Verfahren A
- Alle möglichen Dur-, Moll-, Dur-7-, Moll-7-Akkorde und deren Varianten von A2 bis D5 auflisten.
- Einen zufälligen Akkord aus der Menge auswählen.
- Den ausgewählten Akkord 8 Sekunden lang spielen.
- In der Menge alle Akkorde finden, die mit dem aktuell gespielten Akkord bis auf einen Ton in allen Tönen übereinstimmen.
- Einen davon zufällig auswählen.
- Zu Schritt 3 zurückkehren und wiederholen.
Verfahren B
- In (A) die Töne des aktuell gespielten Akkords mit einer zufälligen Wellenform für eine zufällige Zeitspanne spielen – ist die Dauer kurz, wird dies eine zufällige Anzahl von Malen wiederholt.
- Eine zufällige Zeitspanne warten.
- Zu Schritt 1 zurückkehren und wiederholen.
Verfahren C
- Jedes Mal, wenn durch (A) ein neuer Akkord ausgelöst wird, jeden Stängel von der Wurzel bis zur Spitze in den Farben beleuchten, die den einzelnen Tönen des Akkords entsprechen. Benachbarte Töne im Quintenzirkel haben ähnliche Farbtöne.
Verfahren D
- Jedes Mal, wenn durch (B) ein Ton gespielt wird, die Spitze des Stängels in einer hellen Farbe beleuchten, die zu diesem Ton passt.
Umsetzung und Aufbau
- Die Teile A und B der Partitur werden durch ein maßgeschneidertes C++-Programm umgesetzt, das auf einem Raspberry Pi 3 B+ läuft und sowohl die Tonauswahl als auch die Synthese des Audiobuffers selbst übernimmt.
- Die Teile C und D werden mit einem Arduino-Uno-Board umgesetzt, auf dem ein eigenes Programm läuft, das mithilfe von FastLED mit einem LED-Streifen mit WS2812B-Protokoll kommuniziert.
- Die Übertragung der Töne vom Raspberry Pi zum Arduino erfolgt über Signale, die über den seriellen Port gesendet werden.
- Der LED-Streifen ist in transparenten Schläuchen montiert, wie sie für Heim-Aquarien verwendet werden. Die Schläuche werden mit dickem Nickeldraht verstärkt, damit sie in formbare Gestalten gebracht werden können. Das hölzerne Gehäuse unter dem Blumentopf enthält die Mikrocomputer, die Verkabelung und eine 3,5-mm-Audiobuchse für den Anschluss an das Soundsystem. Die Stromversorgung erfolgt über zwei Netzanschlüsse.
- Der Computer läuft headless und startet nach dem Einschalten automatisch.
Meinung von GN⁺
- Dieses Projekt zeigt einen innovativen Weg, Musik und Licht zu kombinieren und so ein originelles Kunstwerk zu schaffen.
- Der Einsatz von Mikrocomputern wie Raspberry Pi und Arduino, um die Grenzen zwischen Kunst und Technologie aufzubrechen, kann Technikbegeisterte und Künstler gleichermaßen inspirieren.
- Der Beitrag zeigt, wie die Verschmelzung von Technologie und Kunst neue Räume für kreativen Ausdruck eröffnen kann, und ist damit ein sehr spannendes Thema für alle, die sich für die Schnittstelle von Kunst und Ingenieurwesen interessieren.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Diese Person ist der Schöpfer von „endless acid banger“, mit dem man im Browser stundenlang Spaß haben kann, und hat sich dadurch einen physischen 303-Klon gekauft und angefangen, Musik zu machen.
Jemand fragt sich, mit welchen Suchbegriffen man Musik/Audio wie dieses finden kann. Es klingt wunderschön.
Es wird um Empfehlungen für Musiktheoriebücher oder Kurse zu diesem Algorithmus bzw. zu „endless acid banger“ gebeten. Es gebe einfache Regeln, durch die Musik ganz gut klingt, und auch komplexere Regeln; Barockmusik sei algorithmisch berühmt. Trotzdem fehle noch ein allgemeines Verständnis dafür, wie Musik funktioniert.
Es sei faszinierend, die „Partitur“ der erzeugten Musik als eine Art niedergeschriebene Spezifikation zu sehen.
Ein Tipp an den Autor: Man könne die Hardware- und Software-Komplexität des Projekts stark reduzieren, indem man den Arduino entferne und eine Bibliothek verwende, mit der sich WS281x-Streifen direkt vom Raspberry Pi aus steuern lassen.
Jemand fragt nach technischen Details dazu, ob sich all das wirklich nur mit den GPIO-Pins des Raspberry Pi umsetzen lässt und ob das Projekt auf ein einziges Board vereinfacht werden sollte.
Es wird der Wunsch geäußert, eine detaillierte Anleitung dafür zu bekommen, wie man so etwas baut.
Jemand findet das wunderschön und stellt sich vor, Pflanzen könnten sich einen fremdartigen Planeten wie diesen ausdenken. Ein ganzer Wald könnte sich wie ein Metronom oder wie Glühwürmchen synchronisieren.
Das könnte das Intro für ein Four-Tet-Set sein.
Eine Person, die die Natur liebt und viel Zeit im Wald verbringt, findet alles wunderschön. Manchmal erlebt sie jedoch ein Gefühl des Ekels, bei dem Bäume wie ein Pilz wirken, der wie eine Hautkrankheit auf der Haut wächst. Zum Glück überwindet die Kraft der Musik diese negative Sichtweise.