Multi-Agenten tanzen jetzt Talchum
(github.com/dance-of-tal)In dem Moment, in dem ein main agent einen subagent aufruft, rückt ein Multi-Agenten-System näher an Abhängigkeit als an Zusammenarbeit. Anfangs wirkt es, als wären nur die Rollen aufgeteilt, doch mit der Zeit verfestigt sich der subagent eher als interne Funktion des main agent denn als unabhängiger agent. Dann wird es schwieriger, ihn in anderen Abläufen wiederzuverwenden, ihn als gleichwertige Ausführungseinheit neu anzuordnen oder jeden agent als eigenständiges Subjekt mit eigenem MCP, Skill, System Prompt und Modell zu erhalten.
Deshalb wollte ich Multi-Agenten nicht länger als orchestration betrachten. Ich wollte sie als choreography, als Talchum, sehen. Nicht als Struktur, in der eine Instanz dirigiert und die übrigen folgen, sondern eher als Struktur, in der Wesen mit jeweils eigener Rolle und eigenem Charakter Beziehungen eingehen und gemeinsam Szenen entstehen lassen.
Problem
Bestehende Multi-Agenten-Architekturen laufen meist ungefähr so ab.
- Ein main agent ruft einen subagent auf
- Der subagent wird eher wie eine interne Funktion als wie ein unabhängiger participant behandelt
- Das System wird eher für einmalige Aufrufe als für Wiederverwendung optimiert
- Beziehungen und Abläufe verstecken sich in Code oder Konfigurationsdateien
- Unterschiedliche Konfigurationen pro agent lassen sich immer schwerer vergleichen oder kombinieren
Je mehr agenten es am Ende gibt, desto eher wächst unter einem übergeordneten agent einfach eine Kette angehängter Funktionen, statt dass eine reichhaltigere Kooperationsstruktur entsteht.
Ansatz
dance-of-tal löst dieses Problem als Multi-Agenten-Paketmanager. Der Kern besteht darin, agenten nicht als durch eine main/sub-Hierarchie gebundene Aufrufziele zu sehen, sondern als wiederverwendbare Bausteine zu behandeln.
dance-of-tal behandelt Multi-Agenten in vier Einheiten.
- Tal: Identität und Charakter eines agent
- Dance: wiederverwendbare Fähigkeiten und Skills
- Performer: eine Ausführungseinheit aus Tal + Dance + model/tool/MCP/runtime
- Act: Beziehungen und Kooperationsabläufe mehrerer Performer
Zusammengefasst lässt sich das so lesen.
- Tal: Wer ist es?
- Dance: Was kann es tun?
- Performer: Ist es der tatsächlich ausgeführte agent?
- Act: Wie bewegen sich mehrere agenten gemeinsam?
Mit anderen Worten: dance-of-tal ist weniger ein Werkzeug zum Vermehren von subagents, sondern eher eine Schicht, mit der sich agenten paketieren, neu zusammensetzen und in anderen Abläufen wiederverwenden lassen.
DOT Studio
Das darauf aufbauende DOT Studio ist ein Figma-ähnlicher Editor und eine Runtime für diese Struktur.
- agenten mit unterschiedlichen Konfigurationen lassen sich auf einer Canvas platzieren
- Tal, Dance, Performer und Act lassen sich anordnen und verbinden
- Beziehungen und Kooperationsabläufe können visuell betrachtet und angepasst werden
- Direkte Bearbeitung ist möglich, und mit Studio Assistant lassen sich wiederkehrende Arbeiten reduzieren
- Im Browser lassen sich agent-Konfigurationen verwalten, die auf OpenCode ausgeführt werden
Wichtig ist, dass dieses Tool nicht bloß eine „schön zeichnende UI“ ist.
Es ermöglicht, agenten mit unterschiedlichen MCPs, Skills, System Prompts und Runtimes auf einem Bildschirm auszubreiten und direkt zu entwerfen, welche Rollen sie übernehmen und wie sie verbunden werden.
Links
- DOT Studio: https://github.com/dance-of-tal/dot-studio
- dance-of-tal: https://github.com/dance-of-tal/dance-of-tal
1 Kommentare
Wirklich ein großartiges Projekt. Auch der Name ist gelungen, und das Webdesign ist ebenfalls hervorragend. 👍🏻