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„Die KI-Singularität hat bereits begonnen. Wir merken es nur noch nicht“

Song Jae-kyung, der Schöpfer von „The Kingdom of the Winds“, „Lineage“ und „ArcheAge“, hat das Open-Source-MMORPG-Projekt Open MMO vorgestellt und seine Entwicklungserfahrungen sowie Perspektiven im KI-Zeitalter geteilt. Open MMO ist ein experimentelles MMORPG, bei dem menschliche Spieler und KI-Agenten über dasselbe Protokoll verbunden sind; es ist so konzipiert, dass KI und Menschen in derselben Umgebung agieren können.

Kernpunkte

  • Open MMO ist ein experimentelles MMORPG, bei dem menschliche Spieler und KI-Agenten über ein vollständig identisches Protokoll verbunden sind

    • Der Server kann nicht unterscheiden, ob die Gegenstelle ein Mensch oder eine KI ist
    • Nutzung derselben WebSocket-Schnittstelle, ohne spezielle API nur für KI
  • Das Projekt wurde größtenteils per Vibe Coding entwickelt

    • Anfangs reviewte er den von KI geschriebenen Code selbst
    • Inzwischen überlässt er sogar das Code-Review einem anderen LLM
    • Er erklärt, es sei „eher eine Rolle, in der man KI-Mitarbeitern Anweisungen gibt, als selbst direkt zu programmieren“
  • Er bewertet, dass KI die Programmierproduktivität deutlich erhöht hat

    • Durch nachlassendes Gedächtnis wurde die direkte Umsetzung für ihn zunehmend schwieriger
    • Da KI einen erheblichen Teil der Implementierungsarbeit übernimmt, könne er sich auf Design und Richtungsentscheidungen konzentrieren
  • Auch die Grenzen heutiger KI sind klar vorhanden

    • Wegen eines mangelnden Verständnisses von 3D-Räumen waren bei der Umsetzung von mehrstöckigen Gebäuden und Treppensystemen wiederholte Debugging-Runden nötig
    • Er bewertet, dass das räumliche Schlussfolgern im Vergleich zum Sprachverständnis noch unzureichend ist
  • Open MMO hat eher experimentellen als kommerziellen Charakter

    • Er beschreibt es als „ein Projekt, um mit Hilfe von KI Dinge umzusetzen, die ich 30 Jahre lang machen wollte, wegen der Kommerzialität aber nicht machen konnte“

Sicht auf KI

  • Er sieht die Gegenwart nicht als bloße technologische Weiterentwicklung, sondern als Startpunkt eines Wandels von der Größenordnung der industriellen Revolution

    • Er bewertet, dass KI bereits begonnen hat, geistige Arbeit des Menschen zu ersetzen
    • Er behauptet, dass eine Veränderung, die einer Singularität entspricht, bereits im Gange ist, auch wenn viele Menschen sie noch nicht spüren
  • Er sieht die Rolle von Entwicklern im Wandel: von „Menschen, die Code schreiben“ zu „Menschen, die Probleme definieren und KI managen“

    • Er erklärt, auch seine eigene Entwicklungsweise habe sich vom Fokus auf Implementierung hin zu Anweisung und Aufsicht verändert
  • Für die jüngere Generation werde die Fähigkeit, KI zu nutzen, eine zentrale Wettbewerbsstärke werden

    • Er erwähnt die Möglichkeit, dass es schwieriger wird, sich wie früher allein durch Beherrschung bestimmter Sprachen oder Frameworks zu differenzieren
    • Er erwartet, dass die Bedeutung von Problembeschreibung, Kreativität und Entscheidungsfähigkeit zunehmen wird (Zusammenfassung seiner im Gesamtkontext des Interviews erkennbaren Ansicht)
  • Er bewertet das Entwicklungstempo von KI als deutlich schneller, als die meisten Experten erwartet haben

    • Im Vergleich zu noch vor einem Jahr habe KI ein Niveau erreicht, auf dem sie nicht nur Code schreibt, sondern auch Reviews und Validierung übernimmt
  • Er erwartet, dass Strukturen, in denen Menschen und KI in derselben digitalen Welt agieren, künftig immer natürlicher werden

    • Auch Open MMO lässt sich eher als Vorab-Experiment für diese Zukunft verstehen denn als bloßes Spiel

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