10 Punkte von budlebee 2021-06-02 | 3 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Peter Shor ist ein Wissenschaftler, der für den Shor algorithm zur Unterstützung der Primfaktorzerlegung und für Fehlerkorrektur-Algorithmen im Quantencomputing bekannt ist.

  • Schon bevor er seine Arbeit veröffentlichte, hatten Wissenschaftler wie Daniel Simon die sprunghafte Leistungsfähigkeit von Quantencomputern gezeigt, aber er dachte nicht, dass daraus etwas Praktisches werden würde. Er glaubt, dass seine Arbeit vielen Menschen den Nutzen von Quantencomputern verdeutlicht hat.

  • Als er anfangs Inhalte zur Faktorisierung vorstellte, präsentierte er nur Zwischenergebnisse. Doch innerhalb weniger Tage verbreiteten sich die Gerüchte mit enormer Geschwindigkeit, und es hieß bereits, er habe das Faktorisierungsproblem gelöst. Damals hatte er das Faktorisierungsproblem noch nicht gelöst und konnte den Leuten daher keine Antwort geben, aber nach fünf Tagen hatte er das Problem gelöst und konnte schließlich anderen die Antwort geben.

  • Es gibt Skeptiker, die meinen, Quantencomputer könnten nicht realisiert werden, weil während des Rechenprozesses Information verloren geht. Doch durch eine Arbeit, die zeigte, dass Fehlerkorrektur möglich ist, ohne den Rechenprozess zu zerstören, ließen sich auch einige Skeptiker davon überzeugen, dass Quantencomputer realisierbar sein könnten.

  • Ein physisch existierender Quantencomputer erzeugt zwangsläufig Rauschen, und für ein einziges reines logisches Operations-Qubit werden etwa hundert Qubits benötigt. Diese Komplexität ist die Schwierigkeit von Quantencomputern.

  • Googles Experiment zur Quantenüberlegenheit im Jahr 2019 hat zwar auch etwas Künstliches an sich und wurde in der PR übertrieben, ist aber dennoch sehr beeindruckend. Ein Meilenstein ohne jeden Zweifel. Allerdings gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Es gibt auch Startups wie IonQ, die in manchen Bereichen besser sind als Google oder IBM.

  • Es gibt die Sorge, dass Quantencomputer das RSA-Kryptosystem brechen werden, aber er hält das derzeit nicht für ein großes Problem. Schlechte Software, Viren und Informationen, die an nicht vertrauenswürdige Personen gesendet werden, seien für das Internet eher eine größere Bedrohung.

  • Die Einführung neuer Kryptosysteme, um auf das Zeitalter der Quantencomputer zu reagieren, sei aus seiner Sicht lediglich eine Frage des Willens und der Programmierzeit. Ob eine solche Reaktion jedoch rechtzeitig erfolgen wird, wisse er nicht.

3 Kommentare

 
alstjr7375 2021-06-03

"Ich habe fünf Tage lang an dem Problem gearbeitet"

Großartig

 
iamswain 2021-06-02

Sehr interessant! Danke für die Zusammenfassung!

 
budlebee 2021-06-02

Der shor algorithm ist unter anderem deshalb recht bekannt, weil er das RSA-Kryptosystem aushebeln kann; ich fand die Anekdote interessant, dass er unter dem Druck vieler Erwartungen fertiggestellt wurde, und habe sie deshalb kurz zusammengefasst.