übernahmeprozess.
- Er hilft dabei, die verschiedenen Herausforderungen und Veränderungen zu verstehen, die ein Startup während seines Wachstums erleben kann.
- Er legt nahe, dass es nach der Übernahme Alternativen gegeben haben könnte, etwa das Produkt weiterzuführen oder Open Source zu machen. Solche Alternativen hätten für bestehende Kunden und die Community positivere Ergebnisse bringen können.
- Als Alternativprodukte mit ähnlichen Funktionen lassen sich windmill.dev und Retool empfehlen. Solche Tools könnten Airplane-Nutzern eine Migrationsoption bieten.
- Zu den Aspekten, die bei Tech-M&A berücksichtigt werden sollten, gehören die Kompatibilität der Unternehmenskultur, Pläne zur Produktintegration und insbesondere die Pflege der Beziehungen zu bestehenden Kunden. Diese Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Übernahme.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Es wird erwähnt, dass der Artikel klar und gut geschrieben ist, und vermutet, dass der CEO davon überwältigt war, das Unternehmen allein weiterzuführen.
Als Gründer von windmill.dev wird erwähnt, dass dieser Markt schwierig ist und Kunden beim Preis sehr wählerisch sind.
Als früher Nutzer und Unterstützer von Airplane wird Enttäuschung darüber geäußert, wie schlecht die Schließung des Unternehmens kommuniziert wurde.
Es wird darauf hingewiesen, dass die beiden Mitgründer bereits Erfahrung damit hatten, ein Unternehmen von beträchtlicher Größe aufzubauen.
Es wird erwähnt, dass Kollegen zwar sagen, die Gründe für das Verlassen des Unternehmens hätten nichts mit rückläufigen Umsätzen zu tun, Menschen ihre wahren Wechselgründe aber nicht immer offenlegen.
Es wird gesagt, man wisse zwar nicht, wie Bens Zeit bei Airplane war, aber aus der Zusammenarbeit mit Ben bei Segment könne man sagen, dass sein Ruf und seine Arbeit hervorragend gewesen seien.
Es wird Mitgefühl für den Mitgründer ausgedrückt, der vom CTO zum CEO geworden ist.
Als Lehre aus Kundensicht bei SaaS-Unternehmen wird betont, dass man wichtige Infrastruktur oder Geschäftsprozesse nicht von nicht profitablen, VC-finanzierten Unternehmen abhängig machen, sondern auf bewährter Open-Source-Software aufbauen sollte.
Es wird die Frage aufgeworfen, warum die Stammaktien der Mitarbeiter wertlos waren und wie ein regulärer Mitarbeiter beim Eintritt in ein Startup im Voraus erkennen kann, dass der eigene Anteil mit hoher Wahrscheinlichkeit wertlos sein wird.
Es entsteht der Eindruck, dass der CEO vom Startup-Grind erschöpft war und einfach aufgeben wollte.