- Google fügt Chrome eine neue Funktion namens „Web Environment Integrity“ (WEI) hinzu
- Ziel von WEI ist es, Anzeigenbetrug zu verringern, doch zugleich könnte es die Kontrolle der Nutzer über ihre Computer einschränken und den Zugang für Menschen blockieren, die kein „genehmigtes“ Betriebssystem oder keinen „genehmigten“ Browser verwenden
- Wie Google-Mitarbeiter eingeräumt haben, erhöht diese neue Funktion die Markteintrittsbarrieren für neue Browser
- Wenn ein Webbrowser heute eine Verbindung zu einem Webserver herstellt, sendet er eine Beschreibung des Geräts und des Browsers. Das kann dem Server helfen, Inhalte anzupassen, kann aber auch genutzt werden, um Nutzer ohne ihre Zustimmung über „Browser-Fingerprinting“ zu identifizieren
- Die neue Funktion verwendet „Remote Attestation“, ein System zur Überwachung des Computers, das sich nicht verändern oder neu konfigurieren lässt. Es kann Informationen über den Computer sammeln und alle Angaben kryptografisch signiert in einem „Zertifikat“ festhalten
- Googles WEI-Vorschlag sieht vor, dass Server von Geräten ein Remote-Attestation-Zertifikat anfordern können, das dann als hochgradig vertrauenswürdige, kryptografisch signierte Beschreibung des Geräts antwortet
- Google argumentiert, dass Remote Attestation Website-Betreibern helfen könne, echte Internetnutzer von Bots zu unterscheiden, so Anzeigenbetrug zu reduzieren und die Einnahmen von Publishern zu steigern
- Es gibt jedoch Bedenken, dass diese neue Funktion von Websites genutzt werden könnte, um unerwünschte Browser und Betriebssysteme zu blockieren oder solche auszuschließen, die WEI nicht in einer für die Website akzeptablen Weise implementieren
- Kritiker argumentieren, dass Computer ihren Nutzern gehören und so funktionieren sollten, wie ihre Nutzer es anweisen. Sie glauben, dass das Hinzufügen von Attestation zum Web das Risiko birgt, dass Unternehmen damit das Recht der Nutzer angreifen, ihre Geräte selbst zu konfigurieren
- Das Fazit lautet, dass Remote-Attestation-Werkzeuge in verteilten Systemen zwar nötig sein können, aber nicht dem Web hinzugefügt werden sollten. Am wichtigsten ist das Recht von Techniknutzern, selbst zu entscheiden, wie ihre Computer funktionieren und welche Informationen diese Computer an andere weitergeben
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