Zusammenfassung des Hacks bei den Versicherern Toyota/Eicher Motors
- Auf einer Eicher-Motors-Prämienrechner-Website auf einer Subdomain von Toyota Tsusho Insurance Broker India wurden Zugangsdaten für die Microsoft-Unternehmens-Cloud offengelegt.
- Eine E-Mail-Versand-API gab Versandprotokolle an Clients zurück; diese Protokolle enthielten das Passwort des E-Mail-Kontos.
- Mit diesem Passwort war ein Login in das Microsoft-E-Mail-Konto "noreplyeicher@ttibi.co.in" möglich; für dieses Konto war keine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet.
- Das E-Mail-Konto enthielt Aufzeichnungen über alle an Kunden gesendeten Nachrichten, darunter rund 657.000 E-Mails (~25 GB) mit Kundeninformationen, Versicherungs-Policen als PDF, Links zum Zurücksetzen von Passwörtern, OTPs usw.
- Auch andere Ressourcen in der Microsoft-Cloud waren zugänglich, darunter das Unternehmensverzeichnis, SharePoint, Teams usw.
- Toyota Tsusho Insurance Broker India schaltete die verwundbare API zwar mehr als zwei Monate nach der Meldung ab, änderte aber weiterhin nicht das Passwort des E-Mail-Kontos.
Toyota Tsusho Insurance Broker India und Eicher Motors
- Toyota Tsusho Insurance Broker India ("TTIBI") ist ein 2008 gegründeter führender Versicherungsmakler in Indien und gehört zur japanischen Toyota Tsusho Insurance Management Corporation.
- Eicher Motors ist ein führender indischer Fahrzeughersteller, der Motorräder unter der Marke Royal Enfield Motors sowie Nutzfahrzeuge unter der Marke VE Commercial Vehicles (VECV) in einem Joint Venture mit der Volvo Group produziert.
- Die beiden Unternehmen unterhalten offenbar eine Art Versicherungspartnerschaft über eine Eicher-spezifische Subdomain auf der TTIBI-Website.
Der Prämienrechner
- Bei der Analyse der Android-App MY EICHER wurde eine URL entdeckt, die zu einem Prämienrechner führte.
- Dabei wurde Code gefunden, der den E-Mail-Versandmechanismus clientseitig steuerte. Ein Test der API-Anfrage lieferte unerwartet zusammen mit einem Serverfehler auch ein Versandprotokoll zurück.
- Im Protokoll konnte ein base64-codiertes Passwort gefunden werden, was zu einem schwerwiegenden Sicherheitsproblem führte.
Das E-Mail-Konto
- Das "noreply"-E-Mail-Konto wurde für automatisierte E-Mails an Kunden verwendet und enthielt in diesem Fall Aufzeichnungen über alles, was an Kunden gesendet worden war.
- Über das E-Mail-Konto waren Versicherungs-Policen, OTPs, Links zum Zurücksetzen von Passwörtern und andere persönliche bzw. sensible Informationen einsehbar; außerdem war Zugriff auf Microsoft-Cloud-Ressourcen möglich.
Ein perfekter Sturm von Sicherheitsproblemen
- Diese Schwachstelle entstand durch fünf unglückliche Sicherheitsprobleme bzw. Fehler.
- Problem #1: Keine clientgesteuerte E-Mail-Versandfunktion bauen.
- Problem #2: Fehlende API-Authentifizierung.
- Problem #3: Offenlegung von API-Antworten.
- Problem #4: Fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Problem #5: Probleme bei der E-Mail-Aufbewahrung.
Das Passwort wurde immer noch nicht geändert
- TTIBI hatte das Passwort des E-Mail-Kontos auch mehr als fünf Monate nach Kenntnis der Schwachstelle nicht geändert; ein Login war weiterhin möglich.
- Es wurde Verwunderung darüber geäußert, dass es keine Warnung von Microsoft zu ungewöhnlichen Anmeldungen gegeben hatte.
Zeitleiste
- Da TTIBI nicht in Toyotas HackerOne-Programm zur Offenlegung von Schwachstellen enthalten war, wurde die Schwachstelle stattdessen an CERT-In in Indien gemeldet.
- Nach Meldungen, Reaktionen und Bestätigungen vom 7. August 2023 bis zum 22. Dezember wurde verifiziert, dass die Schwachstelle behoben war. Es gab Gespräche über eine Bug-Bounty-Belohnung, doch TTIBI reagierte nicht, sodass der Fall geschlossen wurde.
Meinung von GN⁺
- Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Cloud-Sicherheit und Datenschutz in Unternehmen. Er zeigt, dass eine einfache Schwachstelle auf einer Website zu einer großen Sicherheitsbedrohung werden kann.
- Die Haltung von Unternehmen, Sicherheitsprobleme nicht schnell zu beheben, kann das Vertrauen in den Schutz von Kundendaten beschädigen.
- Dieser Fall erinnert Softwareentwickler und IT-Administratoren daran, Sicherheitspraktiken zu überprüfen und zu stärken.
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