Einsatz von Designstrategien, die die Browserwahl behindern
- Damit Menschen ihren Browser selbst wählen können, müssen Downloads frei möglich sein, die Standardeinstellung einfach sein und die Nutzung ohne Eingriffe des Betriebssystems fortgesetzt werden können.
- Derzeit genießen Windows-Nutzer diese Wahlfreiheit nicht.
- Um Microsofts Strategien und ihre Auswirkungen auf Verbraucher zu untersuchen, hat Mozilla Harry Brignull und Cenyd Bowles, unabhängige Forscher und Experten im Bereich schädlicher Designs, beauftragt.
- Die Forscher haben einen Bericht veröffentlicht, der darlegt, wie Microsoft unter Windows eine wirksame Browserwahl behindert.
- Der Bericht dokumentiert, wie Microsoft den eigenen Browser Edge ins Zentrum des Betriebssystems stellt und das Design der Windows-Benutzeroberfläche als Waffe einsetzt, um die Wahl konkurrierender Browser zu erschweren.
Wettbewerbsverzerrung und Verbraucherschäden
- Der Einsatz schädlicher Designstrategien verstößt in manchen Fällen sogar gegen Microsofts eigene Designrichtlinien.
- Diese Strategien können Verbraucherschäden verursachen oder verschärfen und den Wettbewerb mit konkurrierenden Browsern behindern.
- Besonders besorgniserregend ist dies, weil unabhängige Browser wie Firefox auf konkurrierende Betriebssystemanbieter angewiesen sind.
Regulierung und Marktveränderungen
- Die Selbstbevorzugung von Betriebssystem-/Browseranbietern ist ein Bereich, auf den Mozilla bereits früher hingewiesen hat.
- Mozilla hat zuletzt viele der Probleme, die beim Wettbewerb auf großen Betriebssystemen auftreten, im Platform Tilt Dashboard offengelegt.
- Mit der Durchsetzung des Digital Markets Act in der Europäischen Union hat eine weltweite Welle von Wettbewerbsregulierung begonnen, doch die Hürden für den Browserwettbewerb sind weiterhin nicht beseitigt.
- Verbesserungen gibt es nur in Märkten, in denen Regulierungsbehörden Plattformbetreiber zu Änderungen verpflichtet haben, damit die Browserwahl respektiert wird.
- So gilt Apples Entscheidung, alternative Browser-Engines zuzulassen, nur in der Europäischen Union.
- Microsoft hat kürzlich zugesagt, einige Verhaltensweisen einzustellen, mit denen Edge Nutzern aufgezwungen wurde, die einen anderen Browser gewählt haben; diese Änderungen betreffen jedoch nur einen kleinen Teil der im Bericht beschriebenen Strategien.
- Zudem sollen diese Änderungen nur an Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum ausgeliefert werden.
- Windows-Nutzer weltweit, insbesondere außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, sind durch die von Microsoft eingesetzten schädlichen Designs weiterhin in ihrer Wahl eingeschränkt, werden übergangen und benachteiligt.
- Es braucht weltweite regulatorische Maßnahmen, um Browserwahl und Wettbewerb auf allen großen Plattformen wiederherzustellen.
Meinung von GN⁺
- Dieser Bericht beleuchtet das Problem, dass Betriebssystemanbieter Designs so manipulieren, dass ihre eigenen Browser bevorzugt werden, was erhebliche Auswirkungen auf die Wahlfreiheit der Verbraucher und den Wettbewerb im Markt hat.
- Regulatorische Maßnahmen wie der Digital Markets Act der Europäischen Union sollten sich weltweit verbreiten; das ist wichtig, um faire Wettbewerbsbedingungen in der Technologiebranche zu schaffen.
- Die freie Wahl des Browsers ist eines der Grundprinzipien des Open Web und kann Innovation und Vielfalt fördern.
2 Kommentare
Wenn man AI braucht, kann man auch einfach ein separates Programm oder eine Webseite öffnen – warum also dieser Aufruhr darum, es unbedingt in Bundles hineinzustopfen?
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