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Google I/O '26: Google Cloud stellt neue Tools für Agent-Entwickler vor

Google hat auf der diesjährigen I/O seine Entwicklungswerkzeuge für Agenten (KI-Programme, die Aufgaben autonom ausführen) grundlegend überarbeitet. Im Mittelpunkt steht ein integriertes Development Kit, repräsentiert durch Antigravity 2.0 und die Managed Agents API, das dafür ausgelegt ist, lokal schnell Prototypen zu erstellen und sie sicher in der Cloud bereitzustellen. Das bisherige Vertex AI wurde zur Gemini Enterprise Agent Platform erweitert und positioniert sich damit als umfassende Plattform mit Session Memory und zentralen Governance-Funktionen. Die Gesamtstruktur ist in vier Stufen unterteilt – von No-Code bis Code-first –, wobei jede Stufe über das A2A-Protokoll miteinander kompatibel ist.

Vier Entwicklungswege im Überblick

  • Stufe 1 Agent Studio (Low-Code): In einem visuellen Workspace werden Modelle ausgewählt und Prompts sowie Tools miteinander verbunden, um Agenten ohne Code zu erstellen. Geeignet für Business-Teams oder schnelles Prototyping.

  • Stufe 2 Managed Agents API: Eine auf dieser I/O neu vorgestellte API, bei der nur das Verhalten des Agenten definiert wird, während Google Cloud den Infrastrukturbetrieb übernimmt. Jeder Agent wird isoliert in einer temporären (ephemeren) Sandbox ausgeführt, um Sicherheit zu gewährleisten.

  • Stufe 3 Antigravity: Die zentrale Lösung für Coding und Agent-Orchestrierung. Sie ist für Gemini-Modelle optimiert, und entwickelte Skills lassen sich in verschiedenen Umgebungen wiederverwenden.

  • Stufe 4 ADK 2.0 (Agent Development Kit): Hier entwerfen Engineers Multi-Agenten-Architekturen direkt im Code. Mit einer graphbasierten Engine kann flexibel zwischen dynamischer Inferenz und deterministischen Workflows gewechselt werden.

Wichtige Funktionen von Antigravity 2.0

  • Desktop-App: Ein zentraler Workspace zur Koordination von Coding-Agenten, in dem sich mit einem einzigen Prompt Sub-Agenten verzweigen oder Aufgaben parallel ausführen lassen.

  • Antigravity CLI: Bietet im Terminal dieselbe Qualität an Intelligenz wie die Desktop-App und teilt Authentifizierung, Kontext und Einstellungen mit ihr.

  • Enterprise-Sicherheit: Bei der Anmeldung über Cloud OAuth läuft die gesamte Inferenz innerhalb der Cloud-Grenzen des Nutzers, während regionale Modell-Endpunkte die Datensouveränität wahren.

Was sich in ADK 2.0 geändert hat

  • Kollaborative Workflows: Sub-Agenten werden in drei Betriebsmodi organisiert: chat (vollständige Delegation), task (Klärung bei Bedarf) und single-turn (Aufruf wie ein Tool).

  • Dynamische Workflows: Mit Decorators allein lassen sich Workflow-Knoten wie Funktionen aufrufen und komplexe Verzweigungslogik umsetzen.

  • ADK Kotlin Beta: Die Sprachunterstützung wurde erweitert, damit On-Device-Agenten auf Android nahtlos mit Python-Agenten im Backend zusammenarbeiten können.

Unterscheidungsmerkmale und Stärken

  • Offenheit: Auch Coding-Agenten von Drittanbietern wie Claude Code oder Cursor können über Agent CLI und ADK auf der Google-Cloud-Infrastruktur betrieben werden.

  • Kontinuität: Wer auf einer niedrigeren Stufe beginnt und später aufsteigt, kann dieselbe Runtime weiterverwenden, ohne frühere Investitionen zu verlieren.

  • Governance: Mit der Skill Registry (Public Preview) lässt sich Domänenlogik katalogisieren und zur Wiederverwendung bereitstellen; Agent Identity und Agent Gateway stärken die Sicherheit im operativen Betrieb.

Grenzen und Hinweise

  • Reifegrad neuer Funktionen: Die A2A- und Governance-Integration der Managed Agents API ist noch als „demnächst verfügbar“ angekündigt, und ADK Kotlin befindet sich ebenfalls noch in der Beta.

  • Lernkurve: Das Graph-Modell von ADK spielt seine Stärken erst aus, wenn es mehr als zwei Verzweigungen gibt; bis dahin ist mit einer gewissen Einstiegshürde zu rechnen.

Googles Ankündigung wirkt diesmal weniger wie die Einführung einzelner Tools als vielmehr wie eine strukturelle Neuordnung, die No-Code-Business-Nutzer und codezentrierte Engineers auf einer gemeinsamen Plattform zusammenführen soll. Auf dem gemeinsamen Fundament aus der vierstufigen Leiterstruktur und dem A2A-Protokoll bleiben Daten und Assets unabhängig vom Einstiegspunkt innerhalb des Cloud-Projekts. Zugleich empfiehlt Google zwar Antigravity, lässt aber die Interoperabilität mit Coding-Agenten von Drittanbietern offen, was als Versuch gelesen werden kann, Bedenken hinsichtlich Vendor Lock-in zu verringern. Insgesamt lässt sich dies als ein Plattformansatz verstehen, mit dem Google auf die nächste Phase der Agentenentwicklung reagiert – eine Phase, in der Betrieb, Governance und Evaluierung wichtiger werden als reine Prototypen.

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