- Die kommende Android-14-Version wird jede Änderung an Systemzertifikaten blockieren, selbst für Nutzer mit Root-Rechten.
- Diese Änderung stellt eine deutliche Abkehr von Androids ursprünglichem Versprechen als „offene Plattform“ dar, die Entwicklern vollständigen Zugriff auf Gerätefunktionen und Tools erlaubte.
- Die Einschränkungen rund um Zertifizierungsstellen-(CA-)Zertifikate werden noch deutlich verschärft, sodass es unmöglich wird, den Satz vertrauenswürdiger Zertifikate selbst auf vollständig gerooteten Geräten zu verändern.
- Diese Änderung wird Android-Entwickler, Tester, Reverse Engineers und alle, die kontrollieren möchten, wem ihr Gerät vertraut, vor neue Herausforderungen stellen.
- Der Übergang in eine stärker eingeschränkte, von Herstellern kontrollierte Welt begann mit Android 7 (Nougat), das die Zertifizierungsstellen (CAs) eines Geräts in zwei Listen aufteilte: eine feste, vom OS-Hersteller bereitgestellte Liste und eine vom Nutzer veränderbare Liste.
- Die Fähigkeit, den Satz vertrauenswürdiger Zertifikate zu ändern, ist wichtig für Datenschutz- und Sicherheitsforschung, Reverse Engineering, App-Debugging und -Tests sowie für verschiedene interne Unternehmensnetzwerkkonfigurationen.
- Trotz der Unannehmlichkeiten war es bislang möglich, ein Android-Gerät zu rooten und diese Einschränkungen zu umgehen, doch diese Umgehungsmethode wird unter Android 14 nicht mehr funktionieren.
- Das neue Sicherheitsfeature von Android 14, aus der Ferne aktualisierbare CA-Zertifikate, ermöglicht schnellere CA-Updates und erlaubt Google, das Vertrauen in problematische oder fehlerhafte CAs auf allen Android-14+-Geräten zu widerrufen, ohne darauf warten zu müssen, dass einzelne Smartphone-Hersteller OTA-Updates veröffentlichen.
- Trotz des positiven Ziels dieser Funktion hat die Implementierung schwerwiegende Folgen: System-CA-Zertifikate werden nicht mehr aus
/system geladen, und alle mit Root-Zugriff vorgenommenen Änderungen werden von sämtlichen Apps auf dem Gerät ignoriert.
- Diese Änderung bedeutet zudem, dass künftige Systemkomponenten, die in den Zuständigkeitsbereich von Android Pony EXpress (APEX)-Modulen verschoben werden, ebenfalls der Nutzerkontrolle entzogen werden. Das könnte Probleme für Android-Forks wie GrapheneOS & LineageOS sowie für fortgeschrittene Gerätekonfigurationstools wie Magisk verursachen.
- Vorerst sollten alle, die ihre eigenen System-CA-Zertifikate für Debugging, Reverse Engineering, Tests oder Forschung konfigurieren möchten, ein Update auf Android 14 vermeiden oder eine angepasste OS-Version verwenden, die CA-Zertifikate nicht über APEX-Module verwaltet.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare