Tokenova — Eine Tray-App, bei der mit AI-Coding geschriebene Tokens jeden Tag zu einem eigenen Universum werden
(github.com/jkapa0417)Tokenova — Eine Tray-App, bei der mit AI-Coding geschriebene Tokens jeden Tag zu einem eigenen Universum werden
Wenn man derzeit mit Tools wie Claude Code, Codex CLI oder OpenCode täglich programmiert, lässt einen irgendwann eine Frage nicht los: Wie viel habe ich heute eigentlich wirklich durchgejagt? Ein separates Dashboard zu öffnen ist umständlich, und die Billing-Seite aufzurufen unterbricht den Arbeitsfluss.
Dafür habe ich Tokenova gebaut. Es ist eine Tauri-App, die als kleines Planeten-Icon in einer Ecke der Menüleiste (macOS) bzw. des System-Trays (Windows · Linux) schwebt. Im Hintergrund liest sie die lokalen Logs, die die drei genannten Tools hinterlassen, und zeichnet den Token-Verbrauch des Tages als Sterne und Planeten. Nach Mitternacht schließt sich dieses Universum, und eine neue Leinwand öffnet sich.
Funktionsweise
- Sterne — Jeweils einer pro kumulierten 200.000 Tokens. Wenn der erste Stern erscheint, gibt es zusätzlich ein Achievement. Die Sternform wird per Seed aus 12 Varianten bestimmt.
- Planeten — Werden ausgelöst, wenn eine einzelne Session mit mehr als 1 Million Tokens endet, oder erzwungen jedes Mal, wenn eine Session kumuliert 20 Millionen Tokens erreicht. Sie werden aus einem Katalog mit 31 Varianten per Seltenheits-Roulette gezogen (Common 70 / Rare 20 / Epic 8 / Legendary 1.9 / Mythic 0.1 %).
- Galaxie-Layout — Zeichnet jeden Tag abhängig vom Seed eines von 6 Mustern (Spiral · Elliptisch · Irregulär · Doppelhaufen · Offener Haufen · Kernzentriert). Da derselbe Seed immer dieselbe Form reproduziert, sieht ein früheres Universum in der Galerie beim erneuten Öffnen exakt gleich aus.
- Sternbilder — Im Tab Today lassen sich Sterne per Klick direkt verbinden. Eine Registrierung ist ab 2 Sternen möglich; der Name kann automatisch erzeugt oder manuell vergeben werden. Sie werden dauerhaft im Kodex gespeichert.
- Schlafendes Universum — An Tagen ohne einen einzigen verbrauchten Token erscheint statt der Sternen-Leinwand ein sanfter Mond mit Sternen. Dafür gibt es auch ein eigenes Achievement „Schlafendes Universum“.
Warum das Spaß macht
Drei Dinge funktionieren jeden Tag anders.
Erstens sieht selbst bei gleicher Arbeitsmenge jeder Tag anders aus. Seed + Layout + Roulette-Ergebnis bestimmen das Universum des Tages. Gestern war es eine Spiralform, heute ist es kernzentriert. Selbst wenn man dieselben 5.000 Zeilen schreibt, ist die Sternverteilung jedes Mal anders, und genau das macht das Durchblättern der Galerie spannend.
Zweitens liegt es an den Seltenheitswahrscheinlichkeiten. Wenn ein Mythic mit 0,1 % landet, ist das Vollbild-Overlay, das über den gesamten Bildschirm hereinslidet, ehrlich gesagt ein bisschen Dopamin. Wenn eine Dyson-Sphäre oder ein Schwarzes Loch erscheint, meldet das Betriebssystem es direkt über eine Tray-Benachrichtigung. Man arbeitet zwar nicht gezielt darauf hin, aber es unerwartet zu sehen, ist für sich genommen schon eine kleine Belohnung.
Drittens wächst eine 365-Tage-Galerie. Über Heatmaps für 1 Woche / 1 Monat / 1 Jahr lässt sich der eigene Coding-Rhythmus erkennen. Tage des Stillstands, Tage des Durchdrehens und Tage, an denen riesige Galaxien entstanden sind, bleiben alle als Leinwände erhalten, und per Klick wird das Universum dieses Tages erneut abgespielt.
Wie es arbeitet
- Claude Code — beobachtet
~/.claude/projects/*.jsonlper notify - Codex CLI — beobachtet
~/.codex/sessions/YYYY/MM/DD/*.jsonl - OpenCode — pollt
opencode.dbSQLite alle 5 Sekunden
Die drei Kanäle werden in denselben TokenEvent normalisiert und an einer Stelle in SQLite gespeichert. Die UI liest von dort und rendert daraus die Darstellung. Es wird kein Token-Verbrauch nach außen übertragen. Eine Internetverbindung wird nur genutzt, wenn für automatische Updates GitHub Releases abgefragt wird.
Tech-Stack und Einschränkungen
- Tauri 2 · Rust · Vanilla TypeScript + Canvas (ohne Framework). Der Speicherverbrauch liegt beim Tray-Popover bei etwa 80 MB.
- Unterstützt macOS · Windows · Linux. Autostart lässt sich als Hintergrundausführung beim OS-Start aktivieren und ist beim ersten Start standardmäßig eingeschaltet.
- Automatische Updates über minisign-Signatur + GitHub-Releases-Manifest. Wenn eine neue Version erscheint, informiert ein In-App-Banner darüber.
- Alle Daten liegen in lokalem SQLite (
~/Library/Application Support/com.tokenova.app/usw.). Es gibt keinen externen Server. - Lizenz: FSL-1.1-ALv2. Freie Nutzung privat und im Unternehmen; eine Functional Source License, die nach 2 Jahren automatisch auf Apache 2.0 wechselt.
- Sofort umschaltbare UI auf Koreanisch / Englisch. 30 Planetenvarianten, 14 Sternformen, alle UI-Strings in beide Richtungen lokalisiert.
Download
In GitHub Releases stehen macOS-DMGs, Windows-NSIS sowie Linux AppImage / deb bereit. Aktuell wartet das Projekt noch auf die Freigabe im Apple Developer Program, deshalb zeigt das macOS-DMG eine Warnung vor einem „nicht vertrauenswürdigen Entwickler“ an. Ein einmaliges Umgehen von Gatekeeper ist nötig (Rechtsklick auf die App → Öffnen, oder Systemeinstellungen → Datenschutz und Sicherheit → „Trotzdem öffnen“). Nach erfolgter Freigabe wird dieser Schritt voraussichtlich entfallen. Unter Windows heißt es in SmartScreen „Weitere Informationen → Trotzdem ausführen“. Nach der ersten Installation informiert das In-App-Auto-Update künftige neue Versionen automatisch.
Repository: https://github.com/jkapa0417/tokenova
Feedback und Bug-Reports
Wenn euch beim Nutzen etwas Merkwürdiges auffällt oder euch eine Idee kommt, hinterlasst gern jederzeit einen Kommentar oder ein GitHub Issue. Jede Art von Feedback ist willkommen. Die weitere Entwicklungsrichtung und geplante Features findet ihr in der Roadmap des GitHub-Repositorys.
Ein Satz
Tokenova wird eure Coding-Gewohnheiten nicht verändern. Es lässt einfach ein kleines Universum am Bildschirmrand schweben. Überraschenderweise sorgt gerade der Blick darauf, wie dieses Universum jeden Tag anders wächst, dafür, dass man weiterarbeitet.
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